Kojotenhöhle

Was dich hier erwartet, ist nicht der Versuch, irgendetwas zu umschreiben. Ich nenne die Dinge durchaus beim Namen, auch wenn ich versuche, das niveauvoll zu tun. Und ich versuche außerdem, Geschichten zu erzählen, in denen der Sex ein Teil des Ganzen ist und nicht der einzige Teil. Man findet hier wohl auch Grenzwertiges für manche Geschmäcker. Ob man es als BDSM-artig oder als abartig empfindet, liegt dabei ganz im Auge des Betrachters.

Wenn es dir gefällt, lass es mich wissen. Wenn es dir nicht gefällt, gerne auch. Hinterlass mir einen Kommentar oder schreib es mir per Mail an Mike.Stone bei gmx.net .

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Freitag, 6. Juli 2012

Heldenverehrung


kinda… sorta…
(oder: Huh? Wtf?!)

Heute ist ein interessanter Tag, denn er fing an mit einem zufällig laufenden Fernseher, in dem wiederum zufällig eine Reportage über Michael Jackson lief.
Und da ich schon im Halbschlaf ein wahnsinnig kritischer Mensch bin, hat mich die völlig einseitige Darstellung dieser Ikone mächtig genervt. Aber sie hat mich auch zum Nachdenken gebracht.

Und dann bekomme ich heute eine E-Mail, die in gewisser Hinsicht in genau dieses Horn stößt. Wenn auch auf eine völlig andere Weise und in einem völlig anderen Bereich.
Ich bin nicht mal sicher, ob außer mir noch jemand diesen thematischen Bogenschlag hinbekommt… Mal sehen.

Ich bekomme also eine Mail zu meiner Geschichte ‚Junge Liebe Teil 08‘.
Und es ist eine Fanmail… Ahem… kinda…
Darin steht auszugsweise und nun von mir in meinen Worten wiedergegeben, wie toll meine Geschichte doch sei. Vor allem Nadia (die Protagonistin) wäre eine tolle Frau. Der Tram jedes Mannes.
Bis hierhin alles paletti. Ich habe also einen Charakter kreiert, der auf jemanden ansprechend wirkt. Kewl!

Aber was nun gar nicht ginge, wäre der Anfang des neuesten Teils. Die Sache auf der Toilette.
(Für Leute, die meine Geschichte nicht kennen: Das junge Paar befindet sich zum ersten Mal gemeinsam im Bad und sie benutzt ganz ungeniert die Toilette. Dann kommt es zu ganz zaghaften Berührungen mit gewissen Flüssigkeiten und mehr ist eigentlich nicht. Mir ging es in der Szene zum einen um Intimität und zu anderen um die alte Frage: Klobesuch zusammen vor Zeugen oder nur hinter geschlossener Tür.)
Zu diesem Teil der Aussage denke ich mir: Nuja… Gefällt halt nicht jedem. Anyway…

Was dann kommt, befand sich wirklich nicht auf meinem Radarschirm. Es macht mich sprachlos:
Nadia würde so etwas nicht tun!
Whutt?!
Wie jetzt?
Es ist mir ja nicht neu, dass manche Protagonisten ein Eigenleben entwickeln. Und insbesondere Nadia, das kleine Biest, ist da ganz vorne mit dabei.
Aber das die sich neuerdings bei Facebook anmelden, sich Freunde suchen und sich bei denen auskotzen oder sich heimlich aus der Datei schleichen und irgendwo eine Kneipe aufsuchen, um sich auszuheulen, das ist mir neu.
Diese Bitch! Die leg ich übers Knie. Aber sowas von…!

Ne..
Mal ernsthaft, Leudde…
Ich verstehe, dass gewisse Figuren durch die Art, wie sie dargestellt werden, einen bestimmten Eindruck erwecken. Und dass man mit der Zeit das Gefühl entwickeln kann, man würde die ‚Person‘ kennen.
Egal ob sie nun ein ‚realer‘ Star oder ein Charakter in einer Geschichte ist.
(Na? Na? Bogenschlag zu Jacko erkannt?? ;-D )

Aber… Leuteee… Args…
Echt jetzt…
Nein.
Lest es von meinen Lippen ab: N-e-i-n
Eh-eh *kopfschüttel*

Eine Figur, die euch präsentiert wird, ist ein zweidimensionales Bild. Ihr erfüllt es mit Leben und der Erschaffer gibt euch mehr oder weniger Eckpunkte dafür an die Hand. Es passiert aber nur in eurem Kopf.
Jacko war nicht perfekt. Charakter X aus GZSZ ist keine persönliche Freundin von euch. Und Nadia aus meiner Geschichte handelt, wie ich es ihr vorgebe.
Ob und inwiefern sie am Ende - also nachdem die ganze Geschichte erzählt wurde - oder auch an einem beliebigen Punkt mittendrin als glaubwürdige Person erscheint, ist eine der essentiellen Fragen jedes Autors an seine Leser.

Aber was für eine Person es ist, wird von diesem Autor festgelegt und von den Lesern interpretiert. Es wird nicht durch das Feedback bestimmt. Jedenfalls nicht bei mir.
Und Drohungen werden mich nicht dazu bewegen, irgendwelche Verhaltensmuster umzustellen oder gar etwas zurückzunehmen.
Hier noch einmal. Lest es von meinen Lippen ab: N-e-i-n

Wenn sich ein Charakter in eine Richtung entwickelt, die irgendwem missfällt, dann ist das bedauerlich und möglicherweise auch ein Grund, die Geschichte beiseitezulegen.
Aber bitte, Leute…
Löst euch von der Vorstellung, ihr würdet ein Bestimmungsrecht über die Verhaltensweisen eurer Idole haben.
Niemand sollte das haben. Das ist Sklaverei. Und nur weil sich die Imageberater mancher Stars darum bemühen, es einer Zielgruppe besonders recht zu machen, ist das noch lange nicht die Wahrheit. Oder auch nur gesund.

Es macht im Gegenteil die betreffenden Personen, die diese Idole verkörpern müssen, kaputt.
Sie dürfen nicht mehr sie selbst sein. Sie müssen dauerhaft eine Maske tragen, um den Erwartungen gerecht zu werden. Und daran zerbrechen nicht gerade wenige.
Einem fiktiven Charakter wie Nadia tut es nicht weh, aber das Muster ist das Gleiche wie bei einem Jacko oder einem beliebigen anderen Idol. Und es ist letztlich weder für den Fan noch für den Star von Nutzen.

Lasst euch drauf ein, wie die Menschen wirklich sind, und öffnet eure Augen dafür. Erwartet nicht, sondern beobachtet und lernt damit umzugehen.
Auch und insbesondere mit dem, was euch nicht passt.
Andernfalls werdet ihr beispielsweise nie eine glückliche Beziehung führen, weil ihr immer Ansprüche an euren Partner stellen werdet, die dieser gar nicht erfüllen kann.

Und noch eines:
Hört auf, diese Dinge so ernst zu nehmen!
Ein Charakter in einer Geschichte als Grund für eine Prügelei…?
C’mon…
Seriously…?
You aren’t fucking kidding me?

Denkt vielleicht mal drüber nach, liebe Mitleser.

Und an meinen Mailschreiber: Mehr Antworten auf deine Mail habe ich eigentlich nicht. Aber einen Tipp noch: Wenn sich in einer Mail mehr Ausrufezeichen als Buchstaben befinden, hast du entweder bei dem einen übertrieben oder bei dem anderen untertrieben.
Ich schwör!!!! !! !!!