Kojotenhöhle

Was dich hier erwartet, ist nicht der Versuch, irgendetwas zu umschreiben. Ich nenne die Dinge durchaus beim Namen, auch wenn ich versuche, das niveauvoll zu tun. Und ich versuche außerdem, Geschichten zu erzählen, in denen der Sex ein Teil des Ganzen ist und nicht der einzige Teil. Man findet hier wohl auch Grenzwertiges für manche Geschmäcker. Ob man es als BDSM-artig oder als abartig empfindet, liegt dabei ganz im Auge des Betrachters.

Wenn es dir gefällt, lass es mich wissen. Wenn es dir nicht gefällt, gerne auch. Hinterlass mir einen Kommentar oder schreib es mir per Mail an Mike.Stone bei gmx.net .

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Donnerstag, 31. Januar 2013

Die zweischneidige Inspiration


Komischer Titel. Ich weiß…
Mir geht es nicht um den Begriff der Inspiration, sondern um eine ganz bestimmte Inspiration. Nämlich Lindsey Stirling.

Lindsey Stirling ( Crystallize)
Website: http://lindseystirlingviolin.com 


Ganz ehrlich: Ich liebe das, was diese Frau tut.
Ich würde sie nicht heiraten. Ihre und meine Lebensgrundsätze dürften nicht wirklich kompatibel sein. Aber ich würde jederzeit für sie eine Hand ins Feuer halten, denn ich schulde ihr eine Menge. Und zwar eine Menge wunderbare Momente.
Ich liebe Violinenklänge. Wenn eine Frau den Bogen führt.
Und von den Violinistinnen ist mir neben Máiréad Nesbitt eben Lindsey Stirling am liebsten. Weil sie einfach wunderbar ist.
Was nicht nur an der Qualität ihres Spiels liegt, sondern auch an ihren eigenen Kompositionen und ihren Interpretationen der Stücke anderer Leute. Und - da bin ich ganz ehrlich - an ihrem Aussehen, ihrer Körpersprache und ihren Bewegungsmustern.

Máiréad Nesbitt sehe ich auch gerne zu. Die hat Feuer.
Aber Lindsey hat etwas Hypnotisierendes. Die Gesamtheit ihrer Musik, ihrer Bewegungen und ihres Sinns für den perfekten Background fängt mich ein und lässt mich nicht wieder los.
Und hier liegt auch das Problem.
(Jap. Ich habe ernsthaft genau bis hierhin gebraucht, um den Bogenschlag zum Titel dieses Posts zu schaffen. Und wer das nicht versteht, sollte mal Crystallize von Lindsey Stirling anwerfen und dann versuchen, nicht ins Schwärmen zu geraten. ;-) )

Das Problem ist, dass ich einfach nicht ‚nur‘ zuhören kann, wenn ich ihre Musik höre. Ich will zuhören und zusehen und kann mich nicht losreißen. Ich habe tausend Ideen und Gedanken und komme sofort in die perfekte Stimmung, um beispielsweise Fantasy zu schreiben. Aber ich kann nicht gleichzeitig schreiben und ihr zusehen.
Mal davon ab, dass ich nicht blind schreiben kann, kann ich mich auch einfach nicht auf das Formen der Worte konzentrieren. Ich flitze zu schnell durch meine Gedankenwelt und bin völlig abwesend.

Lindsey Stirling bietet mir also Inspiration. Mehr als sehr viele andere Künstler. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl ihrer Werke vermutlich absolut am meisten. Und trotzdem packe ich es nicht, ihr eine Geschichte zu widmen, obwohl es für Dutzende Material gäbe.
Sie inspiriert mich, hält mich aber gleichzeitig davon ab, die Inspiration auch umzusetzen. Ich schaffe es nicht mal, die Stimmung zu bewahren und nach dem Hören zu schreiben, denn ich muss einfach noch ein Stück hören und sehen, wenn ich die Zeit habe. Und dann noch eines und noch eines. Bis ich eben keine Zeit mehr habe. Weder zum Schreiben noch zum Hören.
Deswegen das zweischneidige Schwert.

Wie man sich denken kann, ist das keine Beschwerde im eigentlichen Sinn. Ich genieße es viel zu sehr, einfach nur meinen Gedanken nachzuhängen und nichts zu tun, als zu träumen. Lindsey schafft es, meinen Kopf von all den zusätzlichen Gedankenschichten freizumachen, die mich sonst immer terrorisieren. Ihr kann ich meine volle Aufmerksamkeit ganz ohne Anstrengung widmen. Was ich sonst nur hinbekomme, wenn eine zwischenmenschliche Situation mich und all meine Fähigkeiten wirklich fordert.
Und für diese Zeit des Träumens und Schwebens und Genießens bin ich immens dankbar. Nur eben mit diesem einen, kleinen Wermutströpfchen.

Hmm… Erwähnte ich, dass die Kleine auch noch singen kann? Das ist fast schon unfair. Im Grunde hat sie wirklich alles, was ich an einer Frau begehrenswert finde. Und trotzdem würde ich sie - gäbe man mir einen Wunsch frei - lieber spielen hören, als flachlegen.
Crazy…

Naja… Vielleicht bringe ich den einen oder anderen hiermit auf ihre Spur. Wer sie noch nicht kannte, sollte sich unbedingt das folgende Lied anhören und ansehen:

Awesome ist nicht im Ansatz stark genug, um es zu beschreiben. Dabei könnte ich ernsthaft religiös werden.

Traumhafte Minuten mit ihr wünsche ich.
In diesem Sinne…

Sonntag, 3. Juni 2012

Inspirationen… in Musik


Ich habe mich ja schon einmal lang und breit darüber ausgelassen, wie ein einzelnes Lied mich durch eine ganze Geschichte begleitet hat. Hier geht es mir aber eher um die passende Musik zur passenden Stimmung.
So wie man sich durchaus Kuschelrock (ja ich weiß: Ich bin alt) für romantische Abende zurechtlegen kann, erstelle ich Playlists für meine Schreiberei. Oder für die Tage, an denen ich lange und für mich allein zu arbeiten habe.

Nichts Ungewöhnliches daran, vermute ich. Und ich will das auch gar nicht überdramatisieren, sondern einfach meine Freude darüber teilen, dass es Musik gibt, die mich in verschiedene Stimmungen versetzt.
Aufbruchsstimmung (besonders gut geeignet, wenn man sich auf einen Arbeitstag einstimmen will) erzeugt beispielsweise ‚Dont stop me now‘ von Queen bei mir. Und diverse Tracks aus den 90zigern bilden meine Playlist für alle Tage, an denen ich an Junge Liebe weiterschreibe. Oder auch gerne für die Arbeit, denn für mich fällt diese Musik in den Bereich der ‚Gute-Laune-Mucke‘. Ich hatte eben meine wildesten Zeiten in dem Jahrzehnt.

Für Fantasy - momentan ein Genre, dem ich mich endlich verstärkt widme - stehen allerdings andere Interpreten auf der Liste.
Da tummelt sich Manowar zusammen mit den Mädels von Celtic Woman und Katzenjammer und der alten Besetzung von Nightwish mit Tarja. Und Silbermond, Within Temptation und die Corrs steuern einiges bei. Sogar Santiano, Dune und Celine Dion sind vertreten.
Ich glaube, irgendwann muss ich mal eine Geschichte darüber schreiben, wieso so unterschiedliche Bands doch ganz gut zusammenpassen. Aber ich fürchte, der Sex in dieser Geschichte könnte selbst für meine starken Nerven zu hart sein… ;-D

Musik transportiert etwas, dass sonst kein Medium so übermitteln kann, finde ich.
Alles Mögliche kann mich bewegen, berühren oder meine Stimmung verändern, aber Musik ist da einzigartig. Wenn ich die bewegendste Stelle im Herrn der Ringe lese (den Part, an dem Éowyn sich dem König der Nazgûl stellt - und wohlgemerkt: lese, denn die billige Kopie von Peter Jackson berührt mich nicht wirklich), dann muss ich noch immer kurz schlucken. Und wenn ich der kleinen Meerjungfrau Arielle dabei zuschaue, wie sie davon träumt, ein Mensch zu sein (aber bitte mit der Stimme von Dorette Hugo und nicht von Anna Carlsson, wobei die noch ein Segen ist, wenn man sie mit Ron Williams als Sebastian vergleicht… *kotzwürg*), dann erinnere ich mich deutlich daran, wie mich diese Stelle bewegt hat.
Aber Musik hat eine immer wiederkehrende, zuverlässige Wirkung, die kein Buch, Film oder reales Ereignis so andauernd reproduzieren kann. Ich kann mir zum tausendsten Mal ‚Rock-Paper-Scissors‘ von Katzenjammer, ‚Dark Chest of Wonder‘ von Nigthwish oder ‚Caledonia‘ von Celtic Woman anhören und es hat immer die gleiche, beflügelnde Wirkung auf mich und bringt mich immer in diese phantastische Stimmung, in der ich mich gedanklich dem Fantasy-Genre zuwenden kann.

Kein wunder eigentlich, dass Musik auch schon mal als Hexenwerk verschrien wurde, denn die Wirkung ist wirklich wie Zauberei. Und ich bin dankbar dafür, dass auch in unserer heutigen Zeit der Casting-Müll-Sturmfluten noch immer gute Lieder entstehen. Als ein thematisch passendes Beispiel dafür sei ‚Krieger des Lichts‘ von Silbermond genannt, das sich für mich ungefähr so anfühlt, wie ‚Warriors of the World‘ von Manowar. Von der Stimmung her, meine ich.

Wenn ich also Geschichten schreibe, dann müsste ich eigentlich nicht nur den treuen Betalesern weitaus mehr Dank zollen, als ich es tue, sondern auch den Künstlern, die durch ihre akustischen Werke einen erheblichen Beitrag zu meiner Kreativität leisten.
Die Tracks, die mir zusagen zu kaufen, empfinde ich dabei fast schon als Ehrensache. Und außerdem sind sie ja eine gute Investition, denn wie ich sagte: Der Effekt ist zuverlässig. Und aus einem genetischen Defekt heraus bin ich absolut in der Lage, mir ein bestimmtes Lied hundert Mal hintereinander in einer Tour anzuhören.

An dieser Stelle daher mein Dank an zu viele Musiker, als dass ich sie alle benennen könnte oder wollte. Deswegen belasse ich es universell und danke auch denen, die sich um Musik bemühen, die mir nicht gefällt. Vielleicht inspirieren sie ja morgen jemanden dazu, ein Lied zu schreiben, dass ich liebe… ;-)

Donnerstag, 3. Mai 2012

Fortsetzungen - Segen und Fluch


Angestoßen von der Frage nach einer Fortsetzung von Engel im Regen will ich mich mal kurz über dieses Thema auslassen, denn es ist für mich persönlich ein zweischneidiges Schwert.
Im Prinzip sind sehr viele meiner Geschichten von vorneherein auf eine Fortsetzung ausgelegt oder halten sich zumindest diese Option offen. Und bei vielen kam auch irgendwann, irgendwo die Frage danach auf.
Früher war das aber bei allem Willen zur Fortführung der Arbeit für mich eine Sisyphos-Aufgabe…

Zu älteren Werken wie Bitch oder Engel im Regen gibt es nicht nur haufenweise Notizen, sondern durchaus auch die eine oder andere Fortsetzung, die einfach scheiße ist. Sie entsprechen insgesamt nicht dem, was ich rein gefühlsmäßig erreichen wollte. Deswegen werden sie nicht veröffentlicht.
Besonders schwer fiel es mir bei Engel im Regen. Aber wenigstens hat mich der beharrliche und vielstimmige Wunsch nach einer Fortsetzung dazu befähigt, endlich zu verstehen, wo eigentlich das Problem liegt.
Das hat mich in die Lage versetzt, mit Soulmates, JungeLiebe und Projekten wie My Sisters hot Friends anzufangen, zu denen es Fortsetzungen geben wird. Und zwar ganz gewiss, wenn auch jeweils ohne genaue Zeitangabe, weil das eben auch eine Frage von Zeitmanagement und Inspiration ist.

Meine früheren Geschichten waren oftmals auf bestimmte Szenen fixiert und es gab weder einen Plan, noch einen Plot. Ich habe einfach um interessante Szenen herum gebaut. Und danach ist es schwierig, sich der nächsten Szene im Leben der jeweiligen Protagonisten zuzuwenden, wenn einen nicht gerade zufällig die Inspiration niederstreckt.
Außerdem erschwert jedes inhaltliche Feedback zu den Möglichkeiten einer Fortsetzung den Prozess, weil dadurch Möglichkeiten in die Gleichung geworfen werden, die ich nicht mehr aus dem Kopf kriege.
Bei Engel im Regen war die Grundidee einmal, die Thematik ‚GEZ-Fahnder‘ mal anders aufzugreifen. Aber viele Leser sahen einen Zauber in der Geschichte, der dies zu banal erscheinen ließ. Und schon befand ich mich im Teufelskreis zu vieler Potentiale, aus dem ich hier noch nicht wieder rausgekommen bin.

Bei Soulmates und Junge Liebe ist es eher so, dass ich eine bestimmte Stimmung habe, die ich mit der Geschichte verknüpfe. Und ich habe Charaktere, die nicht an die Gegebenheiten angepasst sind, sondern ein gewisses Eigenleben besitzen.
Für eine Fortsetzung muss ich theoretisch nur eine Situation aufbringen und sehen, wie die Jungs und Mädels reagieren. Und schon kanns weitergehen.
Praktisch muss - oder will - ich mir allerdings auch Gedanken darüber machen, wie sich die Geschehnisse auf spätere Teile auswirken. Ich habe also einen ganz groben Masterplan, den ich mir nicht verhauen will. Also ist es ein klein wenig komplexer. Aber es ist ein Konzept, dass erst einmal funktioniert.

Ins Stocken komme ich dann eigentlich nur, wenn sich zwei Geschichten auf einer gewissen Ebene so nahe sind, wie Soulmates und Junge Liebe es sind. Und da ich es hasse, zwei Mal die gleich Geschichte zu erzählen und sich das genau so anfühlt, auch wenn es vielleicht niemandem außer mir auffallen würde, stecke ich bei Soulmates gerade ein wenig fest.
Je weiter sich Junge Liebe allerdings entwickelt, desto mehr lässt das nach. Also wird es da eben mit ein wenig Verzögerung weitergehen.

Das alles sind Dinge, die in meinem Kopf stattfinden und vielleicht für andere keinen Sinn ergeben. So wie es vielleicht unverständlich ist, dass ich reihenweise Themen noch nicht aufgegriffen habe, die für mich sehr naheliegend sind.
Aber wenn ich nicht im Kopf das Gefühl von Originalität habe, sondern zu sehr an einer reizvollen Vorlage festhänge, dann kann ich mich nicht austoben. Ich fühle mich dann, als würde ich abschreiben.
Und letztlich muss ja ich im Kopf die Freiheit empfinden, die mich befähigt, meine Geschichten zu spinnen. Auch wenn die Blockaden total sinnlos sind und ich mir selbst im Weg stehe.

Was ich mit alledem allerdings nicht sagen will ist, das man mir kein Feedback geben soll!
Wenn ich einen groben Plan habe, dann beirrt mich das nicht und Geeignetes findet seinen Platz, während Ungeeignetes ignoriert wird.
Habe ich keinen Plan, bringt es mich zwar durcheinander, aber es besteht auch immer die Chance, dass DIE Inspiration in einem Vorschlag steckt, die mich am Ende weiterbringt. Also ist Feedback immer potentiell nützlich.
Und immerhin schaffe ich es auch, mich ganz ohne Feedback zu verrennen. Also ist niemals irgendwelches Feedback an irgendetwas ‚schuld‘.

Ob diese Ausführungen jetzt außerhalb meines Kopfes noch für irgendwen Sinn ergeben, kann ich gerade nicht einschätzen. Aber ich habe sie mir von der Seele geschrieben und helfe mir dadurch selbst, indem ich ein wenig Ordnung in meine Gedanken bringe.
Oder zumindest die Unordnung von einer Seite des Raumes auf eine andere verschiebe… ;-D

Also danke fürs Ertragen!
Und danke an Leviathan29 für den Anstoß... ;-)

Donnerstag, 19. April 2012

Inspirationen... im Leben


Ich hab noch einen zum Thema Inspirationen. Und zwar aus dem ganz realen Leben. Aus meinem Privatleben.
Ich habe nämlich eins, auch wenn ich beruflich wie privat immens viel Zeit vor dem Computer verbringe. Aber ich gehe auch da raus, wo die bösen Bäume, Autos und Menschen sind und stelle mich Gefahren wie dem Wetter, Rentnerinnen mit einem Geldbeutel voller Cents oder der Begegnung mit anderen Menschen.

Tatsächlich tue ich Letzteres sogar gerne (und beim zweiten habe ich auch des Öfteren schon mal die Nachkommastellen mit einem Euro aus meiner Tasche beglichen). Ich stehe auf Menschen. Ich bin ein totales Gesellschaftstier und komme gut in Gruppen zurecht (solange sie nicht virtuell sind) und ich beobachte und interagiere unheimlich gerne.

Für meine Schreiberei ist das nur deswegen interessant, weil ohne reale Bezüge irgendwie kein Charakter Profil hat. Deswegen und weil das Leben manchmal Überraschungen bereit hält, die einfach zu geil sind, um sie unreflektiert wieder zu vergessen.

Um zu verstehen, dass mir vielleicht einen Tick öfter solche ungewöhnlichen Dinge passieren, als Karl Couchkartoffel, muss man wissen, dass ich... eine gewisse Außenwirkung habe.
Ich will hier jetzt keine Lobeshymnen auf mich selbst anstimmen. Nach objektiven Kriterien bin ich nicht sonderlich auffällig. Kein Adonis und kein Quasimodo. Aber ich habe ein einnehmendes Wesen, wenn ich in der Stimmung bin. Und man munkelt, mein Gesicht weist sympathische Züge auf. Ansteckendes Lächeln, funkelnde Augen, die üblichen Verdächtigen, wenn Leute sich in Beschreibungen besonders hervortun wollen, ohne eine Chance zu haben, den Sixpack-Vergleich zu bestehen. Ich muss nicht weiter reden, oder...?

Jedenfalls ist es so, dass ich Gegenreaktionen erzeuge, wenn ich gutgelaunt durch die Weltgeschichte hüpfe. Und damit meine ich keine Tracht Prügel, sondern die etwas angenehmeren Dinge.
Jeder kennt das Phänomen, wie überraschend sich die Atmosphäre ins Positive verändern kann, wenn man der griesgrämigen Kassiererin bei Aldi einfach mal ein Lächeln schenkt. Bei mir ist es oftmals so, dass diese Kassiererin mich dann beim nächsten Einkauf nach kurzem Nachdenken wiedererkennt und mir zögerlich das Lächeln anbietet, dass sie für den ersten Tag ihres Jahresurlaubs oder eine Bonuszahlung reserviert hat. Ganz vorsichtig erst, aber wenn ich es erwidere erstrahlt es und plötzlich ist die Lohnsklaven-Zippe eine fast schon hübsche Frau, der man ein Jahrzehnt der Sklaverei nur noch vage ansieht.
Aber ich will nicht über Aldi-Kassiererinnen reden, obwohl die ein lohnendes Thema sein können, denn wenn du dich mit ihnen anfreundest, ist das Sortiment plötzlich nicht mehr auf den Laden beschränkt, sondern schließt das Lager mit ein. Und sie sind ebenso einfach zu erobern, wie Politessen...

Worum es mir geht ist lediglich, einen Bezugsrahmen zu schaffen. Und ob man mir nun glauben will, oder nicht: Man nehme einfach mal an, dass ich von einer theoretisch vorstellbaren Person rede.
Diese Person ist ein Denker, der alle möglichen Informationen aus seiner Umgebung aufnimmt. Jemand, der auf Details achtet. Und jemand, der selten genug die einzelnen 'Cliquen' seines Bekanntenkreises aufsucht, um dort bekannt zu sein, aber nicht zum Inventar zu gehören.
Und das ist eine Fundgrube für Zufallsbegegnungen.

Wenn ich meine Stammkneipe - eine Mittelalter-Taverne, in der auch normale Menschen willkommen sind - aufsuche, hab ich locker eine 50%-Chance auf so eine Begegnung, und damit auf eine Inspiration.
Und die besten sind die flüchtigen, weil sie Raum für fantasievolle Ausschmückungen lassen.
Ein Beispiel?

Vor einigen Wochen kam ich mit meiner Partnerin zu einer ungewöhnlich frühen Zeit dorthin - also vor Sonnenuntergang. Vor dem Eingangsbereich stand der erwachsene Sohn der Betreiber und rauchte. Aber er war nicht allein. Bei ihm stand eine Frau.
Allen weiblichen Buhrufen, die nun zu erwarten sind, zum Trotz nahm ich sie sehr genau wahr und in Augenschein, denn das hatte sie sehr wohl verdient. Sie war so hochgewachsen und schlank, dass ich normalerweise von einer Bohnenstange sprechen würde. Aber das war sie eben genau nicht.
Ich mag kleine Frauen. das ist ödipal, aber jeder darf da gerne mehr rein interpretieren. Und ich mag Frauen mit Substanz. Also wie die Models dieser Dove-Kampagne, die leider schon wieder in der Versenkung verschwunden ist. Normale Frauen halt.

Sie war mit ihren Schuhen fast so groß wie ich. Also zwischen 185 und 190 Zentimeter Frau. Bei einem geschätzten Gewicht von 60 Kilo. Wirklich, wirklich dünn mit sehr schlanken Armen und Beinen, wenig Oberweite und keinem Gramm Fett oder sichtbarer Muskelmasse irgendwo.
Nicht wirklich mein Typ, auch wenn ihre schwarzen Haare und hellgrauen Augen schon genau in meine Range fallen und sie auch ein wirklich hübsches Gesicht hatte.
Aber sie hatte etwas, dass hochgewachsene Frauen selten haben: Eine aufrechte Haltung. Und sie hatte... Stil. In den Bewegungsmustern und auch in der Ausstrahlung.
Kurz: Ich sah genauer hin.

Natürlich bemerkte sie das, zumal wir ihren Gesprächspartner als alten Freund begrüßten und ich ihr in diesem Zusammenhang zunickte. Und im Zuge dessen konnte ihr gar nicht entgehen, dass ich 'interessiert' war. Nicht einer Frau wie ihr, die sich ihrer Attraktivität bewusst ist und gemessen an ihrem Stilgefühl nicht völlig verblödet sein konnte.
Sie erwiderte meinen Blick mit leicht gesenkten Lidern. Was man so 'katzenhaften' Blick nennt. Und ich gestattete mir einen weiteren Blick auf ihre unglaublich langen Beine, die tatsächlich der absolute Hingucker waren. Mit Proportionen zum Körper, die beinahe an Barbie herankamen.

Soweit diese Begegnung, die ich nur im Kopf behalten hätte, weil ich dieses Bild mit den Beinen irgendwie faszinierend fand. Und es auch schon hier und da in Geschichten verwendet habe, weil es das einfach wert ist.
Aber die Geschichte über die Begegnung ist damit noch nicht vorbei...

Ich sah sie in den folgenden Stunden einige Male und dabei nahm ich mir sehr wohl die Zeit, sie zu betrachten. Ich bin so. Warum auch nicht?
Ich starre nicht nur auf die sekundären Geschlechtsmerkmale. Allein schon, weil ich Gesichter auch sexy finde. Aber ich schaue durchaus alles an, was mich interessiert. Besonders, wenn es sozusagen auf dem Silbertablett präsentiert wird. Und bei dieser Frau war ich mir sicher, dass sie sich nicht damit aufhalten würde so zu tun, als wolle sie nicht angesehen werden.
Sie bemerkte und erwiderte meine Blicke. Nicht so sehr abschätzend, denn mein Gesamtpaket ist schnell ersichtlich und als solches keine zweiten und dritten Blicke wert, wenn man nicht auf den robusten Typ steht. Aber mein Gesicht... Naja... das hatten wir schon und sie glaubte meinen Ausführungen offensichtlich, denn sie schien mein Gesicht interessant genug zu finden, um wieder hinzusehen.

Wirklich interessant dabei war der Funke in ihren Augen. Die Art Glitzern, die dir sagt: Ich bin interessiert. Und: Du hast Chancen.
Sichi. Oft erliegen Männer gewissen Illusionen, was die Botschaften in den Blicken von Frauen angeht, aber ob ich mich geirrt habe (was nicht der Fall ist) oder nicht (was dementsprechend der Fall ist) soll nicht der Punkt sein.

Die Geschichte endete damit, dass sie nach allgemeiner Verabschiedung zum Aufbruch gegenüber denen, die sie kannte, an meinem Tisch vorbei ging und meinen Rücken passierte. Ich hatte es aus dem Augenwinkel mitbekommen und bedauerte eigentlich nur, dass der inspirierende Anblick nun verschwinden würde. Aber wie gesagt: Es war noch nicht vorbei.
Sie blieb stehen. Nicht kurzentschlossen, als sei ihr noch etwas eingefallen. Sie blieb hinter mir stehen, weil sie genau das noch vorhatte.
Ihre Finger berührten mich an der Schulter und ich drehte mich der Aufforderung folgend um. Und sie blickte mir in die Augen, lächelte und sagte: "Machs gut."

Diesen Augenblick zu beschreiben, den ich halb im Automatikmodus mit "Du auch" beantwortete, würde Bände füllen. Und genau darum geht es ja bei Inspirationen, nicht wahr?!
Man mag mir glauben. Oder eben auch nicht. Aber in einer Geschichte, in der ich Glaubwürdigkeit und Eigenarten der Charaktere dem Leser vorgebe, weil sie meiner Imagination und Erinnerung entspringen, würde man nicht infrage stellen, was alles daraufhin passieren könnte. Zumal es ja 'nur Phantasie' ist, gell?!

Wäre ich aufgestanden, hätte mich ihr zugewandt und sie geküsst, hätte sie mitgespielt. Ich weiß das. Sie weiß das und der Rest spielt keine Rolle.
Sie war sich der Anwesenheit meiner Partnerin bewusst. Und es interessierte sie nicht. Was genau auf den Typ Frau hindeutet, der mich reizt.
Und die Vielfältigkeit der Möglichkeiten, diese eine Begegnung im Geiste zu zahlreichen Geschichten zu spinnen, ist das faszinierende und tolle an den Inspirationen aus dem wahren Leben. In dieser Hinsicht wäre es beinahe schade gewesen, auf ihre mehr als eindeutige Einladung einzugehen, weil dann aus den tausend Möglichkeiten eine einzelne Erinnerung geworden wäre. Sicherlich eine heiße, aber eben nur eine, die man abwandeln, aber letztlich nicht verändern kann, weil sie geschehen ist.

Erinnerungen sind es, die das Erfahrungsgebäude speisen, aus denen ich Glaubwürdigkeit zu schaffen versuche. Aber ungenutzte Möglichkeiten sind der Treibstoff für Geschichten, denn sie sind allesamt ungeschriebene Geschichten.


An dieser Stelle ein kleines PS von mir:
Ich bin - wie gesagt - neu beim Bloggen. Ich habe keine Ahnung, ob diese Art von Sermon jemanden interessiert. Also lasst es mich bitte wissen. Ich kann damit aufhören. Oder ich kann mehr davon schreiben.
Sagt mir, was ihr wollt... ;-D

Wie kam es zu... Submission

Ich will hie eine Frage beantworten, die mir schon so einige Male gestellt wurde. Wenn auch vor dem Hintergrund, dass die darin enthaltenen Anspielungen vor allem auf der Seite, wo die Geschichte ursprünglich erschien, eher verständlich waren, als sie es hier und jetzt sind.
Es geht um die Entstehung meiner Geschichte Submission. Und es geht um Inspiration, Muse und Musik.

Submission ist aus zahlreichen Gründen für mich etwas Besonderes. Es ist die erste Geschichte, bei der ich bewusst und klar das erlebte, was ich 'Flow' nenne. Eine Art meditativen Bewusstseinszustand, in dem ich wie ein Besessener schreibe.
Es ist die erste Geschichte, die ich auf Anhieb zu Ende gebracht habe. Was jetzt nicht nach viel klingt, aber wer meine Festplatte sehen könnte, würde Leichenberge angefangener Geschichten aus über einem Jahrzehnt sehen, die alle mal mehr und mal weniger über ihren Anfang hinaus gekommen sind un spätestens in der Mitte steckenblieben. Und das ist eine tödliche Falle für einen Schreiber.

Submission ist eine Geschichte, die einen realen Bezug hat. Nicht Hintergrund, wohlgemerkt. Nur Bezug.
Ich schrieb sie für jemanden. Und das war wohl auch der Grund, weswegen sie mir letztlich so schnell gelungen ist. Aber es hat eben auch gewisse Blockaden gelöst und mich einen großen Schritt nach vorne machen lassen, was meine Arbeitsweise angeht.
Ich schrieb diese Geschichte für jemanden, mit dem ich in intensivem Kontakt stand und mit dem ich Gedankenspiele spielte. Mit einem der wenigen Sexualpartner meines Gehirns auf dieser Welt. Und ich nahm Bezug auf zahlreiche Dinge, über die wir gesprochen hatten und die wir voneinander wussten.
Ich weiß, dass diese Dinge wahrgenommen und geschätzt wurden und ich werde hier nicht weiter ins Detail gehen, aber es gehört eben zu Geschichte dazu zu wissen, dass ich vielschichtige Andeutungen und Fäden miteinander verknüpft habe.

Zu einer vagen Idee - mehr dem Gefühl, eine Geschichte voller Andeutungen und Bezüge schreiben zu wollen, als einem konkreten Plot - kam an einem Samstagabend nach erneuten 'Sex für mein Hirn' die zufällige Auswahl eines Liedes in meinem Winamp-Player: Bring Me To Life von Evanescence.
Das Lied passte inhaltlich so perfekt zu dem, was ich vage im Kopf hatte, dass ich gar nicht mehr groß überlegen musste. Ich setze mich hin und fing an zu schreiben. Und irgendwo zwischen neun und zwölf Stunden später war die Geschichte fertig. Ihr fehlten nur noch einige Details in der Sexszene, mit denen ich mich besonders damals noch immer etwas schwerer tat.

Immer, wenn ich daran denke, lasse ich mir das auf der Zunge zergehen, denn es ist die beste Beschreibung für den 'Flow' die ich geben kann: Ich setzte mich hin und war einfach inspiriert. Und ich schrieb eien Geschichte, von der ich beim ersten Satz nicht wusste, wohin sie gehen würde. Aber sie brachte sich selbst zu Ende. Und sie war dann auch wirklich fertig.
Kein vielversprechender Ansatz. Keine komplexe Idee, die niemals vollbracht wird, sondern ein fertiges Werk, dem nur noch die Überarbeitung fehlte.
Das war in gewisser Weise wie Sex. Wie eine BDSM-Session der Extraklasse. Know what I mean?

De Leute, die davon wissen, schütteln immer mit dem Kopf, wenn sie mitbekommen, dass ich ein Lied immer und immer wieder hören kann. Aber ohne eine dauerhafte und ununterbrochene Wiederholung von Bring Me To Life wäre die Geschichte nicht das geworden, was sie ist. Ebenso wenig wie ohne die Person, die den Anstoß gab.
Aber das Wichtigste war letztlich der 'Flow', den ich mittlerweile beinahe herbeiführen kann, wenn ich in der richtigen Stimmung bin. Und dann entstehen meistens ganze Geschichten in einem Stück.

Für diejenigen, die verständlicherweise hier und da auf Fortsetzungen hoffen: Schmeißt die Flinte jetzt nicht in Korn. Ich habe bereits gelernt und werde in Zukunft noch weiter lernen Angefangenes fortzuführen. Ich werde immer besser darin. Und es macht mir auch gehörigen Spaß.
Man kann schließlich kein Buch (oder eine Geschichte wie Junge Liebe) in einem Rutsch schreiben. Irgendwann muss man schlafen und so.
Vielleicht werden aus einigen der Leichen auf meiner Platte irgendwann sogar Untote oder sogar frische, lebendige Geschichten. Mein Vorteil ist immerhin, dass ich Geschichten fast immer am Anfang beginne. Das hilft bei der Fortsetzung.

Aber das, was im Flow als in sich abgeschlossenes Werk entsteht, ist dennoch etwas Besonderes. Es ist das, was letztlich am meisten Spaß macht und einen danach mit dem Gefühl zurücklässt, etwas erschaffen zu haben. Gut oder schlecht mal dahingestellt.
Es ist das, was meine Schreibsucht füttert... ;-D

Inspirationen...in Bildern

Forbidden by Victor Garduno
www.victorgarduno.com

Es gibt viele Dinge, die eine inspirierende Wirkung auf mich haben. In diesem Post einen der Bereiche gehen: Bilder. Und zwar speziell ein Bild, dass mich zwar nicht zu einer speziellen Geschichte inspiriert hat, mich aber schon... uh... ungefähr so lange begleitet, wie es existiert. Oder so.
Ich kann nicht mehr genau sagen, wann ich über Victor Garduno gestolpert bin. Aber es war auf einer Seite mit Bildern, die es heute nicht mehr gibt. Und irgendwie haben seine Bilder mich geflasht.
Er malt bekannte und weniger bekannte Models. In diesem Fall Veronika Zemanova. Und irgendwie macht er was mit den Portraits... Etwas, dass mich anspricht. Nicht immer, aber doch oft.
Ich bin froh, dass er nach langjähriger Pause mittlerweile wieder aktiver ist!

Dieses Bild hat es mir irgendwie besonders angetan. Und das liegt nicht an diesen Sepia-artigen Tönen. Es ist schon so lange mein Desktophintergrund, dass meine Partnerin nicht einmal mehr eifersüchtig ist... ;-D
Nein. Zu ihrer Verteidigung: Das war sie nie. Sie weiß schon, wie sie meine Aufmerksamkeit von gemalten Brüsten ablenkt...

Das Bild beruhigt mich und wenn ich in diese gemalten Augen schaue, dann denke ich mir ausnahmsweise mal nicht solche Dinge wie 'gut gemalt' oder 'die Farbe gefällt mir', sondern ich fange an zu träumen. Meine Gedanken lösen sich von was auch immer ich gerade tue und schweifen völlig ab..Ziellos und ohne besonderes Thema.
Für jemanden, der sein Gehirn nicht ausschalten kann und immer zum Denken verdammt ist, ist das unbezahlbar. Vermutlich mag ich dieses Bild deswegen so gerne.

Von mir also: Many thanks to you, Victor. You did one thing in this picture, even Royo didn't quite get: You captured a soul to see in those eyes.