Kojotenhöhle

Was dich hier erwartet, ist nicht der Versuch, irgendetwas zu umschreiben. Ich nenne die Dinge durchaus beim Namen, auch wenn ich versuche, das niveauvoll zu tun. Und ich versuche außerdem, Geschichten zu erzählen, in denen der Sex ein Teil des Ganzen ist und nicht der einzige Teil. Man findet hier wohl auch Grenzwertiges für manche Geschmäcker. Ob man es als BDSM-artig oder als abartig empfindet, liegt dabei ganz im Auge des Betrachters.

Wenn es dir gefällt, lass es mich wissen. Wenn es dir nicht gefällt, gerne auch. Hinterlass mir einen Kommentar oder schreib es mir per Mail an Mike.Stone bei gmx.net .

Posts mit dem Label Hausmädchen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hausmädchen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 18. April 2015

Soulmates - Teil 07

Soulmates
Eine Westside-Story - irgendwie...
© 2012-2015 Coyote/Kojote/Mike Stone


*****


*****


VII. - Madhouse

Trapped, in this nightmare,
I wish I'd wake,
As my whole life begins to shake.
Four walls, surround me,
An empty gaze.
I can't find my way out of this maze.

Anthrax - Madhouse (1985)

Als ich aufwachte, stand Estella neben meinem Bett und sagte sanft meinen Namen.
Sie trug wieder ihr Kleidchen. Oder ein anderes, das völlig identisch war. Und sie sah absolut untadelig aus. Was den Schluss nahelegte, dass sie zwischenzeitlich noch einmal duschen war. Oder sich zumindest frisch gemacht hatte.

„Die Señora lässt fragen, ob du dich gut genug fühlst, dich zum Abendessen nach unten zu begeben“, verkündete sie, nachdem offensichtlich war, dass ich nicht mehr schlief.

Abendessen? Fuck, hatte ich etwa den kompletten Tag verschlafen? Es fühlte sich zwar ganz und gar nicht so an - insgesamt signalisierte mein Körper mir eher eine Nacht überstandener Folter - aber offenbar war es doch mehr als ein kurzes Nickerchen nach dem Sex gewesen.
Oh… Oh fuck, der Sex. Verflucht, den Sex, den ich mit dem Hausmädchen der Frau gehabt hatte, in die ich verknallt war, hatte ich gnädigerweise verdrängt. Aber glücklicherweise war auf mein Hirn Verlass, was die Auffrischung unliebsamer Erinnerungen anging.
Seufzend sah ich Estella dabei zu, wie sie mich angrinste und sich dann ihr Kleidchen im Rücken öffnete, um es an ihrem wieder einmal reichlich nackten Körper hinabgleiten zu lassen. Irgendwie schien sie nur diese Halterlosen in ihrer Unterwäscheschublade zu haben. Aber… ähm… wieso genau tat sie das eigentlich gerade?

„Außerdem lässt sie ganz inoffiziell anfragen, ob du so lieb sein könntest, ihr vor aufgestauter Geilheit fast nutzloses Hausflittchen kurz zu beglücken“, säuselte sie vergnügt. „Das Miststück ist kaum zu gebrauchen, so überdreht ist es. Ihre Worte, nicht meine…“

Irgendwie war ich bereit, daran Zweifel anzumelden. Ihr Gesicht sah mir doch schalkhaft genug aus, dass diese Idee komplett auf ihrem Mist gewachsen sein mochte. Wobei andererseits so eine Aufforderung perfekt zu dieser abgefuckten, anderen Seite von Helen passte, dich ich jüngst kennen lernen musste.
Noch nicht ganz beisammen und reichlich groggy, war es mir irgendwie unmöglich etwas Sinnvolles vorzubringen, als sie sich über meinen Kopf kniete. Zugegebenermaßen war ziemlich offensichtlich, dass sie wirklich sehr erregt war. Die Nässe auf ihren Innenoberschenkeln reichte bis zu den Strumpfbändern und ihre Schamlippen waren heftig geschwollen.
Mit dem nagenden Gefühl im Hinterkopf, ich sollte mich eigentlich nicht darauf einlassen, unternahm ich doch nichts, als sie ihre Pussy meinem Mund entgegensenkte. Wenigstens erwartete sie nicht von mir, sie wieder zu ficken…

Was ich tat, war extrem uninspiriert und ziemlich mechanisch. Im Grunde war ich an Estella nicht interessiert, auch wenn sie mir wenig Gründe lieferte, sie nicht zu mögen. Aber das war ehrlich gesagt kein Hindernis. Ich hatte sehr viel intensiveren Sex mit Frauen gehabt, die ich wesentlich weniger sympathisch fand. Vor allem in den vergangenen Monaten.
Meinem Körper war es offenbar auch reichlich egal, ob ich nun auf sie als Person stand. Ihre Geilheit hatte eine durchaus erregende Qualität und auf einer eher instinktiven Ebene machte mich die unverkennbare Begeisterung, der sie lautstark Ausdruck verlieh, sogar ein klein wenig stolz auf meine halbherzige Leistung.
Jedenfalls bis sich mein Kopf endlich klärte. Was ungefähr mit ihrem ziemlich feuchten Orgasmus zusammenfiel. Ich war bereits gedanklich auf der richtigen Spur, als sie von mir abstieg, aber sie war so freundlich, mir dennoch auf die Sprünge zu helfen.

„Denk bitte nicht, ich würde das nur machen, um die Señora zu überzeugen“, sagte sie leise. „Du bist wirklich unglaublich. Ich spiele das nicht. Ich… übertreibe nur ein wenig, damit sie es auch wirklich mitbekommt.“

Ich gab keine Antwort darauf. Ich starrte sie nur reichlich fassungslos an. Und natürlich lieferte sie keine weitere Erklärung. Das war in diesem Haus ja verpönt.

„Beeil dich lieber“, schlug sie vor, während sie wieder in ihr Kleidchen schlüpfte. „Sie warten schon auf dich.“

Während die Latina daraufhin das Zimmer verließ, wurde mir bewusst, wer ‚sie‘ genau waren. Da war ja nicht nur Helen, zu deren Beruhigung dieses ‚Penner fickt Hausmädchen‘ Spiel gespielt wurde, sondern auch noch Jo, die ohne jede Spur eines Zweifels nicht weniger von allem mitbekommen hatte, als ihre Mutter.
Was würde sie über diese Sache denken? Würde sie es verstehen? Würde sie mir eine Chance geben, es zu erklären? Würde sie mir gleich die Augen auskratzen oder damit warten, bis wir unter uns waren?
‚So stolz, dass es fast schon als Geisteskrankheit durchgeht‘, hatte sie gesagt. Gott, ich stecke in Schwierigkeiten! Und ich hatte sie verdammt noch mal auch verdient!

So schnell ich konnte, zog ich mich an und machte mich ganz oberflächlich frisch, damit ich nicht für weitere Verzögerungen sorgte. Ich hatte es zugegebenermaßen nicht eilig, mich Jo zu stellen, aber gleichzeitig wollte ich auch so schnell wie möglich die Gelegenheit haben, ihr irgendwie zu signalisieren, dass die Dinge anders lagen, als es den Anschein machte.
Oh… Yay! Ich wollte ihr sagen, dass es nicht so war, wie es aussah. Wann hatte das wohl jemals funktioniert? Und war es eigentlich die Wahrheit?
Immerhin fickte ich Estella und das war genau das, wonach es aussah. Die Gründe dafür waren wohl ziemlich egal. Aber warum sagte mir irgendein inneres Stimmchen, dass ich das Richtige tat, während mein Gewissen mich anbrüllte, was für ein Schwein ich sei?

Nicht gerade hoch erhobenen Hauptes schlich ich die Treppe hinunter. Ich schaffte es allerdings, mich geradezumachen, bevor ich die Höhle der Löwinnen betrat. So oder so hatte ich meine Entscheidung schon während des Frühstücks getroffen und jetzt musste ich mich den Konsequenzen stellen.
Trotz aller zusammengerafften Entschlossenheit wäre ich allerdings beinahe mitten im Schritt stehengeblieben und hätte vielleicht auch hörbar geschluckt, als sich drei Augenpaare auf mich einschossen, kaum dass ich den Raum betreten hatte.

Estella war dabei noch die harmloseste Betrachterin. Sie hielt nur kurz inne und fuhr dann in sich hinein lächelnd damit fort, das Essen aufzutragen. Nur am Rande nahm ich wahr, dass sie unübersehbar gelöst wirkte. Entweder reichlich selbstzufrieden oder… tiefenbefriedigt, was mir ehrlich gesagt nicht so wahrscheinlich vorkam.
An zweiter Stelle nahm ich Helens Blick wahr, denn dem dritten Augenpaar wich ich sicherlich nicht völlig unabsichtlich noch aus. Ob es allerdings besser war, die Hausherrin anzusehen und sich zu fragen, ob sie mich gerade als Kakerlake oder potenziellen Vibrator betrachtete, war auch nicht mal eben so zu beantworten.

Ihre Augen waren beinahe halbgeschlossen und ihr Blick war prüfend wie immer - oder fast immer. Ihre Miene war nicht zu deuten, was mich nicht weiter wunderte. Aber immerhin hatte ich nicht sofort das Gefühl, von einem Scharfschützen ins Visier genommen worden zu sein und das kannte ich auch schon anders. Das… war doch schon mal was, oder?
Leider setzte das aber auch die zweite Möglichkeit auf den oberen Listenplatz, wo ich gerade auf ihrer persönlichen Skala eingeordnet wurde. Und sie unterstrich das - vermutlich nicht unabsichtlich - indem sie kurz zu meiner Körpermitte blickte.
Mehr nicht. Kein Lippenbefeuchten, kein Lächeln und keine anderen, mädchenhaften Gesten, zu denen sie zweifelsfrei fähig war. Nur dieser fast schon klinische Prüfblick, der mir irgendwie das Gefühl vermittelte, sie könne gleich zum Handy greifen und ihren Arzt anrufen, um zu erfragen, wie sich ein Schwanz am besten von einem eher nutzlosen Körper abtrennen ließe. Falls sie das nicht auf der Schule für schwerreiche Psychomütter so oder so gelernt hatte…

Fast war ich froh, mich der Dritten im Bunde zuwenden zu können. Fast…
Natürlich gab es im Grunde nichts, was ich lieber tat, als Jo anzusehen. Im Gegensatz zu ihrer Mutter hatte ihre Schönheit keinen fauligen Beigeschmack. Ihre Augen hatten allerdings ihre ganz eigene Schneide, wie sie mir blitzschnell wieder in Erinnerung rief.
Ich konnte nicht verhindern, dass ich sie schuldbewusst anblickte, obwohl sie sich im ersten Moment nicht anmerken ließ, was sie über das dachte, was sie vor Kurzem mit anhören musste. Tatsächlich war ihre Miene völlig neutral und sie wirkte auch wirklich nicht angespannt. Es gab keine Anzeichen dafür, dass sie sauer auf mich war.

Bis zu dem Zeitpunkt, als unsere Blicke sich trafen, jedenfalls. Als sie den Ausdruck meiner Augen erfasst hatte, verengten sich ihre eigenen - warnend? - und etwas an ihrer Haltung veränderte sich. Eigentlich unmerklich, aber es kühlte die Raumtemperatur um zehn oder fünfzehn Grad herunter.
Bevor sie sich abwandte, war da dieser Ausdruck, der durch ihren Blick huschte. Er ließ mich ihre rasiermesserscharfen Krallen hören, wie sie Rillen in eine Glasscheibe schnitzten.
Nicht - gut!

„Schön, dass du es einrichten konntest“, begrüßte mich Helen.
„Sorry wegen der Warterei“, murmelte ich und musste mich nicht bemühen, Verlegenheit vorzutäuschen, weil die echt war. „Irgendwie scheine ich müder gewesen zu sein, als ich dachte. Ich habe geschlafen wie ein Stein.“
„Und die anderen Gründe für die Verzögerung sind uns ja zu Ohren gekommen“, gab sie völlig ungeniert zurück.
Jo schnaubte abfällig.

„Missbilligung, Liebes?“, fragte Helen sofort, und als sich ihr Blick auf ihre Tochter richtete, waren die Suchscheinwerfer auf volle Kraft gestellt. „Oder gönnst du deinem Klassenkameraden seinen Spaß nicht?“
„Hör auf ins Blaue zu schießen, Mutter“, brummte Jo ganz gelassen, wenn auch mit einem leicht genervten Unterton. „Ich mag ihn, aber es nervt ziemlich, dass er dauernd mit seinem Schwanz denken muss.“
„So sind die Jungs eben“, erwiderte Helen fast schon mütterlich.
„Wenn du das so natürlich findest, kannst du ja oben schlafen und ich kriege dein Bett weit weg von dem Gejaule.“

Ich verfolgte den Austausch mit reichlich großen Augen. Es klang alles ganz harmlos, aber es gab da all diese Anzeichen dafür, dass sich zwei wütende Raubkatzen belauerten, die einfach nicht zum lockeren Ton passten.

„Hast du gehört, Matt?“, wandte sich Helen an mich. „Meine Tochter fürchtet um ihren Schlaf. Könntest du… dich etwas leiser gebärden?“
„Ich bin mir ziemlich sicher, dass man von mir keinen Mucks gehört hat“, gab ich zurück.

Ja, es kam perfekt aus mir raus und es half mir sogar dabei, einen Teil meiner Befangenheit abzuschütteln. Diese Rolle des unanständigen Gossenpunks war mir in der Zeit auf der Schule so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie mir irgendwie Halt gab.
Erstaunlicherweise schien das eine Schwachstelle der ansonsten so unerschütterlichen Gottesanbeterin zu sein. Das war nun schon das zweite Mal, dass ich sie mit dieser Attitüde für einen Augenblick sprachlos machte. Diesmal lächelte sie sogar beinahe und musste sich ein verblüfftes Kopfschütteln verkneifen.
Ich schien mit dieser Rolle irgendwie ihren Erwartungen zu widersprechen, ohne dabei unglaubwürdig zu wirken. Und was sie aus dem Konzept brachte, mochte sich durchaus als überlebensnotwendig erweisen, also merkte ich mir das diesmal ganz genau.

„Gehört, Stella?“, fragte Jo. „Halt dich mal mehr zurück, sonst besorge ich ihm einen Knebel für dich.“
„I-ich kann nichts dafür, Señorita. Er ist… gut.“
„Das höre ich nicht zum ersten Mal“, sagte Helen ganz beiläufig. „Es scheint ja wirklich was dran zu sein…“
Wieder schnaubte Jo nur abfällig.
„Hast du andere Erfahrungen gemacht, Liebes?“
„Reichlich“, bestätigte Jo.

Allem Anschein nach fiel nicht nur mir alles aus dem Gesicht bei diesem einen Wörtchen. Während mein Herz stehenblieb und ich mich schon der Frage zuwenden wollte, was auf meinem Grabstein stehen würde, starrte Helen ihre Tochter halb verwirrt, halb fassungslos an.
Glücklicherweise schenkte sie mir für den Augenblick keinerlei Aufmerksamkeit, denn ich brauchte eine Weile, bevor ich meine eigene Miene wieder unter Kontrolle hatte.

„Du dachtest nicht wirklich, ich würde in Frankreich leben und zur Schule gehen und keine Pariser ausprobieren“, kanzelte Jo ihre Mutter ziemlich kalt ab.
„Pariser?“
„Männer aus Paris? Du weißt schon, die Hauptstadt von Frankreich. Die Stadt der Liebe… Und der ziemlich begabten Liebhaber…“
„Jaqueline Ophelia!“
„Ich wage zu bezweifeln, dass irgendwelche Amerikaner da mithalten können“, philosophierte Jo ungerührt. „Ich wette, deine süße, kleine Melody ist inzwischen voll und ganz auf den Geschmack gekommen.“
„Melody ist ein anständiges Mädchen!“, empörte sich Helen.
„Uh-huh. Und mein Arsch ist noch Jungfrau…“

Ich nutzte den Schlagabtausch zwischen Mutter und Tochter, bei dem Helen nach meinem Empfinden sehr seltsame Verhaltensmuster an den Tag legte, um mich unbemerkt zu setzen. Den Schluck, den ich gerade aus meinem Glas genommen hatte, als Jo ihre letzte Breitseite abfeuerte, verteilte ich nur unter größten Mühen nicht über den gesamten Tisch.
Das hatte sie jetzt nicht wirklich gesagt, oder? Und… meinte sie es auch wirklich so? Nicht, dass es mich etwas angegangen wäre, aber…

Ich wäre der Frage vielleicht im Stillen noch weiter nachgegangen, aber Helen wandte sich mir zu und sah mich an, als würde sie Unterstützung von mir erwarten. Von… mir. In einem Streit mit ihrer Tochter über den Anstand ihrer anderen Tochter - wozu ich unglücklicherweise eine Menge zu sagen gehabt hätte…

„Was soll er jetzt dazu sagen?“, rettete mich Jo aus der brenzligen Situation und ließ mich auch gleich den Preis für ihre Unterstützung zahlen. „Nach allem was ich gehört habe, besteht sein unwiderstehlicher Charme größtenteils darin, dass er sein Ding ziemlich rücksichtslos in jedes verfügbare Loch steckt. Und so tief wird sie wohl kaum gefallen sein…“

Autsch! Das tat weh und ich zeigte ihr auch mit einem überraschten Seitenblick, dass ich es gar nicht witzig fand, sie nun auch auf diesen Zug aufspringen zu sehen. Es brachte mich vielleicht aus der Schusslinie, aber wenn ich von einer Person nichts darüber hören wollte, wie viel tiefer als irgendwer ich stand, dann war das Jo.
Der kühle Blick, mit dem sie mir begegnete, sagte mir allerdings so einiges darüber, wofür das in Wahrheit die Retourkutsche war. Ganz offensichtlich nahm sie die Sache mit mir und Estella nicht einmal ansatzweise so locker, wie es zunächst den Anschein gemacht hatte…

„Ein Jammer“, setzte sie auch gleich nach. „Er ist intelligent und witzig, aber sobald er eine Chance auf einen Fick wittert, setzt wohl etwas bei ihm aus.“
„Er ist übrigens anwesend“, brummte ich missmutig.
„Bist du ganz sicher, dass du ihn leiden kannst?“, erkundigte sich Helen leicht verblüfft.
„Er versteht was von Autos“, antwortete sie, als würde das alles erklären. „Oh, Jake hat sich übrigens nach dir erkundigt.“

„Jake?“, hakte Helen neugierig nach.
„Ein Lehrer“, meinte Jo nur und wandte sich dann mir zu. „Ich habe ihm gesagt, dass er sich keine Sorgen machen muss. Aber falls du jetzt bei Stella einziehen und die Schule schmeißen willst, muss ich das wohl zurücknehmen.“
„Ich will sie nicht heiraten, sondern ficken“, grollte ich.

Mein Unmut war nicht gespielt, auch wenn er zu meiner Rolle passte. Ebenso wie die Art, auf die ich dem Hausmädchen unter ihr Kleidchen griff, als sie sich neben mich stellte und meinen Teller füllte. Dieses Spiel konnten auch zwei spielen, egal wie kindisch das war.
Dass die Latina mir ganz und gar breitwillig ihre Schenkel ein wenig öffnete, hätte mich wohl nicht überraschen sollen. Und sie feucht und mehr als nur bereit vorzufinden, ebenso wenig. Was auch immer ihre Rolle in diesem ganzen Drama war, sie war sich offenbar nicht zu schade, möglichst viel Nutzen daraus zu ziehen.

Während des Essens, bei dem Estella erstaunlicherweise mit am Tisch saß - irgendwie hatte ich das nicht erwartet - fing ich mir immer wieder Spitzen von Jo ein, die auf meine hyperaktive Libido abzielten. Sie schaffte es, selbst den oberflächlichen Smalltalk über Dinge wie den Schulstoff zu Steilvorlagen umzuwandeln.
Helen schien sich darüber durchaus zu amüsieren und tat nichts, um ihre Tochter zu bremsen und ich fing an mich zu fragen, ob ich überhaupt noch auf eine Chance hoffen durfte, ein klärendes Gespräch mit ihr zu führen. Irgendwie schienen mir meine Chancen darauf mehr und mehr zu schwinden.
Schließlich hätte sie auch ganz normal mit mir sprechen können. Helen schien keineswegs mehr misstrauisch wegen irgendwelcher Dinge, die uns beide betrafen.

Dem äußeren Anschein nach war ich bei dieser Mahlzeit der Einzige, der angespannt blieb. Helen war beherrscht wie immer, Estella war still und schien mit der Situation recht zufrieden und Jo… Jo war augenscheinlich gelassen und bedachte einen Schulfreund mit Sticheleien.
Ich wollte es gerne als Show sehen, die für ihre Mutter gespielt wurde. Ich wollte gerne glauben, dass sie im Grunde anders dachte, aber es fühlte sich sehr, sehr authentisch an. Selbst als Anwesender mit etwas zusätzlichem Hintergrundwissen konnte ich kaum vermeiden, dass sich mir ein bestimmter Eindruck aufdrängte.
Es schien, als würde hier ein mehr oder minder guter Freund der Tochter des Hauses am Abendessen teilnehmen, der zufälligerweise etwas mit dem Hausmädchen angefangen hatte. Mehr schwang da einfach zu keiner Zeit mit.

Auch nicht, als Helen einen Anruf beantwortete und kurz den Raum verließ, um zu telefonieren. Egal wie sehr ich versuchte, mit ihr Blickkontakt herzustellen und wenigstens eine kurze Verständigung zu erreichen, sie ging nicht darauf ein. Und Estella verhielt sich auch die ganze Zeit über ihrer Rolle in diesem Spiel entsprechend. Inklusive reichlich häufiger, kurzer Ausflüge ihrer Hand in meinen Schoß.
Hätte ich es nicht besser gewusst… Aber… Wusste ich es denn besser? Trotz der Erlebnisse mit Jo war ich mir da ganz einfach nicht mehr sicher. Sie spielte ihre Rolle so perfekt überzeugend, dass ich langsam anfing zu verzweifeln.
Ich musste ein klärendes Gespräch mit ihr führen. Fernab von lauschenden Ohren. Als sie nach dem Essen zuerst aufstand und ich sie nach Verlassen des Raumes kurz durch die großen Fenster im Garten zu sehen glaubte, musste ich die Gelegenheit einfach ergreifen. Mit der Ausrede, rauchen gehen zu wollen, entfloh ich der Gesellschaft der anderen beiden Gottesanbeterinnen.

Suchend durchstreifte ich den Garten, bis ich in der Ferne einen Lichtpunkt aufglühen sah. Kurz und orange-rot. Wie eine Zigarettenspitze.
Meine Hoffnung, dass es Jo wäre, erfüllte sich. Meine andere Hoffnung, dass sie mir weit hinten im Garten fern des Hauses anders gegenübertreten würde, nicht… Ihr Gesichtsausdruck war unverändert desinteressiert und ihr Blick weiterhin reserviert, wenn nicht sogar kühl.

„Wir sollten reden…“, sagte ich unsicher, als sie mich nur anstarrte und keinen Ton sagte.
„Willst du mir etwas beichten?“, fragte sie fast schon höhnisch.
„Muss ich das?“, fragte ich, einem leichten Zorn nachgebend.
Aber ich hatte mich schnell wieder im Griff. Noch bevor sie ihre leicht gehobene Augenbraue in Worte übergehen lassen konnte, fuhr ich schon fort.
„Ja, verdammt… Ich muss. Ich weiß nur nicht, wo ich anfangen soll.“

„Du musst mir gar nichts beichten“, berichtigte sie mich kühl. „Beichten langweilen mich. Und ich weiß sowieso schon alles, was ich wissen muss.“
Das ließ mich nach Luft schnappen. So knallhart und abweisend erwartete ich zwar dauernd ihre Mutter, aber nicht Jo.
„Aber… Ich dachte…“, stammelte ich, zugegebenermaßen durchaus verletzt.
„Dann hast du dich geirrt“, unterbrach sie. „Und ich mich wohl auch…“

Sie stieß sich von der Mauer ab, an der sie lehnte, und setzte sich in Bewegung. Ihre Miene war völlig undeutbar. Nur ihre Augen funkelten - wie ich annahm vor Wut.
Sie kam nicht auf mich zu, sondern steuerte in Richtung des Hauses. Das war irgendwie eindeutig. Ich stand nur zufällig im Weg. Und sie schien von mir zu erwarten, dass ich ihr Platz machte.
Noch ein wenig irritiert und mit der Frage beschäftigt, was hier eigentlich schief lief, tat ich das allerdings nicht sofort. Also musste sie um mich herumgehen oder vor mir stehen bleiben. Sie entschied sich für Letzteres und funkelte mich von unten herauf provozierend an.

„Jo…“, versuchte ich noch einmal eine Erklärung anzubringen.
Auch wenn ich selbst nicht wusste, wie ich fortfahren wollte. Ich rechnete nämlich fest damit, unterbrochen zu werden. Und natürlich hatte ich recht…
„Du musst wissen, was du tust“, zischte sie leise. „Und was du willst…“

Seufzend machte ich einen Schritt zur Seite. Und fast war mir, als seufzte sie auch, während sie den Kopf wieder senkte und sich erneut in Bewegung setzte.
‚Und was du willst…‘, echote es in meinem Kopf. ‚Was du willst…‘
Sie ging an mir vorbei. So dicht, dass ihre Schulter meine Brust streifte. Und ich packte zu, als sie mich gerade passiert hatte. Ich griff ihren Arm und hielt ihn fest.

Stocksteif blieb sie stehen. Alles an ihrer Körpersprache schrie ihre Ablehnung und ihren Widerwillen heraus. Warum hatte ich sie aufgehalten? Sie wollte doch offensichtlich nichts weiter mit mir zu schaffen haben.
„Lass meinen Arm los“, zischte sie, ohne zurückzublicken.
„Nein.“
„Lass sofort meinen Arm los“, wiederholte sie so mörderisch kalt, dass es mir fast körperlich wehtat.
„Nein!“, knurrte ich zornig.

Um ehrlich zu sein, hatte ich keine bewusste Kontrolle über die Situation. Ich stand praktisch neben mir und wusste selbst nicht, was ich da tat. Aber mein anderes Ich hörte nicht auf die Aufforderungen von mir selbst, sie loszulassen.
Ich sah, wie sich ihre Schultern noch mehr anspannten. Sah, wie sie sich einen etwas festeren Stand suchte. Was ein extremes Alarmsignal war. Ein überdeutliches, nonverbales Zeichen dafür, dass sie sich kampfbereit machte. Und nebenbei ein Beweis dafür, dass sie über reichlich Erfahrung in irgendeiner Kampftechnik verfügte.

„Und warum hältst du mich fest?“, fragte sie mühsam beherrscht.
„Weil…“
Es machte ‚klick‘ und ich rutschte wieder in meinen eigenen Körper hinein. Plötzlich war da eine Ahnung von einem Sinn. Wie ein Licht am Ende des Tunnels.
„Weil ich es will.“

Ihr Kopf kam hoch und fuhr zu mir herum. Ihre Augen sprühten Funken, als sie mich forschend anstarrte. Sie war so… unglaublich schön in diesem Moment, dass ich einfach eine Sekunde lang nur daran denken konnte.
Meine gesamte bewusste Erfahrung sprach dagegen, dass ich gerade das Richtige tat. Vernunft und Logik schrien im Duett Zeter und Mordio, als ich an sie herantrat und sie gleichzeitig zu mir drehte. Oder eher zerrte…
Nur mein Instinkt war anderer Meinung. Aber ich hatte ehrlich noch nie erlebt, dass er sich so dermaßen uneinig mit meinem Bewusstsein war. Und das machte mich im Grunde ziemlich hilflos. Ich musste mich für eine Seite entscheiden und es fühlte sich beides an, als wäre es einfach falsch.

Zu meinem Glück oder Unglück - was es war würde ich in Kürze ganz genau und vermutlich sehr endgültig wissen - handelte mein Körper schon gesteuert von meinem Instinkt, bevor mein Hirn versuchen konnte, die Kontrolle zurückzuerlangen.
Und das führte dazu, dass ich ihren Nacken packte und sie grob zu mir zog, um sie zu küssen.
…!

Ich war nie in einer seltsameren Situation. Das kann ich bei meinem Leben beschwören.
Die Frau mir gegenüber vibrierte offensichtlich vor unterdrücktem Zorn und Aggression. Sie funkelte mich mit einem Ausdruck an, der gut auch Mordlust sein konnte. Und sie tat rein gar nichts, um mir entgegenzukommen. Jeder Körpersprachenexperte hätte den Versuch sie zu küssen, vermutlich gar nicht erst auf eine Liste gesetzt. Nicht einmal auf die mit den Dingen, die man mit ihr gerade keinesfalls ausprobieren sollte. Einfach, weil es so absurd und offensichtlich war, dass nicht einmal ein lebensmüder Hirnamputierter auf diese Idee kommen konnte.
Und trotzdem tat ich es… Und sofort war mir eine Sache klar bewusst: Sie tat auch nichts, um sich mir zu entziehen.

Hart und fordernd presste ich meine Lippen auf ihre und fühlte hier ganz besonders deutlich, unter welcher Spannung sie stand. Trotzdem drängte ich meine Zunge gegen ihre fest zusammengepressten Lippen.
Und plötzlich war sie in ihrem Mund und fand ihr Gegenstück. Plötzlich packten mich Jos Hände an Kragen und Nacken und rissen ebenso gewaltsam an mir, wie ich es bei ihr tat. Plötzlich küsste sie mich nicht einfach zurück, sondern ging zum Gegenangriff über.

Noch einmal schwöre ich. Diesmal, dass die Umgebungstemperatur in einer Millisekunde von lauschiger Sommernacht auf Backofen sprang. Es war plötzlich so heiß, dass die Blumen und das Gras um uns herum ohne Zweifel eingehen würden.
Das war kein romantischer Kuss. Das war ein Kampf. Und Jo trug ihn nicht mur mit Zunge und Lippen, sondern auch mit Zähnen und Klauen aus.
Sie schlug ihre Krallen in die Haut meines Nackens, bis sie spürbar die Haut durchdrangen. Sie biss mir so fest in die Unterlippe, dass ich Blut schmeckte. Aber ich packte ihren Nacken daraufhin so fest, dass ich fast Angst hatte, ihr das Genick zu brechen. Und sie stöhnte zur Antwort in meinen Mund.

Ich packte sie härter an, als ich jemals eine Frau angefasst hatte. Diejenigen unter den Barbies aus meinem Sexklub eingeschlossen, die es ganz besonders hart und wild gemocht hatten. Fuck… Selbst die Frauen eingeschlossen, denen ich bisher mit Gewalt begegnen musste, um meine eigene Haut zu retten.
Ich griff so hart zu, dass es Blutergüsse hinterlassen musste. Aber genau das führte dazu, dass Jo sich in diesen Kuss wirklich ergab. Dass sie wirklich anfing, sich tatsächlich von mir küssen zu lassen und Leidenschaft an die Stelle der Aggression trat.
Aber als ich daraufhin meinen Griff wieder lockerte, riss sie sich sofort los und schnappte keuchend nach Luft.

„Küss mich nie wieder, wenn du nach der Fotze einer anderen schmeckst!“, fauchte sie mich an.
Noch dicht bei mir und nicht ganz frei von meinem Griff war ihr Gesicht keine Handbreit von meinem entfernt. Aber ich sah das Glitzern in ihrem Blick trotzdem ganz genau. Ich schluckte hart.
Natürlich hatte ich vergessen, mir nach dem Intermezzo mit Estella noch rasch die Zähne zu putzen. Was dumm gewesen war. Aber Jo daraufhin zu küssen verdiente einen echten Ehrenplatz auf dem Treppchen der völlig bescheuerten Taten.
Allerdings tat ich es gleich noch einmal und bewies damit, dass ich wirklich der dämlichste Mensch auf dem Planeten war.

Nur… Das Glück war offenbar mit den Dummen. Oder aber es war wirklich notwendig, allein auf den Instinkt zu hören, wenn ich es mit Jo zu tun hatte. Der hatte mir nämlich in etwa gesagt, dass ich mir von ihr nichts vorschreiben lassen sollte, sondern die Initiative behalten musste. Oder so…
Mein Hirn hingegen war zuerst schockiert über meine eigenen Handlungen und dann völlig irritiert, als Jo sich noch einmal - und zwar ohne den vorherigen Ringkampf - auf ein leidenschaftliches Zungenspiel einließ. Und diesmal sogar die Augen schloss und sich fest an mich drängte.
Für endlose Minuten konnte ich das nun wirklich und in vollen Zügen genießen. Und ganz ehrlich: Ich war echt am Ziel meiner Träume angekommen.

Jo zu küssen war genau so, wie ich es mir ausgemalt hatte. Sie hielt niemals still. War immer aktiv. Wenn ich ihre Zunge nicht jagte, drehte sie den Spieß um. Und wenn sie Luft brauchte, knabberte sie an meinen Lippen oder leckte darüber.
Sie nahm überhaupt keine Rücksicht auf solche Dinge wie Speichelfluss. Das konnte sie nicht aufhalten und schien sie auch nicht abzuschrecken. Im Gegensatz zu manchem Mädchen aus der Vergangenheit, für das ein feuchter Kuss schon ein Trennungsgrund gewesen war.
Die passendsten Attribute für das, was ich mit Jo erlebte, waren ‚rückhaltlos‘ und ‚mit vollem Einsatz‘. Nicht weniger gab sie und nicht weniger verlangte sie. Sonst spürte ich ihre Krallen. Und zwar nicht metaphorisch.

Aber ich war willige Beute… Und begeisterter Jäger.
In diesen wenigen Minuten im Garten von Jos Elternhaus durchbrach mein Kopf zum ersten Mal seit über zwei Jahren die Wasseroberfläche meines Defizits an Nähe. Und ich bekam auch gleich einen Panoramablick darauf, dass alle meine vorherigen Erfahrungen damit gerade einmal durchschnittlich waren. Während ich nun vor einem Mount Everest in dieser Hinsicht stand.
In gewisser Weise war genau das der Zeitpunkt, wo sich Jos kleine Hand fest um mein Herz legte und ich wusste, dass es ihr gehörte. Nachdem ich das erlebt hatte, war etwas anderes… einfach nicht mehr genug.

Natürlich endete es. Und natürlich war das Ende überraschend. Sie stieß mich nämlich einfach irgendwann von sich und ich war so aus dem Gleichgewicht, dass ich rückwärts stolperte und auf dem Hintern landete.
Völlig fassungslos zu ihr aufblickend sah ich ihr Gesicht im Mondschein richtig glühen. Ihre Augen machten den Sternen Konkurrenz. Sie strahlten wirklich, als wären sie von innen beleuchtet. Mit Hochleistungsstrahlern…
„Wasch dir das Gesicht oder ich schwöre dir, ich schneide die Stellen, die nach der kleinen Mistschlampe schmecken, mit einem Löffel weg“, warf sie mir schwer atmend an den Kopf.
Und dann drehte sie sich um und war schneller verschwunden, als ich meinen Sprachapparat wieder in Gang setzen konnte.
What the…?

Langsam aber sicher verstand ich ehrlich nichts mehr. Alle Bewohner dieses Hauses schienen einfach nur einen gewaltigen Dachschaden zu haben. Sie spielten alle ihr eigenes Spiel mit den anderen und jedem zufällig Anwesenden.
Ich fühlte mich ehrlich alles andere als wohl damit, mich in diesem Kriegsgebiet aufzuhalten. Überall schienen Minen zu liegen. Und ich hatte riesige Clowns-Schuhe an. Sodass ich praktisch sekündlich damit rechnen musste, dass die Scheiße auf den Ventilator traf.
Flucht aus diesem Irrenhaus war die Option, die der Logik nach als einzige in Betracht kam. Bevor eines dieser durchgeknallten Weiber mich vergiftete, mit den Zähnen zerriss, zu Tode fickte oder anderweitig umbrachte.

Trotzdem wusste ich ganz genau, dass ich bleiben würde, denn Jo war hier. Und wenn die mich umbringen wollte, dann würde ich ihr sogar noch dabei helfen. Es war absurd, aber ich erkannte ziemlich klar, dass ich für sie auf meinen Abschluss oder meine Freiheit pfeifen würde.
Noch besser wäre allerdings natürlich, wenn ich es irgendwie schaffen würde, durch dieses Minenfeld zu gelangen, ohne Gliedmaßen zu verlieren. Und dazu wäre es hilfreich, wenigstens im Ansatz zu verstehen, was zum Henker hier passierte.
Nur… Wie sollte ich herausfinden, wer hier welches Spiel mit wem spielte? Wussten die da drin das überhaupt selbst?

Ich saß ungefähr eine Stunde lang auf dem Rasen und rauchte ein paar Zigaretten, während ich versuchte, ein Muster in all den Dingen zu erkennen, die in den letzten knapp vierundzwanzig Stunden passiert waren. Ohne viel Erfolg, wie ich hinzufügen muss.
Als ich irgendwann Estella vom Haus aus nach mir rufen hörte, gab ich auf und kehrte in die Höhle der Löwinnen zurück. Oder in das Nest der Gottesanbeterinnen. Oder was auch immer…
Aber immerhin war ich genug bei der Sache, um meine Kleidung zurechtzurücken und mir das meiste Blut von der Unterlippe zu lecken. Auch wenn ich trotzdem einen etwas derangierten Eindruck machen musste.

Die Latina stand auf der Terrasse, als ich näherkam. Und durch die Panoramafenster sah ich Helen mit einem Buch auf dem Schoß und untergeschlagenen Beinen auf der Couch sitzen. Nur Jo war nicht zu entdecken.
Ich tat das Einzige, was mir spontan einfiel, um meinen Zustand irgendwie zu rechtfertigen. Und dazu schloss ich Estella in die Arme, als ich bei ihr ankam, und legte mir ihre Arme in den Nacken. Ihren seltsamen Blick auf meinen Mund ignorierte ich.

Ich wusste natürlich, dass die Latina sich sehr klar denken konnte, woher ich meine Blessuren hatte. Aber sie wusste ja auch andere Dinge. Und wie ich vermutet hatte, bereitete es ihr keine Probleme, meinen leidenschaftlichen Kuss voll und ganz zu erwidern. Vermutlich war ihr völlig egal, wen ich zuvor geküsst hatte, solange sie etwas abbekam…
Ebenso wenig Einwände hatte sie dann dagegen, dass ich sie an mich drückte und hochhob, während sie sich an mich klammerte. Und ihre einzige Reaktion, als ich sie hart gegen die riesigen Fenster schob, war ein kehliges Stöhnen.

Ich sah nicht hin, weil das unnötig war. Die ganze Glasfront hatte vibriert. Helen würde mitbekommen, was vor sich ging.
Nun zählte nur noch, dass sie auch die passende Show geboten bekam. Und dazu imitierte ich Jo und biss Estella hart in die Lippe, was die laut in meinen Mund quietschen ließ. Und sie erst so richtig in Fahrt brachte...
Sie vom Arsch bis zu den Titten ganz ungeniert zu begrabschen fand dann ihren Beifall, und wenn ich meinen Schwanz ausgepackt und sie an Ort und Stelle gevögelt hätte, wäre sie willige Beute gewesen. Da war ich mir sicher.
Stattdessen setzte ich sie aber irgendwann ab und ging etwas auf Abstand.

Die Latina schnappte nach Luft und sah mich an, als wäre ich so eine Art Sexgott. Ihre Augen glänzten ebenso wie ihre Lippen und sie schien unfähig sich zu bewegen, obwohl ihr Kleid ihren Po nicht mehr bedeckte und ihre Haare völlig durcheinander waren.
Ich grinste sie wölfisch an und ging nach drinnen, wo mich Helen intensiv musterte. Und zwar ebenfalls mit einem gefährlichen Glitzern in den Augen, leicht feucht schimmernden Lippen und eindeutig spitzen Nippeln unter ihrer Bluse.
Standen die denn wirklich alle auf die harte Nummer? Gab es hier niemanden, der auch mal ganz zärtlichen, liebevollen Sex haben wollte…? Was für eine kranke Welt…

„Matt…“, setzte sie an.
„Entschuldigen Sie, Helen“, unterbrach ich und gab mich dabei ziemlich selbstsicher. „Vielleicht sind die Pferde ein wenig mit mir durchgegangen. Kommt nicht…“
„Oh bitte, Matt“, unterbrach nun sie. „Estella hat so gut wie Feierabend für heute und die Scheiben sind aus Sicherheitsglas. Solange ihr so etwas nicht in der Nähe der wertvolleren Dekorationen macht, werde ich euch nicht in euren Privatvergnüglichkeiten beschneiden.“

Ich antwortete nicht. Sah sie nur an und fühlte erneut den Eindruck bestätigt, dass sie tatsächlich mindestens zwei Seiten hatte. Nämlich die eiskalte Society-Schnalle und die sexhungrige Schlampe. Es war plötzlich so klar. So offensichtlich. Vielleicht, weil sie gerade eindeutig ziemlich spitz war und das ihre andere Seiten zurückdrängte und die Maske verrutschen ließ.
Wenn diese Tussi mich nicht als Bedrohung betrachtete, dann war ich entweder ein lästiges Insekt oder eine Art nützliches Haustier. Sogar hier zog offenbar dieser ‚Magnetismus der Gosse‘, der den Mädchen auf der Schule die Höschen nass machte. Zumindest wenn die Umstände es zuließen.

Und aus Helens Sicht ließen sie das ja nun zu, denn Jo war sozusagen aus der Schusslinie. Ich war der Stecher des Hausmädchens und somit praktisch erweitertes Eigentum.
Wie lange würde es dauern, bis sie das erste Mal versuchen würde, mich zu einem Fick zu animieren? Und wie lange von da an, bis sie das forderte?
Scheiße, machten mich diese Menschen krank!

„Wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich gerne auf das Zimmer gehen“, sagte ich und verbannte meine Gedanken in den Hintergrund. „Schicken Sie Estella einfach zu mir hoch, wenn Sie ins Bett gehen. Ich werde warten und mich noch etwas ausruhen.“
„Kräfte sammeln?“, fragte sie fast schon kokett.
Ich nickte und rang mir ein Lächeln ab.
„Du kannst Estella gerne schon mitnehmen…“, wollte sie daraufhin vorschlagen.
„Wenn sie noch eine Stunde oder zwei darauf warten muss, ist sie genau in dem Zustand, in dem ich sie haben will“, antwortete ich kopfschüttelnd.

Dann wandte ich mich ab. Aber ich sah, wie es in Helens Augen aufblitzte und sie sich auf die Lippe biss. Womit ich nun erfolgreich zwei Leute in einen Zustand versetzt hatte, in dem sie nicht mehr klar denken konnten. Ob mir das nun passte oder nicht.
Estella allerdings nicht zu mir zu holen, hätte so dermaßen unnatürlich gewirkt, dass ich mir das nicht leisten konnte. Jedenfalls nicht, bis ich wusste, ob ich das Risiko eingehen wollte, die Hausherrin mächtig zu verärgern, indem ich sowas wie die Wahrheit auspackte.
Und das war etwas, worüber ich wirklich gerne mit Jo reden wollte. Auch wenn ich mich fragte, ob ich dazu jemals die Gelegenheit erhalten würde.

Ich ging nach oben und nutzte meine zurückgewonnene, leidliche Beweglichkeit dazu, zum ersten Mal alleine zu duschen. Und mir die Zähne zu putzen. Und mich zu rasieren. Und all das…
Tatsächlich rasierte ich mich überall, wo ich das normalerweise eben so tat. Auch wenn ich nicht unbedingt scharf darauf war, mit Estella zu schlafen, stand mir das nämlich todsicher bevor. Und so langsam war es nötig, die Stoppeln zu entfernen.
Danach legte ich mich dann aufs Bett, verschränkte die Hände hinter dem Kopf und starrte an die Decke. Bis irgendwann etwas passieren würde…

Die Tür öffnete sich nach einem leisen Klopfen etwa anderthalb Stunden später. Und herein kam tatsächlich die Latina. Sie schloss die Tür mit einem Hüftschwung und stemmte die Hände in die Hüften.

„Lass sie noch ein oder zwei Stunden darauf warten, ja?“, zischte sie mit funkelnden Augen. „Erwartest du, dass ich dich jetzt auf Knien anflehe, es mir zu besorgen?“
„Und wenn?“, gab ich zugegebenermaßen wirklich etwas amüsiert zurück.

Statt einer Antwort mit Worten griff sie sich in den Rücken und ließ dann ihr Kleid zu Boden gleiten. Danach sank sie einfach auf die Knie und blickte mich sehnsüchtig an.

„Verschließ die Tür“, sagte ich. „Heute Nacht möchte ich nicht, dass Helen plötzlich im Raum steht. Und wenn sie dich gleich hört, könnte sie den Drang dazu verspüren.“
„W-wieso?“, stammelte Estella und schien sich absolut nicht sicher, ob ich das ernst meinte.
„Weil du schreien wirst, Chica“, antwortete ich. „Und niemand wird auseinanderhalten können, ob es Schmerz- oder Lustschreie sind. Vielleicht nicht einmal du…“

Sie schluckte mit geweiteten Augen und öffnete dann den Mund, um leichter atmen zu können. Aber egal was sie genau dachte, sie wandte sich rasch zur Seite und drehte den Schließmechanismus. Als sie sich mir wieder zuwandte, sah ich sie zittern. Und erstaunlicherweise waren ihre Nippel hart.
Angesichts ihres Zustands war ich mir ziemlich sicher, dass sie keine Ahnung hatte, weswegen ich das wirklich zu ihr sagte. Vielleicht war das sogar völlig unnötig gewesen, aber ich traute Helen jederzeit zu, ihrem Dienstmädchen nachzuschleichen und zu lauschen. Aus Neugierde, wegen eines Rests Misstrauens oder auch einfach nur, weil sie keinerlei Konzept für die Privatsphäre niederer Wesen hatte.
Und außerdem wollte ich sie wirklich keinesfalls plötzlich im Zimmer stehen haben. Weder aus Sorge um ihr Hausmädchen, noch weil ihr zu sehr gefiel, was sie hörte. Vor allem nicht deswegen!

Ich lockte Estella mit dem Finger, hob aber die Hand, als sie aufstehen wollte. Ohne zu zögern, blieb sie unten und krabbelte auf allen Vieren zu mir.
Ich stand auf und trat neben das Bett. Mit ausgestrecktem Zeigefinger bedeutete ich ihr, den Oberkörper darauf zu legen. Nachdem sie das getan hatte, stellte ich mich hinter sie und betrachtete ihren Anblick.

Sie trug noch immer die halterlosen Strümpfe und ihre schwarzen Schuhe mit den flachen Absätzen. Davon abgesehen war sie wieder nackt unter dem Kleid gewesen, wie ich ja wusste.
Von hinten konnte ich hervorragend ihre feucht glitzernde Pussy sehen. Und auch ihre kleine Rosette zwischen den prallen Pobacken. Und die nahm ich nun auch aufs Korn. Die Pobacken, nicht die Rosette.

Estella jaulte vor Überraschung laut, als ich ihr einen klatschenden Schlag mit der flachen Hand verpasste. Sofort zuckten ihre Hände nach hinten, um ihre Haut zu schützen. Mehr im Reflex als aus konkreter Angst, nahm ich an.
„Halt dich auf der anderen Bettseite fest“, forderte ich.
Etwas zögerlich tat sie es. Und dann versuchte sie, mich mit auf der Seite liegendem Kopf irgendwie im Auge zu behalten, damit der nächste Schlag sie nicht überraschte. Ein paar kurze, ruckartige Bewegungen, die ich nur machte, um sie zu reizen, ließen sie gehörig zusammenzucken.

Als ich dann wirklich wieder zuschlug, traf ich sie wie geplant noch einmal völlig unerwartet. Dementsprechend schrie sie auf. Und zwar zweimal. Für jeden der beiden Schläge. Dann rang sie nach Luft und schluchzte ein paar Mal unwillkürlich.
Alles in allem gab es nur einen Indikator, dass die Latina durchaus Spaß an dieser Art von Spiel hatte. Ihre immer stärker anschwellende und bereits richtiggehend tropfende Pussy verriet mir alles, was ich wissen musste.
An dieses sensible Messgerät hielt ich mich, während ich das Spiel fortsetzte. Daran und an die Art, wie sie mir nach einer Weile ihren Po wieder mehr entgegen reckte, wenn ich eine Pause einlegte. Sobald sie es schaffte, aus Angst vor der Plötzlichkeit des Schmerzes nicht bei jeder Luftbewegung zusammenzuzucken. Was nach einem oder mehreren Schlägen meist etwas dauerte.

Ich ließ mir Zeit. Und ich ließ zugegebenermaßen auch ein ganz klein wenig Dampf ab. Natürlich schlug ich nicht mit voller Kraft zu. Aber ich tat ihr weh. Das war völlig unzweifelhaft. Ebenso, wie dass sie das genoss.
Ihre eigentlich natürlich braune Haut war auf ihrer Kehrseite bald einfach nur noch rot. Und auf ihrem Körper bildeten sich langsam Schweißperlen. Aber was mir wirklich sagte, dass sie genug hatte, war die Art, wie ihre Schreie immer mehr zu heiserem Stöhnen wurden.
Ohne ein absoluter Experte zu sein, wusste ich, dass irgendwann bei Menschen, die auf Schläge abfuhren, ein bestimmter Punkt kam. Körpereigene Drogen betäubten das Schmerzempfinden und konnten es ins Gegenteil verkehren. Und wenn man nicht aufpasste, übernahmen sich die ‚Opfer‘ völlig, weil sie nicht mehr einschätzen konnten, wie viel sie wirklich verkraften würden.

Estella zitterte längst, als hätte sie Schüttelfrost. Und sie weinte in meine Bettdecke. Es wurde Zeit für eine Umkehr der Behandlung. Für sanfte Streicheleinheiten auf der überempfindlichen Haut und überall sonst. Hinter ihr kniend widmete ich mich dieser Aufgabe ebenso ausdauernd wie dem Spanking davor.
Lange streichelte ich ihren Rücken, ihre Seiten, ihre Beine und vorsichtig auch ihren Po mit den Händen. Bis sie nicht mehr so sehr zitterte und ihr Schluchzen und gepresstes Wimmern langsam immer mehr zu wohligem Seufzen wurde. Bis sie sich wieder entspannte und ich den Eindruck hatte, ihr Lustempfinden sei wieder halbwegs normalisiert.
Erst dann kam die nächste Überraschung für die Latina.

Estella konnte es nicht wissen, aber ich hatte nicht vor, sie zu ficken. Ich hatte nicht einmal vor, sie zu lecken. Sie würde nur meine Hände zu spüren bekommen.
Der Grund dafür war nicht unbedingt, dass mein Schwanz eine Pause brauchte. Tatsächlich stand er längst wie eine Eins. Aber mein Instinkt sagte mir, dass ich darauf verzichten sollte. Und ich war geneigt, ihm zu vertrauen. Ein leiser Hoffnungsschimmer animierte mich dazu. Und schlimmstenfalls hatte ich eben nach langer Zeit mal wieder blaue Eier. Das war dann Pech.

Ohne Estella anzusprechen, ließ ich meine Finger zwischen ihre Beine gleiten und berührte zum ersten Mal, seitdem sie den Raum betreten hatte, ihre Pussy. Sofort atmete sie zischend ein und reckte mir ihren Körper entgegen.
Ich ließ mich auch nicht lange bitten und führte zwei meiner Finger in die munter sprudelnde Quelle ein, die längst ihre Schenkel klatschnass gemacht hatte. Mein Lohn dafür war ein lautes, kehliges Stöhnen. Und das wiederholte sich jedes Mal, wenn ich so tief wie möglich in sie eindrang und meine Knöchel sich gegen ihre Schamlippen pressten.

„Mehr?“, wollte ich nicht ohne Hintergedanken wissen.
„Gott, ja!“, keuchte sie.
Drei Finger verschwanden ein paar Mal in ihr und ließen sie lauter werden.
„Mehr…?“
„Ngh-hn…“, presste sie zwischen zwei Atemzügen heraus.
Ich nahm das als Bestätigung und fügte auch den vierten Finger hinzu. Und wieder nahm ihre Lautstärke zu.

Anfangs musste ich die vier Finger noch eng aneinander und übereinanderlegen, um sie eindringen zu lassen. Aber die Latina war so außer sich vor Lust, dass sich ihre Pussy schnell anpasste. Bald konnten meine Finger eindeutig nebeneinanderliegen.
Das erlaubte mir heftigere Bewegungen. Für eine kleine Weile konzentrierte ich mich ganz darauf, sie auf diese Weise einfach zu ficken. Dass sie dabei kam, überraschte mich nicht. Ich hatte es kommen sehen. Die Frage war, ob sie das fertig machte, oder noch mehr anheizte…

„Mehr?“
Sie antwortete nicht sofort. Stöhnte und keuchte eine Weile, während sie noch von ihrem Höhepunkt zitterte. Aber dann schob sie mir unmerklich ihren Unterleib entgegen. Und ich erkannte ihr Einverständnis darin.
Ich wusste nicht, ob das für sie eine Premiere war. Ihre Muschi war dehnbar genug, aber das bedeutete nicht notwendigerweise etwas. Ich erfuhr allerdings schnell, dass sie von nun an zu den Bekehrten gehören würde.
Als meine Hand mit angelegtem Daumen ganz langsam in ihrem Kanal verschwand, riss sie den Kopf nach oben und hörte auf zu atmen. Ihr ganzer Körper war zum Zerreißen gespannt. Und in ihr arbeitete es mächtig. Bis ich den Widerstand überwunden hatte und nur noch mein Handgelenk sehen konnte, machte sie keinen Mucks.
Aber dann - als meine ganze Hand sich in ihrer Pussy befand und ich anfing die Finger ein wenig zu bewegen und mich etwas vor und zurück zu bewegen - schrie sie laut auf. Ein unverkennbarerer Lustschrei.

Estella kam gleich zu Beginn meines Fistings. Und sie machte keine großen Pausen zwischen diesem und ihren folgenden Orgasmen. Sie kam fünf Mal in rascher Folge, während ich mich eher vorsichtig in ihr bewegte. Dass es ihr gefiel, stand also ziemlich außer Frage.
Aber danach hatte sie genug. Hilflos versuchte sie, mir zu signalisieren, dass sie es nicht mehr ertragen konnte und ich hörte auf, zog mich langsam aus ihr zurück und streichelte dann noch eine Weile einfach ihren Rücken, um sie zur Ruhe kommen zu lassen.

„Madre mía…“, schnaufte sie nach einiger Zeit. „Das war…“
„Intensiv?“, schlug ich vor.
„Unglaublich!“, berichtigte sie. „Nur… Wie komme ich jetzt ins Bad. Ich… muss.“

Schmunzelnd half ich ihr auf und diesmal stützte ich sie, weil sie sich kaum auf den Beinen halten konnte. Ich beruhigte sie, dass sich dort unten nach einer Weile alles wieder normalisieren würde. Und dass sie das Pinkeln vielleicht etwas unangenehm finden würde. All das Lektionen, die ich von der Frau kannte, mit der ich dieses Spiel zum ersten Mal gespielt hatte.
Nachdem sie fertig war, half ich ihr unter die Dusche, denn von der Hüfte abwärts war sie völlig mit ihren eigenen Säften beschmiert. Aber ich trat nicht zu ihr. Stattdessen ging ich zur Tür, stellte den Schließmechanismus wieder um und legte mich dann ins Bett.

Als die Latina aus dem Bad kam, sah sie ziemlich unsicher aus. Das Licht hatte ich zwar gelöscht, aber der Mond war voll und schien durchs Fenster. Ich konnte sehen, wie sie zur Tür blickte und dann zum Bett und wieder zur Tür.
Irgendein Gedanke beschäftigte sie und dann traf sie eine Entscheidung. Leicht mit den Achseln zuckend seufzte sie und kroch zu mir unter die Decke.
Sie legte sich in meinen Arm und ich ließ sie gewähren. Was auch immer diesmal das Spiel war, es war nicht meines. Und wenn ich nicht den Verstand verlieren wollte, konzentrierte ich mich ausschließlich auf die Intrigen in dieser Irrenanstalt, die mich direkt betrafen.

Erschöpft wie sie war, schlief Estella schnell ein. Aber ich blieb wach. Was ich mit ihr getan hatte, hatte knappe zwei Stunden gedauert. Es war nach Mitternacht und ich hatte den Eindruck, wirklich alle im Haus würden nun im Bett liegen.
Falls sich also meine Hoffnung bewahrheiten sollte, konnte es nicht mehr lange dauern.

Falls…


*****

Zurück zu Teil 06

Mittwoch, 5. Juni 2013

Soulmates - Teil 06

Soulmates
Eine Westside-Story - irgendwie...
© 2012-2015 Coyote/Kojote/Mike Stone


*****


*****


VI. - Loser

Soy un perdedor.
I’m a loser baby, so why don’t you kill me?
Know what I’m sayin’?

Beck - Loser (1993)

Nach dem, was Jo an diesem Morgen binnen weniger Minuten mit mir anstellte, hätte ich ein oder zwei Jahre ungestörten Nachdenkens zum Sortieren meiner Gedanken ganz gut gebrauchen können. Aber ich erhielt nicht einmal dreißig Minuten.
Im Grunde war ich noch nicht einmal damit fertig, die Eindrücke, Empfindungen und alle daraus erwachsenden Wunschfantasien aus meinem Kopf zu pflücken, um irgendeinen konstruktiven Gedanken zuwege zu bringen, als es an der Tür klopfte.
„Ja?“, brummte ich irritiert.

Das hübsche Latina-Gesicht des Hausmädchens schob sich durch den sich öffnenden Spalt. Kurz musterte sie mich, dann lächelte sie. Und zwar nicht mit Blick auf mein Gesicht, sondern…
Ohh… Shit!
Blitzschnell bedeckte ich meine völlig im Freien stehenden Erektion mit der Bettdecke. Und ich versuchte ganz fest, mir nicht vorzustellen, wie tot ich wäre, wenn es Jos Mutter gewesen wäre…

„Die Señora lässt fragen, ob du dich in der Lage fühlst, am Frühstück teilzunehmen“, sagte sie betont gelassen.
Und dann leckte sie sich mit der Zunge demonstrativ über die Lippen und drückte als Nächstes ihre Zungenspitze von innen gegen die Wange, sodass die sich ausbeulte. Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf, so stumpf und direkt war diese nonverbale Aussage.
„K-klar…“, stammelte ich völlig neben der Spur.
„Dann berichte ich ihr das und komme zurück, um dir beim Anziehen zu helfen“, drohte sie mir an.

Nun… Vielleicht meinte sie es nicht als Drohung, aber mir kam es so vor. Nicht, dass ich sie unattraktiv fand oder nicht auch ein Teil von mir ihre scheinbare Begeisterung begrüßte. Aber wenn irgendwas ganz und gar nicht und unter keinen Umständen auf dem Programm stand, dann war das ein Stelldichein mit dem Dienstmädchen von Jos Mutter.
Mal davon ab, dass ich das nicht wollte, wäre ich sowas von Toast, wenn eine der beiden Frauen davon Wind bekam…
Verfluchte Scheiße… Was war das für eine Argumentation? Ich wollte Jo und irgendwelche anderen Schnallen konnten mir den Buckel runterrutschen. So klang das besser.
Nur nackt auf den Bauch binden sollte man sie mir vielleicht nicht. Schließlich war ich nicht ganz Herr meiner Sinne…

Meine einzige Option, gewissen Peinlichkeiten und Eventualitäten aus dem Weg zu gehen, war also, selbst Hand anzulegen. Und zwar nicht an meinem Schwanz, sondern an der Aufgabe, mich anzuziehen.
Nur… Wo zum Henker waren meine Klamotten?
Ich erinnerte mich, dass Estella sie mir ausgezogen hatte. Aber was war danach damit geschehen?
Zugegebenermaßen waren sie völlig verdreckt, aber was sollte ich sonst anziehen?

Unter leisem Ächzen durchsuchte ich den Raum und fand dabei heraus, dass sowohl meine Niere, als auch meine Hand und mein Kopf noch schmerzten. Aber das hielt mich nicht davon ab, selbst unter dem Bett nachzusehen. Wo sich nebenbei bemerkt nicht ein einziger Staubfussel versteckte.
Während ich damit beschäftigt war, ereilte mich das befürchtete Verhängnis dann auch schon. Natürlich von mir erst einmal unbemerkt.

„Was machst du da?“, fragte Estella, während ich vor dem Bett kauerte und den Kopf auf dem Boden liegen hatte.
Ruckartig rammte ich meinen Schädel gegen das Bett, stöhnte auf und legte ihn wieder auf den Boden. Und weil mir danach war und es wie eine gute Idee schien, legte ich den Rest meines Körpers dazu, während ich auf den Rücken rollte.
Von unten blickte ich dann hinauf zum amüsiert wirkenden Gesicht der Latina. Und zu ihrer haarlosen Pussy, die unter ihrem klassisch schwarzen Dienstmädchenkleid mit der weißen Schürze völlig nackt war.
What the…?

„Falls du was zum Anziehen suchst…“, meinte sie und lächelte nun eindeutig siegesgewiss.
Sie wusste offenbar, was für eine Show sie mir lieferte. Und ich war zu groggy, um mich zu fragen, was der Scheiß sollte. Ich war sogar zu durcheinander, um zu verstehen, was sie meinte, bis sie den Stapel Stoff auf ihrem Arm aufs Bett warf.
„Setz dich langsam auf, wenn du kannst“, sagte sie dann sanft und ging neben mir in die Knie. „Wenn du dir noch ein paar Mal den Kopf anstößt, brauchen wir einen Hausbesuch vom Arzt und die Señora wird das nicht erfreulich finden.“

Ich konnte dem nur beipflichten und war dankbar, dass sie mir half. Obwohl sie diesen Gesichtsausdruck hatte, der mir alle Nackenhaare zu Berge stehen ließ, brauchte ich eindeutig Hilfe. Und für den Moment erhielt ich die auch. Sogar fast ohne besorgniserregende Zwischenfälle.
Was mir übergezogen wurde fiel eindeutig in den Bereich von Sportkleidung. Und zwar durchaus für einen Mann. Sogar von meiner ungefähren Statur. Nur vielleicht in den Schultern ein Stück breiter.
Meine Verwirrung darüber, dass in diesem Haus solche Kleidung vorhanden war, überdeckte sogar noch die Irritation über den Umstand, dass ich keine Unterhose erhielt.

„Das sind Sachen vom Personal Trainer der Señora“, erklärte Estella auf meine scheinbar offensichtliche Verwunderung hin. „Es ist in Ordnung. Sie hat mich angewiesen, dir das zu bringen und dir zu helfen.“
‚Hat sie dich auch angewiesen, mich mit Blicken zu ficken?‘, lag mir auf der Zunge, aber ich biss mir darauf.
Und ich nahm mir vor, ganz besonders sorgfältig darauf zu achten, was ich beim Frühstück sagen würde. Schon zu meiner eigenen Sicherheit. Aber natürlich auch wegen Jo, deren nächtlicher Besuch sicherlich nicht in den Bereich von akzeptablem Verhalten fiel.

Ein kurzer Abstecher an das Wachbecken im Bad und ein rätselhafter Kommentar darüber, dass die Dusche noch warten musste, war dann alles, was vor dem Verlassen des Zimmers noch passierte. Ich atmete also erst einmal auf. Aber nur, bis wir das Esszimmer im Erdgeschoss erreichten.
Dort wartete nämlich eine hässliche Überraschung in Form meines Schuldirektors auf mich, der mit Jos Mutter am Küchentisch saß und ganz gelassen mit ihr plauderte. Jedenfalls, bis ich, gestützt von Estella, eintrat.

Es hat eine ganz besondere Qualität, von einem Mann, der eine gewisse Macht über das eigene Leben hat, angestarrt zu werden, als wäre man ein Leprakranker. Und das wurde auch nicht besser durch die gleichzeitige, leicht spöttische Musterung meines Aufzugs durch die Dame des Hauses.
War ich gerade auf dem Weg zu meiner Henkersmahlzeit? Hoffentlich war die gut…

„Er ist ein wenig schmaler als Fernando“, kommentierte Jos Mutter meine Ankunft amüsiert. „Bitte entschuldige den Aufzug meines Gastes, Warren“, sagte sie dann zum Direktor. „Wir mussten improvisieren, nachdem er so überraschend und in ziemlich schmutziger Kleidung hier ankam.“
Warren Allister lächelte säuerlich und verkniff sich eine Antwort. Er nickte ihr nur zu. Und sie nickte Estella zu, die mich zu einem der Sitzplätze führte.
Erleichtert setzte ich mich und konnte ein leichtes Seufzen nicht unterdrücken.

„Noch Schmerzen?“, fragte die Hausherrin.
„Viel besser als gestern“, log ich sofort. Und auf den wütenden Blick des Direktors hin ergänzte ich noch rasch: „Madam.“
„Sag ruhig Helen zu mir“, erwiderte sie fast schon freundlich. „Und du bist Matt, wie ich erfahren habe?“
Mein Nicken kam automatisch und mein Körper verweigerte sonstige, unwillkürliche Reaktionen sicherheitshalber. Aber im Grunde war ich ebenso platt wie Allister ob ihres völlig unerwarteten Verhaltens mir gegenüber. Und ich war leicht alarmiert…

„Also…“, meinte sie und ignorierte Allisters fragenden Blick in ihre Richtung. „Wir waren gerade dabei, über diesen Zwischenfall zu reden.“
Ich nickte langsam und vorsichtig. Nicht wegen meines Kopfes, sondern weil wir damit praktisch sofort auf dem Glatteis angekommen waren. Da half auch der wirklich unfassbar gute Kaffee nicht, den mir Estella einschenkte.
Aber… Scheiße war das Zeug gut. Da kam die handelsübliche Ersatzplörre mit angeblich absolut authentischem Aroma nicht in tausend Jahren ran…

„Bist du sicher, dass du dich nicht an Details erinnerst?“, fragte Allister mich eindeutig mit einem drohenden Unterton.
Auch ein wenig angeschlagen war mir klar, dass er sich nicht einfach ein Ja erhoffte, sondern es einforderte. Rasch blickte ich zu… Helen, aber die gab die Sphinx. Also war ich drauf und dran zu nicken. Aber dann erinnerte ich mich daran, dass Jo auch ihre Version der Geschichte erzählt haben musste. Und wie sie im Auto klargestellt hatte, was ihr Plan war.
Natürlich wäre es schlauer, auf Nummer sicher zu gehen. Und die Gedächtnisverlust-Masche war sogar fast glaubwürdig angesichts einer Gehirnerschütterung. Aber damit würde ich Jo allein im Regen stehen lassen. Und das… konnte ich nicht.
„Bradley, Kevin und Norman aus meinem Jahrgang“, sagte ich leise und nicht ohne Zögern. „Heute erinnere ich mich wieder besser…“

Die Züge des Direktors erstarrten zu Stein. Helen zog ganz leicht eine Augenbraue hoch, hielt sich aber ansonsten völlig indifferent. Im Gegensatz zu Allisters Meinung hierzu war es einfach unmöglich, sie zu durchschauen.
„Wie kannst du dir da sicher sein“, schnauzte er aufgebracht. „Es war doch schon dunkel.“
„Sie haben nicht gerade ein Geheimnis aus ihrer Identität gemacht, als sie mir erklärten, wofür ich meine Abreibung bekomme“, antwortete ich ruhig.
Ja. Nachdem ich meinen Kurs erst einmal eingeschlagen hatte, war ich tatsächlich ziemlich gelassen. Jetzt war ich sowieso am Arsch. Also konnte ich es auch genießen.
„Und es war noch nicht so dunkel, Mr. Allister. Jo hat sie schließlich auch erkannt, nicht wahr?“

Der Direktor sah aus als wäre Zitronensaftkonzentrat in seiner Kaffeetasse. Und ich bekam - wie mir nebenbei auffiel - verdächtig frisch gepresst aussehenden Orangensaft in einem Glas auf den Tisch gestellt. Als ich dem auf den Grund ging, war ich wirklich beeindruckt von dem Luxus, den man sich für Geld kaufen konnte. Kein Wunder, dass die alle so versessen darauf waren, nichts davon zu teilen. Kein Schwein hätte die billigen Ersatzprodukte aus den Supermärkten noch gekauft, wenn man auch das echte Zeug haben konnte.
War das wirklich erst zwei Jahrzehnte her, dass noch die Mehrheit echtes Fleisch und Obst und echten Kaffee bezahlen konnte? Unfassbar…

„Dieser Kaffee und dieser Saft…“, sagte ich schwärmerisch zu Helen - vermutlich hatte ich wirklich einen Gehirnschaden erlitten… Anders lässt sich das nicht erklären. „Sie ahnen gar nicht, wie dankbar ich Ihnen dafür bin, das genießen zu dürfen.“
„Warte nur, bis du die Marmelade probiert hast“, antwortete sie mit dem perfekten Hauch ausgelassener Fröhlichkeit in der Stimme, um alle meine Instinkte Alarm schlagen zu lassen.
Aber statt panisch die Flucht zu ergreifen, wie alle meine Sinne es mir rieten, kam ich dieser Aufforderung einfach nach. Schließlich war ich sowieso am Arsch, richtig?

„Du wirst verstehen, dass ich beunruhigt bin“, wandte sich Helen dann wieder an Allister. „Meine Tochter an einer Schule, ja sogar in einer Klasse mit solch subversiven Elementen. Ich denke, das wird vielen Eltern Sorgen bereiten.“
„Ich verstehe“, erwiderte der Direktor kühl und fast schon niedergeschlagen. „Ich… werde die notwendigen Schritte einleiten. Aber… ist es wirklich notwendig, die Behörden damit zu belästigen?“
„Meinethalben wäre das nicht erforderlich“, antwortete Helen diplomatisch.
Daraufhin wandten sich beide Gesichter mir zu.
„Ich kann da nichts zu sagen“, plapperte ich munter drauf los. „Ich habe keine Anzeige erstattet.“

„Was wirst du im Falle eines Falles vor Gericht aussagen?“, wollte Allister wissen und blickte mich düster an.
„Die Wahrheit“, gab ich zurück. „Schließlich ist das meine Pflicht, nicht wahr?“
„Natürlich…“, brummte er sichtlich unglücklich und verärgert. „Nun… Wenn das so ist, werde ich mich besser aufmachen, die Formalitäten in die Wege zu leiten. Du entschuldigst mich, Helen?“
„Selbstverständlich, Warren. Ich hoffe, bei unserem nächsten Treffen sind die Umstände angenehmer.“

Zugegeben: Ich war groggy und rein wahrnehmungstechnisch nicht auf der Höhe. Aber selbst mir fiel auf, wie leicht man diese Aussage auch auf die Gesellschaft und nicht nur auf den Grund für das Zusammentreffen beziehen konnte. Nur gab sich Helen nicht eine Millisekunde lang die Blöße, durchblicken zu lassen, ob sie das damit meinte.
Wahrscheinlich war das aber auch nicht notwendig. Allister fasste es nämlich offenbar einfach so auf. Und vermutlich wurde von mir erwartet, es genau anders zu verstehen. Also spielte ich den Trottel und nickte ebenfalls beiläufig.

Minuten später verließ uns der Direktor dann und eigentlich hätte mit ihm auch das Gefühl verschwinden sollen, mit dem Kopf in einer Mausefalle zu stecken, die jeden Augenblick zuschnappen würde. Aber… das tat es nicht.
Tatsächlich wurde es sogar schlimmer, als Helen wieder am Tisch saß und sich nun ganz und gar mir zuwenden konnte. Rasch schmierte ich mir noch ein Brötchen mit dieser Marmelade, die wirklich unendlich lecker war, bevor ich gleich eventuell meinen Kopf verlieren würde.

„Nun…“, setzte sie betont liebenswert an. „Hast du gut geschlafen, Matt?“
„Ziemlich“, bestätigte ich. „Auch wenn diese Pille von Ihnen seltsame Dinge mit den Tapeten angestellt hat.“
„Ja, diese Tabletten sind sehr stark.“ Sie schmunzelte. „So stark, dass man vielleicht nicht einmal aufwachen würde, wenn man nächtlichen Besuch erhält.“

Wären mir nicht ohnehin die Gesichtszüge entgleist, wäre das laute Klirren meines Brotmessers auf dem Tellerrand trotzdem vielsagend genug gewesen. In meinem Zustand war ich einfach unfähig, sie nicht erschrocken und verflucht schuldbewusst anzustarren.
Und sie hatte mich im Blick wie eine… eine… eine verfluchte Gottesanbeterin, die mir gleich den Kopf abbeißen würde. Ihr Gesicht war noch immer ausdruckslos, aber ihre hellgrauen Augen spießten mich auf und schienen direkt in meinen Kopf einzudringen, wo sie meine Gedanken lesen würde.
Fuck, fuck, fuck!

„Mir war heute Morgen so, als hätte ich die Tür des Gästezimmers gehört“, drang sie weiter vor. „Ich hoffe sehr, dass du nicht so leichtsinnig warst, ohne Hilfe aufzustehen. Mit einer Gehirnerschütterung ist nicht zu spaßen, weißt du?!“
„D-das war ich, Señora“, kam es völlig überraschend von Estella, die scheinbar ebenfalls wie erstarrt neben mir stand.
Für einen Sekundenbruchteil sah ich die Überraschung in Helens Augen. Und ich warf einen Blick auf ihr Misstrauen, ihre Verschlagenheit und… ihren Hass.
Wow! So also sah die Hölle aus, ja?!

„Estella?“, fragte Helen scharf und fixierte ihre Angestellte.
„Ich entschuldige mich, Señora“, brachte die Latina schnell vor. „Sie sagten, ich solle mich um sein Wohlergehen kümmern. Und… unter der Dusche kamen wir uns etwas näher. Also dachte ich… ich nahm an… sie hätten nichts dagegen, wenn ich…“
Ich sah Jos Mutter direkt von der Seite auf ihr Auge, als sie ihr Hausmädchen mit Blicken sezierte. Ich sah, wie sie nach Anhaltspunkten für eine Lüge suchte. Und ich war zutiefst dankbar, nicht selbst dieser Behandlung unterzogen zu werden, denn ich bezweifelte, dass ich ihr standhalten konnte.
Allerdings wandte sich dieser doppelte Suchscheinwerfer dann mir zu…

„Ich hoffe, Estella hat dir keine Unannehmlichkeiten bereitet, als sie so unverschämt über dich herfiel“, warf sie ihren Köder aus.
Mir blieb keine Wahl. Ich wich dem Blick aus und sah zu der Latina, die mit gesenktem Kopf dastand und knallrot im Gesicht war. Aber wenn ich es nur dabei beließ, war ich trotzdem gleich Toast. Also setzte ich alles auf eine letzte Karte.
„Eine Schönheit wie Estella kann mir kaum Unannehmlichkeiten bereiten“, sagte ich so anzüglich wie irgend möglich.
Und ich berührte dabei mit meiner Hand ihr Bein auf Höhe des Randes ihrer halterlosen Strümpfe unter dem Saum ihres Kleidchens.

Die Latina erschauerte. Aber mein in dieser Hinsicht geschultes Auge nahm wahr, dass es kein Unwohlsein und auch kein Schreck war. Berührungsängste hatte diese Frau jedenfalls nicht, wie ich ja schon wusste.
Langsam wandte ich mich wieder Helen zu, die zu meiner Hand blickte und zum ersten Mal einen winzigen Hauch von Unsicherheit erkennen ließ.
„Tut mir leid, wenn ich mich unpassend verhalten habe“, sagte ich langsam. „Wo ich herkomme, halten wir die Dinge oft etwas einfacher…“

„Du bist erwachsen, Matt“, erwiderte Helen und sah mich wieder an.
Aber die Suchscheinwerfer waren aus und es war ein gewöhnlicher, forschender Blick. Etwas misstrauisch. So wie ihr Lächeln etwas gezwungen wirkte. Aber nicht das, was mir diese Heidenangst einjagte.
„Und solange ihre Arbeit nicht beeinträchtig wird, geht es mich natürlich nichts an, was Estella in ihrer Freizeit tut.“
„Also… habe ich mich nicht falsch verhalten?“, nahm mir die Latina die Aufgabe ab, etwas zu antworten.
„Du hast meine Anweisungen vielleicht ein wenig übererfüllt, aber ich bin froh, wenn unser Gast sich wohlfühlt und Gesellschaft hat. Also will ich durchaus nachsichtig sein, wenn du in den nächsten Tagen etwas mehr Zeit mit ihm verbringst.“

Ich konnte ein Keuchen eben so unterdrücken. Hatte uns diese Frau gerade durch die Blume aufgefordert, ruhig ab und zu eine Nummer zu schieben? Warum zum Henker sollte sie sowas tun? Das passte doch nicht ins Bild…
Und wenn wir schon dabei waren: Wieso tat Estella das eigentlich? Was zum Teufel war hier los, verdammt noch mal?

„Entschuldigst du mich, Matt?“, fragte Helen als Nächstes. „Ich habe Patiententermine und muss mich für die Arbeit vorbereiten.“
„Ähh… Klar!“, meinte ich rasch, auch wenn sie schon aufgestanden war.
Die Frage war wohl nur eine Formalität.
Ich sah ihr nach, als sie ohne einen Blick zurück aus dem Esszimmer stolzierte. Und ich lauschte noch eine Weile auf ihre hochhakigen Schuhe, deren Klacken immer leiser wurden, bis es völlig verstummte.
Erst dann wandte ich mich der Latina zu.

„Wieso… Wieso ist das gerade gutgegangen?“, wollte ich verblüfft wissen.
„Weil ich in Jos Bett geschlafen habe“, erwiderte Estella erstaunlich gelassen. „Und weil die Señora sich daher nicht sicher sein kann, wer wirklich bei dir war.“
„Was wäre, wenn…?“, krächzte ich und griff mir unwillkürlich an den Hals.
„Wer weiß dass schon?“, hauchte sie. „Aber vielleicht schluckst du lieber keine der Tabletten mehr, die sie dir gibt. Nur für alle Fälle…“
Ich hustete, schluckte hart und kämpfte mit dem Gefühl, dass es kein blöder Witz war.
„Aber auf jeden Fall solltest du ihr keinen Grund geben, an unserer Version zu zweifeln. Sie wird jetzt sehr wachsam sein“, ermahnte sie mich dann. „Wollen wir also?“
„Was?“
„Duschen…“

Ohhh… fuck!
Das konnte nicht wahr sein. Die Art, wie sie mich anlächelte und mit dem Saum ihres Kleids spielte, ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie nicht von einer Unterstützung bei meiner Körperpflege sprach. Außerdem war sie mir ja vorhin schon fast an die Wäsche gegangen. Quasi…
Und nun schwebte auch noch dieses verdammte Damoklesschwert der mütterlichen Inquisition über mir und lieferte mir einen echten Grund, dieses abgefuckte Spiel mitzuspielen.
Ich hatte wenig Zweifel daran, wie anders Helens Reaktion ausgefallen wäre, wenn ihr Verdacht über Jo sich bewahrheitet hätte. Oder vielleicht eher ihre Befürchtung. Rückblickend wirkte es auf mich nämlich so, als wäre sie fast erleichtert gewesen, eine andere Erklärung zu erhalten. Fast so als… wollte sie Estella glauben.

„Wenn sie das Haus verlässt…“, murmelte ich leise. „Kann ich dann nicht einfach hier sitzen bleiben und frühstücken, bis sie weg ist?“
Die Latina machte einen zuckersüßen Schmollmund und sah mich übertrieben enttäuscht an. Und das war ein Ding für sich, denn so hatte noch niemals eine Frau in meinem Leben auf einen Versuch reagiert, Intimität auszuweichen. Normalerweise bekam man dafür auf die eine oder andere Weise eine Portion verletzten Stolz um die Ohren geschlagen.
„Sie wird etwa eine Stunde brauchen“, erklärte Estella. „Aber natürlich könntest du trotzdem so lange das Frühstück genießen. Nur…“
„Nur?“, hakte ich frustriert nach, als sie nicht fortfuhr.
„Nur wird das ihre restlichen Bedenken dann natürlich nicht zerstreuen. Sie wird dann den ganzen Tag darüber nachdenken, ob sie uns glauben kann. Und was denkst du: Ist sie eher ein Mensch für Worst-Case-Szenarien oder jemand, der vom Besten ausgeht?“

„Fuck!“, zischte ich, ohne lange nachzudenken.
Wenn sie noch zweifelte, würde sie Dinge finden, um diese Zweifel zu nähren. Und wenn sie Wind von der Wahrheit bekam, würde sie mich vermutlich nicht nur umbringen, weil ich ihre Tochter anfasste, sondern auch, weil ich sie belogen hatte.
Das sie fähig war mich tatsächlich um die Ecke zu bringen, war übrigens keine Frage für mich. Ich hatte in ihren Augen gesehen, dass sie eiskalt war. Kälter als mancher Kriegsveteran, für den Töten einfach die letzte Stufe der Eskalationskette darstellte. Mehr wie… ein echter Killer.
Ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass in diesen Gesellschaftsschichten ein Menschenleben so konkret wertlos war. Ich hatte immer angenommen, dass es ihnen leicht fiel, Menschen verrecken zu lassen, die sie niemals zu Gesicht bekamen.
Wie man sich irren konnte…

„Wenn du mir noch ein paar Mal das Gefühl gibst, es wäre für dich so unerträglich, mich zu ficken, vergeht mir wirklich die Lust“, beschwerte sich Estella.
Es war ein verspielter Tonfall. Ein Necken. Mit genau dem Anteil an fast unmerklicher Kälte, der einen schlauen Mann sofort aufmerken ließ. Und ich war vielleicht ein Vollidiot, aber nicht ganz dumm.
„Sorry“, sagte ich sofort und blickte sie an.
Ihre Augen waren ganz leicht verengt und musterten mich. Alle Warnsignale waren da.
„Du bist heiß, Estella. Es ist mir nicht unerträglich. Tatsächlich bist du mir tausend Mal sympathischer als einige andere Frauen, mit denen ich in den letzten Jahren…“

Scheiße…! Was plapperte ich da?
Es war nicht mal der Inhalt, sondern eher, dass ich eine Frau, die mich gerade so eindeutig gewarnt hatte, jetzt mit Vergleichen nervte. Man war ich hart mit dem Kopf aufgeschlagen. Oder hatte ich Todessehnsucht?
Es war reines Glück, dass der Inhalt ihre Aufmerksamkeit erregte und sie ablenkte.
„Also stimmt es!“, zischte sie. „Du fickst wirklich die Mädchen von deiner Schule!“
Ich schluckte, aber im Grunde war ich erleichtert, dass der andere Kelch an mir vorübergegangen war.
„Davon wirst du mir erzählen“, beschloss die Latina. „Jetzt will ich nur wissen, mit wem du angefangen hast. Doch nicht etwa mit dieser Jocasta, oder?“

Woher auch immer Estella die Namen meiner Mitschülerinnen kannte, war mir ein Rätsel. Aber ich war so erleichtert, dass ich nicht weiter darüber nachdachte.
„Angefangen hat alles mit Mel…“, murmelte ich.
Und es dauerte nicht einmal bis zu ihrem scharfen Einatmen, bis mein Herz stehenblieb.
Melody?“, japste sie fast tonlos und schüttelte völlig erschüttert den Kopf.
Ich sah ihr an, dass sie es nicht fassen konnte. Und ich konnte auch nicht begreifen, dass ich es ihr tatsächlich gesagt hatte. Wie konnte ich so unendlich dämlich sein, ausgerechnet die Wahrheit zu sagen? In diesem Haus?
War ich einfach nur völlig verblödet? Oder doch lebensmüde?

„Komm! Duschen! Sofort!“, forderte sie zu meiner milden Überraschung, während ihre Wangen leicht rot wurden.
Irgendwie schien das bei der Latina gewisse Knöpfe zu drücken. Und da die Entscheidung eigentlich schon gefallen war, spielte es auch keine Rolle mehr…
Natürlich dachte ich an Jo. Und daran, was sie davon halten würde. Natürlich fragte ich mich, ob ich mit den beiden Wahlmöglichkeiten die mir blieben - Flucht und Sex mit dem Dienstmädchen - nicht so oder so die Tür zu ihr zuschlug.
Aber da war ein kleiner Teufel auf meiner Schulter, der ein Liedchen darüber sang, wie gerade Jo mich in diese Situation gebracht hatte. Und dann waren da die Geräusche von hohen Absätzen, die langsam lauter wurden und mir eine Heidenangst einjagten. Von der ganz und gar existenziellen Sorte.

Ächzend stemmte ich mich hoch und nahm Estellas stützende Hände gerne an. Und ich tat noch mehr. Ich machte einen weiteren Schritt auf sie zu, hielt sie davon ab, hilfsbereit zurückzuweichen und zog sie in eine Umarmung.
Sie leistete das exakte Gegenteil von Widerstand, als ich mich ihr entgegen neigte. Es schien ihr sogar egal - oder sie hatte nicht mitbekommen - dass ihre Arbeitgeberin fast bei uns eingetroffen war, als ich sie küsste.

Ja. Es war Berechnung, dass ich das tat. Ich schäme mich nicht einmal dafür.
Ich küsste die Latina und sie öffnete sich mir völlig. Wenn sie nicht wirklich begierig darauf war, es mit mir zu treiben, war sie eine Weltklasse-Schauspielerin. Und alle Zurückhaltung oder Zögerlichkeit meiner Bewegungen konnte ich gut mit meinem Gesundheitszustand erklären.
Für Helen musste es aber eindeutig so aussehen, als würde sich gerade die Bestätigung für unsere Lügengeschichte abspielen. Und zwar nach allen Regeln der Kunst. Einschließlich eines elegant bestrumpften Beins, das an meinem Schenkel hinaufglitt, um sich darum zu legen, zweier Hände, sie sich leidenschaftlich in mein Shirt krallten und einer Frauenstimme, die kehlig und gedämpft stöhnte.

„Gott!“, keuchte sie leicht außer Atem, nachdem unsere Zungen einander ein wenig gejagt hatten. „Das habe ich gebraucht, Matt…“
Bevor ich etwas tun konnte, um sie von weiteren - und vielleicht brandgefährlichen - Äußerungen abzuhalten, mischte sich Helens Stimme von hinten ein.
„Jetzt komme ich mir in meinem eigenen Haus schon wie ein Eindringling vor.“
Sofort machte Estella einen Satz und löste sich von mir, was mich ein wenig aus dem Gleichgewicht brachte. Schnell musste ich mich am Tisch abstützen.
„Señora!“, japste sie schuldbewusst.

„Lasst euch von mir nicht stören“, sagte Helen.
Es klang wirklich gelassen und auch irgendwie gelöst. Und sie sah auch tatsächlich eher amüsiert aus als irgendetwas anderes. Was ein gutes Zeichen war, richtig?
„Ich habe nur mein Palm-Comp vergessen“, ergänzte die Hausherrin und kam langsam zum Tisch.

Als sie sich das kleine Ding schnappte, dessen billigste Ausführung als Smartphone der siebten Generation auch für meinesgleichen erhältlich war - und dessen Leistung vermutlich über der meines Laptops lag - bemerkte ich, dass sie sich verändert hatte.
Offene Haare und ein hauchdünner Seidenbademantel machten aus dieser Frau eine verdammte MILF. Im wahrsten Sinne des Wortes, obwohl ich wirklich keine Ambitionen verspürte, diese Mutter tatsächlich flachzulegen. Aber so rein vom Äußeren her wäre es mir nicht schwergefallen, wie ich mir schluckend eingestehen musste.

Helen war die Mutter von Mel und Jo. Aber in diesem Aufzug sah die Mittvierzigerin nicht wie üblich aus, wie eine distinguierte Mittdreißigerin, sondern wie eine scharfe Endzwanzigerin. Auch wenn ein Teil ihres Looks todsicher auf Schönheitsbehandlungen zurückzuführen war. Aber von der erstklassigen, nicht erkennbaren Sorte.
Was mir allerdings mehr zu denken gab, war der Grund ihres Auftritts. Es musste bei dieser Frau nämlich einen geben, der sie erkennbar nackt unter dem praktisch durchsichtigen Stoff hier hergeführt hatte. Schon allein, weil niemand sich für eine Dusche bereit machte, aber die Heels anbehielt. Nicht einmal in dieser Gesellschaftsschicht.
Also…?

Ich richtete mich auf und legte demonstrativ den Arm um Estellas Hüfte. Und die zögerte kurz, lehnte sich dann aber an meine Seite und sah mich von unten herauf an. Scheinbar mochte sie den leicht besitzergreifenden Unterton der Geste.
Helen hingegen nutzte den Moment, in dem ich nicht zu ihr sah, um mir auf die Hose zu schauen. Und zugegebenermaßen hatte der Kuss von gerade meinen ohnehin von den Ereignissen beim Aufwachen alarmbereiten Schwanz aus seinem Versteck gelockt.
Helen gab sich nicht die Blöße einer willkürlichen Reaktion. Aber wenn das nicht zwei kleine Beulen waren, wo die Vorhöfe ihrer Brüste durch den Stoff schienen, würde ich meine Eier zur Kastration freigeben.
Was - zum - Henker!?!

„Was ich so darüber gehört habe, ließ ihn größer erscheinen“, sagte sie völlig cool und blickte mir in die Augen.
Wieder eiskalt erwischt konnte ich meine Gesichtszüge nicht von der völligen Entgleisung abhalten. Dieser Baseballschläger traf wieder mit voller Wucht meinen leicht schmerzenden Kopf. Und Helens Reaktion nach zu urteilen hatte sie genau darauf spekuliert.
Aber woher zum Teufel wusste sie von dem Sexklub auf der Schule? Und was wusste sie darüber?

Selbstbewusst und lässig trat sie einen Schritt näher und streckte die Hand aus. Ich war so platt, dass ich nicht mal zurückwich.
„Aber das ist trotzdem nicht übel“, meinte sie, während sie den Bund der Hose nach vorne zog und einen Blick hinein warf. „Gar nicht übel…“
Ich zuckte erschrocken zusammen, als sie den Gummizug losließ und er dicht über meiner Eichel gegen meinen Bauch schlug. Und sie wandte sich ab und ging. Obwohl es das nicht trifft. Die Art, wie sie dabei mit den Hüften schwang, hatte ich nämlich ohne Scheiß zuvor nur bei Huren gesehen.

Viel Zeit, mich zu wundern, bekam ich nicht. Estella schob ihre Hand nämlich gleich in die Hose und griff sich sanft aber bestimmt meinen Ständer. Ohne weitere Worte gab sie die Richtung vor und blieb dicht an meiner Seite. Damit sie mich ‚stützen‘ konnte…
Ich für meinen Teil konnte mich nur wundern, dass bei all den Beinahe-Herzinfarkten an diesem noch so jungen Tag mein Schwanz noch immer stand und nicht längst für alle Zeiten gekündigt hatte.
Ohne Gegenwehr ließ ich mich ins Gästezimmer und dort in das direkt angrenzende Bad verfrachten, wo sie mich - ohne meinen Schwanz loszulassen oder meine Mithilfe zu benötigen - von Hose und Shirt befreite. Dann schob sie mich unter die Dusche und stellte sie an.

Ich war so perplex, dass ich einfach dastand und ihr dabei zusah, wie sie in ihren Rücken griff und ihr Kleid öffnete. Darunter war sie nackt. Oben wie unten herum. Automatisch nahm ich ihren Anblick zur Kenntnis.
Meiner Einschätzung nach war die Latina Anfang zwanzig und körperlich war sie topfit. Sicherlich weniger von Fitnessstudiobesuchen, als von ihrer Arbeit. Ungepflegtheit konnte man ihr keinesfalls vorwerfen. Sie war sauber am ganzen Körper rasiert und ihre Haut sah perfekt gepflegt aus.
Vermutlich musste selbst ein Dienstmädchen in diesen Kreisen gewisse Ansprüche erfüllen. Oder - und so langsam dämmerte mir, dass da vielleicht wirklich was dran sein mochte - ihre Aufgaben waren doch weiter gesteckt, als man dachte, wenn man Hausmädchen hörte.

Mit einem leicht dumpfen Gefühl im Kopf sah ich mir ihre vollen, großen Brüste an, die dem Zug der Schwerkraft etwas nachgaben, als sie sich vornüber beugte, um ihre Halterlosen abzustreifen. Sie waren straff, aber mehr am üppigen, als am knackigen Ende der Skala angesiedelt.
Und das traf auf die ganze Frau zu. Sie war nicht groß und weit davon entfernt, irgendwelche Problemzonen zu haben. Sie war einfach eine Latina, wie sie im Buche steht. Inklusive der ausgeprägten, weiblichen Rundungen, die eben dazugehören.
Und diese Rassefrau stieg nun zu mir in die Dusche und drängte ihren nackten Körper ganz ungeniert an meine Vorderseite.

„Wir müssen auf deinen Kopf aufpassen“, säuselte sie verheißungsvoll. „Also hast du noch ein paar Minuten Schonfrist, bevor ich deinen Prügel in meiner kleinen Fotze spüren will. Aber das muss dich nicht davon abhalten, mich anzufassen.“
Ohhkay… Diese neuen Töne verblüfften mich ein wenig. Aber sie erreichten auch mein Kleinhirn und wurden als aufregend registriert. Da hatte wohl jemand ein sorgsam gehütetes Schandmaul.
Ein klein wenig mechanisch, aber zu meiner Schande nicht völlig uninteressiert, kam ich ihrer Aufforderung nach.

So richtig zum Einsatz kamen meine Hände allerdings nicht, denn Estella machte sich ziemlich ziergerichtet an die Aufgabe, mich zu säubern. Und zwar mit vollem Körpereinsatz.
Sie schäumte sich nicht nur die Hände ein, sondern auch ihre Brüste. Und benutzte die beiden dann, um meinen Unterleib und meinen Bauch zu ‚waschen‘, während ihre Hände sich um den oberen Bereich kümmerten. Mehr als ein paar Streicheleinheiten auf ihrem Rücken blieben mir eigentlich nicht.
Und selbst den entzog sie mir, als sie sich auf die Knie niederließ und meinen Schwanz ganz ohne Scheu in den Mund nahm, um ihn… tiefenzureinigen.

Ich musste mich festhalten und die Augen schließen, als die Latina ohne Umschweife mein Ding schluckte. Als würde sie jeden Tag nichts anderes tun, als einen Schwanz direkt in ihre Kehle gleiten zu lassen und dann mit leichten Schluckbewegungen die Eichel zu massieren.
Fuck… Sie würgte nicht mal ein kleines bisschen dabei.
Zur Belohnung ihrer Bemühungen machte ich mir keine Mühe, mein Stöhnen zu unterdrücken. Das fühlte sich wirklich großartig an!

„Lasst euch bitte nicht stören“, ertönte da plötzlich die Stimme von Helen.
Ich zuckte so heftig zusammen, dass ich meinen Schwanz noch ein Stück tiefer in Estellas Hals rammte. Und diesmal röchelte sie doch etwas. Aber aus irgendeinem Grund zog sie sich nicht zurück. Und dieser Grund könnten meine Hände gewesen sein, die ihren Kopf vor Schreck fest packten.
Rasch riss ich die Augen auf und war drauf und dran, die ‚Dame‘ des Hauses dafür anzuscheißen, dass sie dauernd versuchte, mir einen Infarkt zu verpassen. Aber ich biss mir noch rechtzeitig auf die Zunge.

Sie stand in der Tür und diesmal war ihr Bademantel nicht geschlossen. Aber er klaffte auch nur einen Hauch auf und man konnte nicht wirklich hineinsehen.
Nicht, dass es nötig gewesen wäre. Schließlich hatte sie ihn über ihren offensichtlich nun auch noch nassen Körper gezogen und das Ding klebte daran wie eine zweite Haut. Die einzige Frage, die ich noch nicht hundertprozentig hätte beantworten können, war die nach der genauen Form ihrer Schamlippen. Alles Weitere wäre auch nackt nicht deutlicher erkennbar gewesen.

„Ich wollte nur noch kurz darauf hinweisen, dass ich nicht auf ein Abendessen mit Jaqueline und gerne auch mit Matt verzichten möchte“, erklärte sie. „Also sorg doch bitte dafür, dass er dann noch lebt und aufrecht sitzen kann. Und kümmere dich darum, dass das Essen rechtzeitig fertig ist, ja?“
Sie blickte dabei die ganze Zeit auf den Kopf in meinem Schoß, der gegen den Druck meiner Hände leichte Bewegungen wieder aufgenommen hatte. Und nun kurz auf und ab ruckte.
Als sie fertig war, sah sie mir fragend ins Gesicht und ich brauchte eine Minute, bevor ich das checkte.
„Ähh… Sie hat genickt, glaube ich“, murmelte ich.
„Fein“, meinte Helen und drehte sich um. Dann blickte sie noch einmal zurück, musterte mich und wiederholte fröhlich: „Fein, fein, fein…“

Ohne Witz: Bei diesem Auftritt hätte sie auch die ältere Schwester ihrer Töchter sein können. Die gesamte Attitüde war locker und fast jugendlich gewesen. Keine Spur von der eiskalten Society-Lady, die mir am Frühstückstich gegenübergesessen hatte.
Aber genau das machte mir eine Höllenangst. Wie konnte jemand so unterschiedliche Gesichter haben, die sich so völlig widersprachen. Und… was sollte dieser Scheiß? Sie war doch nicht wirklich hier aufgetaucht, um das loszuwerden. Für solche Anweisungen gab es tausend Wege der Kommunikation.
Die eine Frage war also: War das ein Besuch zum Glotzen gewesen oder hatte es einen besorgniserregenderen Grund? Und die andere war: Welches dieser beiden Übel war mir lieber?

Estella löste sich von mir. Ich hielt sie nicht auf. Und ich hielt sie auch nicht ab, als sie sich aufrichtete und meinen Kopf zu sich hinunter zog, um mir einen Kuss zu geben. Und mir dabei eine Portion von ihrem Speichel in den Mund zu schieben, den sie offenbar gesammelt hatte. Nur damit er gleich wieder zu ihr zurückfloss.
Wir knutschten ein wenig extrem nass und ich war langsam bereit, die Sache mit Helen für eine Weile zu vergessen. Glücklicherweise bewahrheitete sich meine Befürchtung, sie würde diesen Augenblick nutzen, um uns wieder zu besuchen, nicht.

Die Dusche zu verlassen, uns notdürftig abzutrocknen und zum Bett zu gelangen, dauerte dann nicht lange. Ich war froh, als ich endlich wieder liegen durfte, denn alles in allem war mein Zustand reichlich beschissen. Und körperlich war ich auch nicht sonderlich fit.
Aber mein Schwanz stand steil aufgerichtet, als würde ihn all das nicht das Geringste angehen. Und Estella nutzte das aus, kroch über mich und kniete sich darüber, um dann mit glitzernden Augen und geschicktem Griff meine Eichel in Position zu bringen und sich langsam abzusenken.
Heiß und nass schloss sich ihre Pussy um meinen Schaft und glitt langsam daran hinunter.

Ich stöhnte leise, denn das Gefühl war in jeder Hinsicht angenehm. Mit geschlossenen Augen genoss ich die langsame Reise hinunter, bis sich ihre Schamlippen direkt auf meinen Schoss pressten. Und noch mehr genoss ich, wie sie dann ihre Muskeln innerlich anspannte und mich ein paar Mal kräftig massierte.
Beiläufig griff ich hinauf und hob ihre Brüste ein wenig an. Mit meinen Fingern suchte ich die Nippel und spielte daran, bis sie fest waren und deutlich vorstanden. Dann quetschte ich sie etwas und lauschte auf die Laute der Latina, um zu erfahren, was ihr am besten gefiel.
Aber offenbar war sie kein Nippeltyp. Selbst als ich die Augen kurz öffnete, fand ich keine Anzeichen dafür, dass ihr diese Berührungen etwas gaben.

Ganz im Gegensatz zu ihrer hörbaren Begeisterung, als sie ihren Unterleib wieder anhob und langsam die Hüften kreisen ließ. Das bereitete ihr offensichtlich mehr Vergnügen.
Daher ließ ich von ihren Brüsten ab und legte stattdessen eine Hand in ihren Schoß, um ihre Geilheit mit etwas Druck auf ihren Kitzler noch mehr zu steigern. Und das funktionierte perfekt.
„Sí!“, jaulte sie schon bei der ersten Berührung. „Frotar mi coño. Frotar mi perla. Sí!“
Dem kam ich natürlich nach. Wenn sie es so sehr mochte, zusätzlich die Finger zu spüren - gerubbelt zu werden, wie sie es ausdrückte - konnte mir das nur recht sein.

Der wahre Grund dafür war allerdings, dass ich einfach nicht ganz bei der Sache war. Und wenn sie den Kopf in den Nacken warf und laut ihre Lust hinaus wimmerte, bemerkte sie davon nichts.
Sicher… Es war heiß, eine scharfe Latina auf dem Schwanz sitzen zu haben, die selbst im Taumel ihrer Begeisterung nicht vergaß, immer wieder das Becken zu heben, zu senken und kreisen zu lassen. Die es sogar schaffte, immer wieder ihre Pussy anzuspannen und die Reibung damit noch ein wenig zu erhöhen.
Es war geil, wie sie sich in die Haare griff oder ihre Fingernägel über meine Brust zog, weil sie wirklich Spaß hatte. Wie sie sich irgendwann so sehr anspannte und zurücklehnte, das sie fast nach hinten kippte, als sie zum ersten Mal kam.
Aber… Das war nicht Jo, die da auf mir ritt und immer ekstatischer wurde. Tatsächlich fühlte es sich sogar so an, als würde ich Jo betrügen. Und irgendwie tat ich das ja auch, wenn man mal rein theoretisch annahm, dass sich da zwischen Jo und mir wohl doch etwas anbahnte.

Oder angebahnt hatte, bis sie an diesem Morgen das Haus verlassen hatte, denn wie sie auf diese Geschichte reagieren würde, konnte ich nicht einmal ahnen.
Ein Teil von mir war überzeugt, dass sie kein Problem damit haben würde. Ein anderer Teil, dass sie mir die Augen auskratzen mochte, bevor ich auch nur Piep sagen konnte. Aber die unangenehmste Befürchtung war, dass sie mir einfach den Rücken kehrte und gar nichts sagte oder tat.
Das Schlimmste wäre, wenn es ihr egal wäre. Da sollte sie mir lieber das Herz bei lebendigem Leib herausreißen. Und es vielleicht danach wieder einsetzen und mir verzeihen…

Nur leider… war das unwahrscheinlich. Ich war mir noch nicht einmal selbst sicher, ob das, was ich hier tat, wirklich irgendwie als notwendig bezeichnet werden konnte. Und die Frau, die ‚so stolz war, dass es schon fast an Geisteskrankheit grenzte‘, würde selbst im allerbesten Fall wissen wollen, wieso ich es getan hatte.
Die Antwort klang so jämmerlich, dass ich selbst schon versucht war, mir an die Stirn zu tippen…
Ich tat es mit dem Hausmädchen, damit Jo und ich die Möglichkeit hatten, es auch zu tun, ohne Aufsehen zu erregen. Und weil ich Schiss davor hatte, von ihrer Mutter mit einer Überdosis Pillen um die Ecke gebracht zu werden.
Ganz, ganz großartig, Matt. Und auch so… heldenhaft…

Absurderweise schafften es diese Gedanken nicht, meinen Ständer dorthin schrumpfen zu lassen, wo er bei so einem Schlappschwanz wie mir hingehörte. Stattdessen merkte ich, wie es sich in meinen Eiern schließlich sammelte und ich langsam auf den Höhepunkt zusteuerte.
Aber gut. Das war nicht wirklich eine Überraschung für mich. Ich hatte auch schon herausgefunden, dass ich mich zu einem Erguss wichsen konnte, selbst wenn ich einen Splatterfilm sah und überhaupt gar keine erotischen Gedanken hatte. Nur durch die Reibung.
Und Estella war eindeutig erotischer als ein Splatterfilm…

Um ihr zu signalisieren, dass ich auf der Zielgeraden war, löste ich meine Hand aus ihrem Schoß und packte sie an den Hüften. Die Augen ließ ich jedoch geschlossen, denn sie würde darin ziemlich sicher erkennen, wie wenig ich bei der Sache war.
In Reaktion auf die Veränderung fing sie an, sich wieder mehr auf mich zu konzentrieren. Sie stützte sich auf meiner Brust ab und ihre Bewegungen wurden zielgerichteter. Sie wusste, wie man beim Reiten einem Mann die richtige Stimulation verpasste. Das musste ich zugestehen.
Und überhaupt war sie eine tolle, heiße Frau, die es nicht verdient hatte…
Naah… Wenn ich diesem Gedanken nachging, würde es vielleicht doch nichts mit dem Orgasmus.

Ich konzentrierte mich darauf, mich nicht zu konzentrieren. Lenkte meine Aufmerksamkeit auf den heißen Körper, den ich in Händen hielt. Auf den Schweiß, der ihre Haut bedeckte und auf mich tropfte. Und auf das nasse, geile Gleiten ihrer Pussy an meinem Schwanz.
Und ich stöhnte, als es langsam immer schneller ging und ich das vertraute Ziehen in meinem Schaft spürte. Ich folgte ihren wortreichen Aufforderungen und ließ mich einfach gehen, bis es mir schließlich kam.
Estella sank dann auf mich und setzte ihre Bewegungen noch eine Weile lang sanft fort, um auch noch das Letzte aus mir herauszuholen. Und ich fühlte die Erschöpfung von allem, was in den letzten vierundzwanzig Stunden passiert war, auf mich hinab sinken.

Es kann nicht lange gedauert haben, bis ich einschlief. Und es fühlte sich von Anfang an nicht richtig und nicht sehr erholsam an. Was zu einem Gutteil daran lag, dass auf mir einfach die falsche Frau lag und sich an mich schmiegte.
Weil ich es nicht auf die Kette gekriegt hatte, das Richtige zu tun.
Gott… Was war ich für ein beschissener Versager!


*****

Zurück zu Teil 05
Weiter zu Teil 07