Kojotenhöhle

Was dich hier erwartet, ist nicht der Versuch, irgendetwas zu umschreiben. Ich nenne die Dinge durchaus beim Namen, auch wenn ich versuche, das niveauvoll zu tun. Und ich versuche außerdem, Geschichten zu erzählen, in denen der Sex ein Teil des Ganzen ist und nicht der einzige Teil. Man findet hier wohl auch Grenzwertiges für manche Geschmäcker. Ob man es als BDSM-artig oder als abartig empfindet, liegt dabei ganz im Auge des Betrachters.

Wenn es dir gefällt, lass es mich wissen. Wenn es dir nicht gefällt, gerne auch. Hinterlass mir einen Kommentar oder schreib es mir per Mail an Mike.Stone bei gmx.net .

Posts mit dem Label Nackt baden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nackt baden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 19. April 2012

Das Götterkind - Prolog


Das ist mein echter 'Erstling'. Die erste Geschichte, die ich als in sich abgeschlossen fertiggestellt habe, obwohl es sich eigentlich um einen Prolog zu einer eigenen Geschichte handel. Ob es die allerdings jemals geben wird, muss ich infrage stellen.
Es ist ein altes, frühes Werk mit dem ich hier und da nicht zufrieden bin. Aber auch nicht unzufrieden.
Also poste ich es weiterhin unmodifiziert...

*****

Das Götterkind
Eine Fantasy-Geschichte über Sex - und eine Art von Liebe - unter Göttern


„Endlich wieder zu Hause.“
Zufrieden seufzend betrat sie den Hauptraum ihres Refugiums, dessen Sicherheit und Unerreichbarkeit für Andere es zu ihrem persönlichen Elysium machten. Ein kurzer Blick sagte ihr, dass alles noch an seinem Platz und in Ordnung war. Nicht dass sie etwas anderes erwartet hätte, war dieser Ort doch nur ihr bekannt und zudem für die meisten Wesen unerreichbar. Leicht erschöpft von der langen Abwesenheit ließ sie den Frieden des Ortes auf sich wirken.

Der Boden aus dem zarten Stoff der Wolken war von meisterlicher Hand zu einem festen Untergrund verwoben worden. Er hatte die Farbe und Beschaffenheit von Marmor angenommen, ohne dessen Kälte und Härte an den Tag zu legen. Weich und warm schien er die Füße zu umschmeicheln und zu wärmen. Weiß und makellos bedeckte er den Boden im Zentrum ihres Refugiums, dessen Grenzen von filigranen Säulen aus dem gleichen Material markiert wurden.
Einem Menschen hätten wohl Bedenken ob der Stabilität des Wolkenstoffes kommen mögen, doch sie wusste um die Erfahrung und Kunstfertigkeit der Geflügelten, deren höchste Kunst die Herstellung dieses Stoffes war.

Im Zentrum des innersten Bereiches ragte ein Fels aus dem Boden, der aus gutem Grund an die Spitze eines Berges erinnerte, gehörte er doch zu einem der höchsten Gipfel der Welt. Doch die Wärme ihres Gemüts ließen den Frost und das Eis schmelzen und die geschickte Hand eines Meisters aus längst vergangener Zeit hatte aus der Spitze des Felsen einen Brunnen gearbeitet.
Reinstes Quellwasser entsprang dem obersten Teil dieses Kunstwerkes und speiste zahlreiche kleine Becken, bevor es ein Bassin füllte, dass groß genug war um bequem darin zu baden. Der helle Ton des plätschernden Wassers war reiner als Elbenmusik. Ein Hoch den Zwergen für ihr Geschick im Umgang mit kaltem Stein.

Zwischen den Säulen und innerhalb des Allerheiligsten wuchsen die schönsten Pflanzen. Rankten sich an den Säulen der Sonne entgegen, die ungehindert von einem störenden Dach den Ort beschien. Rosen und andere blühende Rankengewächse herrschten hier vor und die rote Rose, als ihr ureigenstes Symbol, war am häufigsten anzutreffen. Der Duft dieser Blumen erfüllte die Luft und verbannte alle störenden Gerüche ebenso wie er die Sinne mit Leichtigkeit erfüllte. Den Elben gebührte der Dank für diese lebendige Fülle.

Als ihr Blick auf das stattliche Bett am gegenüberliegenden Ende der offenen Halle fiel, musste sie unwillkürlich lächeln, denn es waren die Menschen, die in den Gebrauchsgegenständen und den Dingen des Genusses allen anderen voraus waren. Nicht nur aufgrund des besonderen Ortes war es ein wahres Himmelbett.
Die Säulen aus edelsten Hölzern trugen einen Baldachin aus den feinsten Stoffen und das filigrane Gespinst an den Seiten war meisterhaft geklöppelte Spitze. Schon lange hatte sie sich nicht mehr der wohligen Umarmung ihres Bettes hingeben können. Dies würde nun ihre erste Tat zu Hause sein. Einige Stunden Ruhe.
Um die vorwitzige Sonne musste sie sich keine Gedanken machen, denn Kraft ihres Willens war dies der einzige Bereich in dem Schatten und Zwielicht herrschte wann immer sie dies wollte. Und als habe ihr Heim ihre Gedanken bereits zuvor gespürt war dies auch der Fall.

Leichthin beugte sie sich vor und öffnete die Verschnürungen der Sandalen, die sie in den vergangenen Wochen und Monaten getragen hatten. Erst als sie sich wieder aufrichtete, besann sie sich darauf, dass diese Formalitäten lediglich in Anwesenheit gewöhnlicher Menschen angebracht waren, um selbige nicht zu verschrecken. Amüsiert ob ihrer Gedankenlosigkeit ließ sie ihrem Willen freien Lauf und stand einen Augenblick später unbekleidet da. Die Kleidung war dorthin verschwunden woher sie gekommen war: ins Nichts.

Einige leichte Schritte führten sie zu ihrem Brunnen, in dem sie sich die letzten Reste des Staubes der anderen Welt abwaschen wollte. Nicht das tatsächlich irgendein Stäubchen es wagen würde an ihr zu haften. Es war mehr ein symbolischer Akt.
Bevor sie in die kühlen Wasser stieg fiel ihr Blick auf das Spiegelbild. Mit dem Ablegen ihrer Verkleidung hatte sie auch ihr wahres Aussehen wieder angenommen. Fort waren die Makel und die Abschwächungen, die es dem menschlichen Geist erlaubten ihr Äußeres anzuerkennen, ohne sie sogleich als übernatürlich zu identifizieren. Lange Zeit hatte sie ihre Verkleidung getragen und nun nahm sie ihr Abbild wohlwollend zur Kenntnis.

Die langen roten Haare fielen nun wieder in altgewohnter Fülle und leicht gewellt an ihrem Rücken herab bis auf die wohlgeformten Rundungen ihres Hinterns. Die tiefgrünen Augen leuchteten von Kraft und Macht und verbargen ihre Natur nicht mehr hinter einer blassen Fassade. Die Züge ihres Gesichts hatten die leicht erhöhten Wangenknochen und die sinnlichen Lippen ebenso beibehalten wie die Grübchen an ihrem Kinn. Doch nun störten keine allzu menschlichen winzigen Makel mehr die Perfektion. Ihr Blick wanderte an ihrem Spiegelbild hinab und als er ihre Brüste erreichte trat erneut ein amüsiertes Lächeln auf ihre Züge und ließ selbige erstrahlen.
‚Die Menschen sind ein eigentümliches Völkchen.’ dachte sie bei sich. ‚Sie haben die außergewöhnlichsten Vorlieben was die Brüste ihrer Frauen angeht und doch lieben sie alle diese hier.’

Gedankenverloren drückte sie den Rücken etwas durch und streckte ihren Busen dem Spiegelbild entgegen. Gerade zu viel für eines Kriegers Hand und fest wie ein himmlischer Apfel waren sie. Auch hier waren die winzigen Makel verschwunden so dass es keine Ungleichheiten mehr gab sondern nur noch die altgewohnte Perfektion.

Zufrieden wanderte der Blick über den flachen Bauch bis hin zu ihrer Scham, die lediglich an ihrer Spitze einen schmalen Streifen des flammend roten Haares aufwies. Auch hier war alles wieder beim Alten. Das Haar ordentlich und die äußeren Lippen prall gewölbt, ohne einen Blick auf das Innerste freizugeben. Und doch am Spalt im Zentrum verheißungsvoll glänzend wie von leichter Feuchtigkeit. Zufrieden betrachtete sie schließlich die langen, schlanken Beine mit den zierlichen Füßen bevor sie das Bildnis zerbrach indem sie in das Becken stieg.
Ein kurzes Abtauchen in den Quell und ihr war wohler zumute. Nun fühlte sie sich rein und sauber.

Erfrischt und angenehm benetzt wandte sie sich ihrer himmlischen Ruhestatt zu und ging die wenigen Schritte. Ein leichtes Streichen über die weichen und feinen Decken verlieh ihr einen Vorgeschmack auf die Freude des Hineinlegens. Die Zipfel der Decken anhebend stellte sie einen Fuß auf ihr Bett und erhaschte lediglich aus dem Augenwinkel einen Eindruck von einer schemenhaften und schnellen Bewegung, bevor ein starker Arm aus fühlbarer Schwärze sich von hinten um ihren Hals legte.

Erschrocken keuchte sie auf und war so perplex, dass sie nicht einmal reagieren konnte, als sich ein zweiter Arm um ihr Hüfte schob und sie nach hinten zog. Ein Angriff in ihrem Elysium war derart undenkbar, dass sie nicht einmal die geringfügigsten Vorsichtsmaßnahmen getroffen hatte.
Der Schreck und die monatelange Gewohnheit in menschlichen Begriffen zu denken ließ sie die Lage analysieren. Der Angreifer musste sich im Schatten verborgen haben und über beträchtliche Fähigkeiten verfügen. Er war offensichtlich stark, was nicht allein die Festigkeit seines Griffes sondern auch die Dicke seiner Arme und die Breite der Brust, an die sie nun gepresst wurde, verrieten.
Ihr nackter Rücken fühlte weder Leder noch Metall oder Stoff. Offensichtlich war der Fremde weder gerüstet noch besorgt um seine Sicherheit. Der leichte Geruch, der nun von ihm ausging, wies ihn als Mann aus und zeugte von einer starken Erregung.
Das wiederum weckte ihren Zorn, denn wo hemmungslose und wilde Leidenschaft ihre liebsten Gefährten darstellten waren ihr Zwang und Gewalt ein Gräuel. Und gewaltsam erzwungenes Liebesspiel weckte ihren fürchterlichen Zorn. An diesem Punkt realisierte auch ihr Verstand, dass sie sich nicht mehr in den Gefilden der Menschen aufhielt sondern in ihrem eigenen Reich. Wutentbrannt zischte sie: „Du hast dir gerade mächtigen Ärger eingehandelt, du Narr!“

„Tsk, tsk, tsk…“ machte ihr Gegner ganz nah an ihrem Ohr. „Aber, aber… Hast du mich nicht mit deinem Fluch hierher gezwungen?“Sein Tonfall war selbstsicher und dennoch rau. Nur mühsam beherrscht.

Hätte nicht seine dunkle Stimme allein ihr die Identität ihres Besuchers aufgedeckt, wären spätestens seine Worte geeignet gewesen, sie aus ihrer bodenständigen Denkweise zu reißen. Der Schrecken wich zunächst und machte der altgewohnten Klarheit in ihren Gedanken Platz.
Nur einer besaß die Macht sie hier aufzusuchen und war zudem noch Opfer ihres Zornes geworden. In der Welt der Sterblichen hatte er sie nicht finden können, also hatte er ihr hier aufgelauert und auf ihre Rückkehr gewartet. Und in ihrer vernebelten Denkweise hatte sie das Eindringen nicht bemerkt.

Nun war er hier und es war eingetreten, was sie insgeheim in all den Jahren befürchtet und herbei gesehnt hatte, die seit dem zornigen Ausbruch und dem Schleudern des unbedachten Fluches vergangen waren. Er war gekommen, um Rache zu nehmen für die Begierde, die sie ihm eingepflanzt hatte, ohne ihm einen Hinweis zu geben, was er begehrte.
Er musste lange umhergeirrt sein um die Frau zu finden, die ihn begehrte und fürchtete, ihn liebte und hasste. Es war ihr nicht schwer gefallen den Fluch zu formulieren, zumal sie viel Erfahrung in derlei Dingen hatte. Doch damals hatte ihr Innerstes gesprochen und nicht ihr Verstand. Denn letzterem war die Gefahr nur allzu bewusst, in die sie sich brachte.

War er gekommen, weil er nun endlich verstanden hatte, welche Frau gemeint war? Oder wollte er ihrer Existenz ein Ende setzen? Diese Variation der alten Frage drängte sich mit Macht in den Vordergrund.
Sie begehrte diese bösartige Kreatur seit vielen Zeitaltern, doch zugleich fürchtete sie ihn ob seiner Macht als Gleichgestellter und seiner Skrupellosigkeit, der schon einige ihrer Art zum Opfer gefallen waren. Ja genaugenommen begehrte sie ihn eben wegen dieser, fast schon primitiven, Bösartigkeit.

Und nun war er hier. Und obwohl sie sich beinahe wie Wachs in seinen Armen fühlte, wusste sie doch, dass sie sich ihm niemals hingeben durfte. Nicht aus Angst um ihr eigenes Leben, sondern aus Sorge um die Konsequenzen.
Nicht ohne Grund hatte der Rat der Götter Verbindungen dieser Art untersagt. Ihre Gedanken rasten und verzweifelt suchte sie nach einem Ausweg, während ihr erschrocken sein Name entschlüpfte: „Shatak!“

„Wer sonst?“ fragte er beinahe selbstgefällig. Ihm konnte die Verwirrung ebenso wenig verborgen geblieben sein wie ihr sekundenlanges Schweigen. „Du hast es mir recht schwer gemacht, und als ich endlich meinen Entschluss gefasst hatte und hierher kam, warst du gerade fort. Eine Menge Zeit, um meine Wut zu pflegen und mir ein paar Kleinigkeiten auszudenken“, raunte er leise und drohend.

Die Erkenntnis und die Konsequenz derselben durchzuckte sie wie ein Schlag. Er hatte das Rätsel nicht gelöst, und das erleichterte den vorausschauenden Teil ihrer Gedanken. Doch andererseits hatte er ihr gerade klar zu verstehen gegeben, dass er Rache nehmen wollte. Die Furcht vor seinen Kräften drohte sie zu überwältigen. Beinahe gaben ihr die Beine nach. Hätte er sie nicht gehalten, wäre sie zu Boden gesunken.

Doch zugleich durchflutete sie die Erregung. Denn hier lagen ihre geheimsten Wünsche verborgen. War sie zum einen die unerbittliche Gegnerin des erzwungenen Aktes, sehnte sie sich doch zum anderen nach eben dieser Gefahr. Nach seiner Kraft und Rücksichtslosigkeit. Ungebeten folgten ihre Gedanken der Phantasie weiter und zeigten ihr auf, dass es keine unerwünschten Konsequenzen geben würde, wenn er ihrer Existenz im Anschluss ein Ende setzte. Bevor ihr Bewusstsein noch auf die Perversion dieser Gedanken verweisen, konnte hatte ihr Körper bereits begonnen zu reagieren.

Als er sie allerdings umdrehte und mit einer Hand ihren Hals packte, weigerte sich ihr Bewusstsein die Waffen zu strecken. Hilflos zwar und an Kraft ihm weit unterlegen, packten ihre Hände dennoch entschlossen seinen Arm, um den Druck zu lindern.
Zugleich allerdings saugten ihre Augen jede Einzelheit ihres Gegenübers auf. Sie wanderten über sein kantiges Gesicht mit den brutalen Zügen und den tiefschwarzen Augen, über den mächtigen Brustkorb und den muskulösen Bauch und über die schwarze Lederhose an seinen kräftigen Beinen.
Sie erfassten die Einzelheiten der dunklen Haut und der langen schwarzen Haare und sahen das sich auflösende Schattengespinst, das ihn ihren Blicken entzogen hatte. Schließlich blickte sie wieder in seine Augen und sah das ferne rötliche Glühen, das Zeichen seiner mühsam im Zaum gehaltenen Wut. Sie hörte sein leichtes Schnauben und roch seinen nun intensiven Geruch, während er ihre Kehle zudrückte und ihr den Atem raubte.

Nur unter Aufbietung aller geistigen Kräfte vermochte sie sich von seinem Anblick loszureißen um ihren Willen zu sammeln. Und erst, als ihr selbiges nicht gelang, stellte sie fest, dass neben ihm auch sie unter den Auswirkungen ihres eigenen Fluches stand. Alle übernatürlichen Kräfte würden in dieser Auseinandersetzung keine Rolle spielen.
Fatalerweise waren ihre weiblichen Waffen, ihre einzige sonstige Verteidigung, gegenwärtig nicht geeignet, die Lage zu entspannen. Die Angst ergriff wieder Besitz von ihr, denn so wie die Dinge standen, könnte er sie nun sogar erdrosseln, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte.

Als er bemerkte, dass sie nun ernsthaft versuchte sich von ihm zu befreien, grinste er diabolisch. „Keine Sorge. Ich habe nicht vor, dich so einfach davonkommen zu lassen. Aber zumindest weißt du nun, was dir droht…“
Er ließ die Worte bedrohlich verklingen und lockerte seinen Griff leicht. Ein tiefer Atemzug füllte ihre Lungen mit Luft. Unwillkürlich musste sie ob seiner Worte schlucken.

Mit seiner Hand noch immer fest an ihrem Hals, dirigierte er sie zu einer der Säulen ihres Refugiums. Drückte sie dagegen.
„Du hast mich verflucht, weil ich sterblichen Frauen Gewalt angetan habe…“ grollte er. Sie wollte aufschreien, dass es noch einen anderen Grund gegeben habe, doch sein Griff hatte sich bereits zu sehr gefestigt und erlaubte ihr kein Wort. „Und du hast deinen Fluch wohl bemessen. Denn die Frau, die du mich suchen ließest, findet sich nicht unter den Sterblichen.“
Sein Tonfall wurde grollend und seine Augen begannen bedrohlich zu glühen. Ihre Augen füllten sich unwillkürlich mit Tränen der Angst und Verzweiflung. Seine Wut war so groß, dass ihr ewiges Leben verwirkt schien. „Und da sich ein solcher Fluch nicht brechen noch aufheben lässt, will ich zumindest nicht der Einzige sein, der zu leiden hat!“
Die letzten Worte schrie er beinahe heraus. Ungezügelte Wut beherrschte ihn nun scheinbar vollkommen. Doch urplötzlich schien er abzukühlen und wurde bedrohlich ruhig. Seine Worte glichen nunmehr einem furchteinflößenden Flüstern. „Du wirst mich noch anflehen deiner Existenz ein Ende zu bereiten bevor dies vorbei ist…“

Ihre Furcht überschritt den Punkt reiner Panik und wurde übermächtig. Alle Kraft war nicht in der Lage seinen Griff zu brechen. Obwohl sie es mit aller Macht versuchte, während ihr die Tränen der Verzweiflung übers Gesicht rannen, rührte sich seine Hand nicht.
Schließlich gab sie auf. Ihre Arme fielen herab. Sie ergab sich ihrem Schicksal, dem Tod.
Erst unmittelbar bevor die Schwärze sie übermannte, löste sich sein eiserner Griff. Gab ihren Hals frei.
Ihre malträtierten Lungen rissen so viel Luft in sich hinein, wie sie aufzunehmen vermochten. Erschöpft sank sie an der Säule zu Boden. Für einen Moment drohte der Schwindel ihr die Besinnung zu rauben, doch dann klärte sich ihr Blick.

Langsam sah sie zu ihm hinauf und erstarrte, als sie mit ansehen musste, wie er langsam und bedächtig seine Hose öffnete. Sie hinunter schob.
Schnell stieg er aus seinen Stiefeln und beförderte diese zusammen mit den Beinkleidern in eine Ecke. Sein Gemächt war bereits angeschwollen. Schien drohend auf sie zu zeigen. Zwei widerstreitende Emotionen keimten in ihr auf.
Zum einen war dieser Anblick langersehnt und erregend. Auf der anderen Seite hatte sie selbst in ihren Phantasien jedoch nie ihren eigenen Tod einkalkuliert.
In Anbetracht seiner blutdurstigen Natur schien ihr nun aber eben dieser zu drohen. Was er offensichtlich mit ihr zu tun gedachte, widerstrebte ihrer Natur und zugleich schrie jene unterdrückte Seite ihrer Weiblichkeit vor Sehnsucht auf.

Angsterfüllt kroch sie etwas rückwärts, bis sie durch den Felsbrunnen gestoppt wurde. Drohend aufgerichtet folgte er ihr langsam, bis er direkt vor ihr stand. Mit fest zusammengebissenen Zähnen versuchte sie sich unter Kontrolle zu halten, während der intensive Geruch seiner Lust ihr beinahe die Sinne raubte.
Ihre Beherrschung errang ein weiteres Mal die Oberhand. Nicht Willens, sich ihm zu unterwerfen, versuchte sie ihren Fuß von unten in seine Hoden zu rammen, als er die Schenkel etwas spreizte, um über ihre ausgestreckten Beine zu treten.
Als erfahrenem Kämpfer fiel es ihm allerdings nicht schwer, diesen Tritt abzuwehren.
Mit einem weiteren Schritt stand er direkt vor ihr und sein Phallus berührte ihr Gesicht. Instinktiv drehte sie den Kopf zur Seite und dennoch reagierte ihr Körper mit starken Regungen auf die leichten Berührungen seines Gemächtes an ihrer Wange. Ohne es zu wollen, stiegen Hitze und Feuchtigkeit in ihrem Inneren auf. Drängten nach außen.

Seine Hand packte ihren roten Schopf. Sich leicht vorbeugend drehte er ihren Kopf zu sich. Zwang sie nach oben zu sehen.
In seinen Augen stand das Feuer des Begehrens. Trotz aller Bedenken und Widersprüche konnte sie nicht verhindern, dass das ihre sich darin widerspiegelte.
Ohne ein weiteres Wort beugte er ihren Kopf wieder leicht nach unten und schob sein Becken vor. Fixiert von seinem starken Griff berührten ihre Lippen die Spitze seines Phallus. Sie war unfähig, etwas dagegen zu unternehmen.
Erneut brach sein intensiver Geruch mit Macht über ihren feinen Geruchssinn herein. Wie in Trance öffnete sie ihre Lippen.

Er hatte nicht auf ein solches Zeichen der Aufgabe gewartet. Hatte bereits begonnen, Druck gegen die Barriere auszuüben. Und so rutschte er tief in ihren Rachen hinein, als sich ihr Mund öffnete.
Der plötzliche Stoß seines großen Gemächtes in die Tiefen ihres Mundes ließ sie sich beinahe übergeben.

Nur die lange Erfahrung in solchen Dingen, wenngleich auf freiwilliger Basis, ermöglichte ihr, dies zu vermeiden. Den Speichelfluss konnte sie damit jedoch nicht unterbinden.
Ein Gefühl der neuerlichen Demütigung überfiel sie, als sich ihr Mund mit Flüssigkeit füllte.
Als er allerdings noch weiteren Druck ausübte und sich bis tief in ihren Hals schob, ohne Rücksicht zu nehmen, wurde jeder Gedanke an Gegenwehr oder gar einen Biss zerschlagen.
Sie musste alle Beherrschung aufwenden, sich aller Lektionen in dieser speziellen Spielart besinnen, um mit der Fülle fertig zu werden. Was in diesem Moment in ihren Rachen eindrang, ging über jede sterbliche Bestückung hinaus.
Nur mühsam konnte sie durch die Nase Luft holen. Doch da sich selbige direkt an seiner Scham befand, atmete sie dabei einen tiefen Zug seines Geruchs ein.
Trotz der beinahe unerträglichen Lage, verstärkte dies erneut ihr Begehren.

Ihr Bewusstsein kapitulierte. Überließ ihrem Instinkt die Führung.
Die Belohnung folgte sogleich, denn als sie in dieser unmöglichen Situation nicht nur ob seines Geruches ein leichtes Stöhnen ausstieß, sondern auch noch den Griff ihrer Lippen festigte und mit der Zunge anfing, Druck auf die Unterseite seines Phallus auszuüben, konnte er ein leichtes Schaudern nicht unterdrücken.
Langsam zog er sich aus ihrem Mund zurück.
Ohne einen bewussten Gedanken fassen zu können, versuchten ihre Lippen ihn festzuhalten, während ihre Zunge seinen Schaft massierte.
Der Speichel lief ungehindert aus ihren Mundwinkeln, ihren Hals hinab und zwischen ihren Brüsten hindurch weiter nach unten, während er sein Gemächt ganz zurückzog und gleichzeitig ihren Kopf mit der Hand nach hinten beugte. Schaudernd vor Erregung zuckte sie zusammen, als das Rinnsal ihren Schamhügel erreichte.

Prüfend blickte er auf sie herab. Schicksalsergeben erwiderte sie seinen Blick.
Doch scheinbar wollte er nicht ihre Hingabe, sondern ihren Trotz. Seine Augen schienen sich zu verhärten und er zog sie an den Haaren hinauf.
Noch bevor sie richtig auf den Füßen war, drängte er sie bereits rücklings über den Sims des Brunnenbeckens. Nur die Polsterung aus Wolkenstoff linderte den Druck der harten Kante in ihrem Rücken. Nur seine Hand in ihrem Schopf verhinderte ein Überkippen in das Becken.
Erst als sie, mit dem Kopf halb im Wasser, den Rücken vollständig durchgedrückt hatte und lediglich mit den Fußspitzen noch den Boden berührte, stoppte er.
Mit der anderen Hand griff er ihr wiederum an die Kehle.
Sie konnte nicht sehen, was er tat. Spürte plötzlich seine Lippen am Zentrum ihrer Weiblichkeit.
Ein spitzer Schrei entwand sich ihrem Mund, als er mit der Zunge ihre Schamlippen teilte. Bis zu ihrem Lustknoten hinauffuhr. Sie konnte nichts dagegen tun. Lang unterdrückte Sehnsucht brach sich Bahn und öffnete die Schleusen ihrer Lust.

Er ließ kurz von ihr ab. Schob sie mit seinem freien Arm soweit über den Beckenrand, dass nur ihr Gesäß darauf ruhte.
Ihr blieb nichts anderes, als die Beine anzuwinkeln. Sich ihm so noch mehr zu öffnen.
Ihre Hände packten instinktiv den Arm, mit dessen Hand er sie am Hals hielt, weil sonst ihr Oberkörper ungestützt im Brunnenbecken versunken wäre.

Als seine Lippen erneut ihre Schamlippen berührten und seine Zunge sie teilte, um hindurch zu fahren, erschauerte sie.
Er begann mit dem Mund an ihrem Knoten zu saugen, während seine Zunge sich ein Stück weit in ihren Eingang schob. Ihr blieb vor Erregung kaum etwas, als die Beine um seine Schultern zu schlingen. Sich ihm hinzugeben.
Doch das genügte ihm nicht. Sein haltender Arm senkte sich und ließ sie so mit dem Oberkörper ins Wasser eintauchen.

Zunächst suchte sie mit den Händen nach dem Beckenboden, doch dieser war zu tief. Erlaubte ihr nicht, sich mit seiner Hilfe wieder zur Oberfläche zu drücken.
Die schiere Todesangst erwachte wieder, aber er zog sie am Hals bereits aus dem Wasser. Als ihre Hände erneut seinen Arm umklammerten, gewährte er ihr genug Freiheit, um Luft zu holen.
Als er sie zum zweiten Mal unter Wasser drückte, versuchte sie nicht mehr, sich zu befreien. Sie hielt sich lediglich an seinem Arm fest.
Wie zur Belohnung tauchte er seine Zunge wieder ins Zentrum ihrer Lust. Fassungslos musste sie feststellen, dass die Erregung umso mehr zunahm, je weniger Luft noch in ihren Lungen verblieb.
Erst als ihr langsam schwarz vor Augen wurde und ihr Körper anfing, sich in Todesangst zu winden - erst als im gleichen Augenblick ein unabwendbarer Höhepunkt ihren Körper durchflutete - zog er sie wieder weit genug hinaus, um ihr das Atmen zu gestatten.

Einige tiefe Atemzüge verstärkten noch das Nachbeben des Höhepunktes.
Sie wartete nun nicht mehr auf den Druck seiner Muskeln, sondern drückte den Rücken selbst durch, bis ihr Kopf wieder unter Wasser gelangte.
Ihr Trieb übernahm vollständig die Kontrolle. Selbst ihr Tod wäre unbedeutend gewesen, wenn sie nur noch einmal diesen taumle der Gefühle erleben durfte.
Doch Shatak war so grausam wie sein Ruf. Statt ihrem Drängen nachzugeben, zog er sie wieder an die Oberfläche.
Tränen der Verzweiflung liefen aus ihren Augen. Es war die Verzweiflung der Süchtigen, die nicht bekam, wonach ihr Körper aufgebracht verlangte.

Erst als er ohne Vorwarnung seinen mächtigen Stamm vollkommen in ihr versenkte, während er sie gleichzeitig wieder unter Wasser drückte, hörte sie auf sich zu winden. Ihr schmerzvoll, ekstatisches Stöhnen wurde vom Wasser verschluckt und sie umschlang mit den Beinen fest seine Hüften, um ihn so tief wie möglich in sich hinein zu pressen.
Sein riesiges Gemächt war beinahe zu viel für sie. Er hatte ihr keine Zeit gelassen, sich darauf vorzubereiten. Sie hatte es nicht anders gewollt.
Eben dieses Gefühl des überwältigenden ausgefüllt Seins ließ sogleich eine neue Welle über ihr zusammenschlagen. Ihre Muskeln verkrampften sich. Ihre Hände krallten sich in seinen Arm, rissen die Haut auf. Und ihre innersten Muskeln schlossen sich wie eine Faust um seinen Phallus.
Ihr Unterleib zuckte unkontrolliert. Ein starkes Zittern durchlief ihren Körper, während vor ihren geschlossenen Augen hunderte greller Lichter tanzten.
Und kaum war die erste Welle vorübergezogen, schwappte bereits die nächste über sie hinweg. Ließ sie erneut jede Kontrolle über ihren Körper verlieren. Einen weiteren, lautlosen Schrei ausstoßen.
Wieder und wieder wurde sie durchgeschüttelt ohne etwas dagegen tun zu können oder zu wollen, während sich langsam der Erstickungstod näherte.

Shatak verharrte tief und beinahe bewegungslos in ihr. Erst als ihre Krämpfe nachließen und ihr Körper ob des Luftmangels anfing zu erschlaffen, holte er sie noch oben.
Und noch während sie unwillkürlich nach Luft schnappte, fing er an er sich zu bewegen.
Zu ihrem Glück drückte er sie nicht wieder ins Wasser. Die unglaubliche Intensität seiner kraftvollen Bewegungen ließen ihr keine Zeit genug Atem zu schöpfen. Jeder Atemzug wurde unterbrochen von einem lustvollen Schrei, wenn er ein weiteres Mal tief in ihr die Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit sprengte. Jeder Stoß raubte ihr noch mehr die Luft.

Das Gefühl seines immensen Phallus, wie er sich aus ihr zurückzog bis er ihre Grotte ganz verlassen hatte, nur um sogleich mit viel Schwung und seiner ganzen Kraft wieder bis in ihr tiefstes Innerstes vorzustoßen, drohte sie zu zerreißen. Und dennoch konnte sie nicht genug davon bekommen. Jeder einzelne Stoß durchdrang sie von Kopf bis Fuß und ließ ihre Ekstase immer höher steigen.
Als er schließlich noch, eine ihrer Brüste in den Mund nahm und saugend in ihre Brustwarze biss, war sie nahe daran das Bewusstsein zu verlieren.
Jeder seiner Stöße war eine Qual. Kraftvoll und rhythmisch wie die Hammerschläge der göttlichen Schmiede malträtierte er ihr Innerstes. Schmerz und Lust verschmolzen zu einer Empfindung, die sich nicht mehr trennen ließ.
Sie stemmte sich jedem dieser Schläge entgegen. Legte ihre Hände an seine Arme und presste sich an ihn, wenn er tief in ihrem Inneren an die Grenze stieß und seine Hoden gegen ihren Damm klatschten.
Wenn er sich zurückzog, versuchte sie ihn aufzuhalten, schnappte mit ihren innersten Muskeln nach ihm. Und wenn er wieder vorstieß, warf sie sich ihm entgegen.
Schweiß rann über ihr Gesicht, ihren Oberkörper. Vermischte sich mit seinem und den Säften ihrer Lust dort, wo sie eins waren.
Es gab kein bewusstes Denken mehr. Keine erkennbare Grenze mehr zwischen den Wellen neuer Höhepunkte, die sich über sie hinweg wälzten.

Erst nach einer unendlich langen Zeitspanne verharrte er tief in ihr und ließ sie zu Atmen und zur Besinnung kommen. Diese Besinnung war jedoch ausschließlich von einem Gedanken geprägt. Sie wollte ihn tiefer spüren, wollte, dass er sie noch mehr ausfüllte, wollte von ihm zerrissen werden und im Rausch der Sinne vergehen.
Ohne ihn freizugeben machte sie sich daran, sich auf den Bauch zu drehen. Und als er ihre Intention erkannte half er ihr dabei.
Dann packte er ihre Haare und half ihr über der Wasseroberfläche zu bleiben. Zumindest bis er sich einen festen Stand gesichert hatte. Sein Phallus drang nun noch ein wenig tiefer in sie hinein.
Er gab sie frei, doch anstatt zu versuchen, sich über dem Wasser zu halten, ließ sie ihren Oberkörper einfach nach unten sinken.
Zwar erreichten ihre Hände jetzt den Boden, doch sie wollte sich nicht mehr abstoßen. Das Gefühl in so tief in sich zu spüren, dass er bei jedem Stoß in ihren Brustkorb vorzudringen schien, trug sie in einen Rausch.

So bemerkte sie nicht einmal, dass die Erfüllung ihres Fluches ihre Fähigkeiten zurückkehren ließ und ihr die Notwendigkeit zum Atmen nahmen. Der Rausch war so stark, dass sie zu nichts anderem mehr fähig war denn unter Wasser ungehört zu schreien.

Jegliches Gefühl für Zeit und Raum gingen ihr verloren, als er schließlich noch einige Finger in ihren hinteren Eingang schob und so weiteren Druck nach vorne ausübte.
Sie spürte, dass er sich nun auch völlig gehen ließ. Kein sterblicher Körper wäre diesen Gewalten gewachsen gewesen. Und selbst ihr unsterblicher Körper hatte schwer damit zu kämpfen.
Doch davon spürte sie nichts mehr, denn seine immer schneller kommenden Stöße schickten sie auf den höchsten Gipfel aller vorstellbaren Lust. Ohne auch nur an etwas wie eine Konsequenz denken zu können, flehte sie ungehört danach, dass er sich in ihr ergießen möge, um ihr Feuer zu löschen.

Und schließlich spürte sie es.
Seine Stöße wurden noch ein wenig härter. Er fing an in ihrem Innersten zu vibrieren.
Mit aller Kraft, all den verborgenen Muskeln ihres Unterkörpers und allen erlernten Fähigkeiten versuchte sie es voranzutreiben. Bis er schließlich kurz verharrte und ein letztes Mal in sie hineinstieß.
Als sein Samen aus der Spitze seines Phallus herausschoss, war es wie eine Explosion, die ihren Körper zu zerfetzen schien. Wie flüssiges Feuer strömte es aus ihm hinaus und stillte ihr eigenes brennendes Verlangen endlich.

Kein Wasser der Welt hätte ihren Schrei der Erfüllung ungehört verhallen lassen können. Und ebenso hörte sie den seinen deutlich in der Tiefe des Beckens.
Ungebremst und animalisch hatten sie beide den höchsten Gipfel weit jenseits sterblicher Vorstellungskraft erreicht.
Ohne darüber nachzudenken hob sie sich Kraft ihrer widergewonnenen Fähigkeiten aus dem Wasser und warf sich herum. Stürmisch und ungezügelt umarmte und küsste sie ihn. Nahm ihren eigenen Geschmack dabei auf.
Wild spielten ihre Zungen miteinander und ohne Rücksicht bissen sie sich in Lippen und Hälse.

Es dauerte lange bis sich die Ekstase legte und ihr Bewusstsein sich zu Wort melden konnte.
Aber dessen mahnende Worte von der unweigerlichen Frucht dieses Aktes, die nun in ihrem Leib heranwachsen würde, verhallten ungehört. Ebenso wie die Warnung vor dem Zorn des Rates der Götter, der die geschlechtliche Verbindung zweier Unsterblicher aus eben diesem Grund verboten hatte.
Hier und jetzt hatten sich die göttlichen Verkörperungen von Lust und Gewalt verbunden und etwas Neues geschaffen. Es mochte ein einzigartiges Wesen bleiben, doch noch war es nicht vorbei und keiner von beiden würde vom anderen ablassen, bis man sie gewaltsam trennte.


Mittwoch, 18. April 2012

Junge Liebe - Kapitel 1 - Teil 01

Junge Liebe
Kapitel 1
Eine Geschichte über die Jugend, die Liebe und erste Male
I.

Peter stoppte den Wagen neben einer kleinen, gepflasterten Plattform mit zwei hölzernen Tischen und Bänken, die als Rastplatz für Wanderer angelegt worden waren. Ein ebenfalls hölzernes Geländer hielt die umliegenden Büsche ab. Die Burgruine lag von diesem Platz aus gesehen nur etwa zehn Meter voraus. Und etwa dreißig Meter weiter oben.
Auf dieser Seite der Erhebung fiel der Fels in sehr steilem Winkel ab und teilweise bestand sogar die Gefahr von Steinschlägen. Dafür hatte die Festung allerdings in ihren besten Zeiten auch einmal ein weites Gebiet überblickt.

„Ähh…“, meinte Nadia etwas verstört. „Wie sollen wir denn jetzt da hochkommen?“
Peter grinste und deutete auf eine Lücke im Buschwerk.
„Ich bin doch keine Bergziege“, widersprach die Blondine.
„Es ist gar nicht so schwierig“, entgegnete er beruhigend. „Wir sind hier schon als Kinder immer wieder hochgeklettert.“
Wie verboten das von offizieller Seite her war, verschwieg er natürlich. Ebenso wie seine großzügige Auslegung des Begriffes ‚Kinder‘, denn so richtig an den Aufstieg heran gewagt hatten er und seine Freunde sich auch erst in der Pubertät.

Nadia blickte immer noch recht zweifelnd. „Ich weiß nicht…“
„Tanja hatte da nie Probleme“, log Peter daraufhin.
Es funktionierte. Die Freundin seiner Cousine war eine ehrgeizige Kämpfernatur und hinter der eigentlich eher unsportlichen Tanja wollte sie nicht zurückstehen. Sie straffte sich und ihr Gesicht nahm einen entschlossenen Ausdruck an.
„Da lang?“

Peter verkniff sich ein Schmunzeln und trat zu seiner Begleiterin. Als er sie mit Schwung auf den Arm nahm, quietschte sie überrascht, legte aber ohne Zögern ihren Arm um seinen Hals.
Vorsichtig trat er über das Geländer und ins Gebüsch hinein. Es war nicht tief und man kam auch ohne große Schwierigkeiten hindurch. Auf der anderen Seite setzte er Nadia wieder ab.
Sie stand auf einem größeren Stein und war daher auf Augenhöhe mit ihm. Und sie machte keine Anstalten, sich von ihm zurückzuziehen, obwohl sie gerade sehr dicht voreinander standen.
„Und was war das jetzt?“ Ihre Stimme war nur ein Hauch. Und sie ließ einen Schauer über seinen Rücken laufen. Allein die Art, wie sie es sagte, machte so etwas wie eine Einladung daraus.

Peter reagierte ganz natürlich, wie er es immer tat. Er machte einen halben Schritt zurück und wich dem Blickkontakt aus.
„Brennnesseln“, murmelte er und deutete erst auf ihre nackten Beine und dann auf den Boden um die Büsche herum. Er konnte sehen, wie sie die Augenbraue hochzog und ihn sehr intensiv anstarrte. Seine Pläne für den Ausflug gerieten gehörig ins Wanken, während er mit dem Fuß einen kleinen Stein umkippte und den Boden betrachtete.
„Wie aufmerksam von dir“, sagte sie nun mit einem komischen Tonfall. Irgendwie ein wenig… unzufrieden? „Wo lang jetzt?“

Erleichtert übernahm er die Führung der kleinen Klettertour. Zumindest auf den ersten paar Metern. Als der eigentliche Aufstieg begann, ließ er Nadia voran klettern. Sichernd hielt er sich dicht hinter ihr.
Der angenehme Nebeneffekt war natürlich, dass er ihren Hintern sozusagen direkt vor der Nase hatte. In der abgeschnittenen Jeans war das ein Anblick, der ihn gehörig davon ablenkte, wo er seine Füße hinsetzte. Zum Glück kannte er den einfachsten Aufstiegsweg in- und auswendig.
Nadia konzentrierte sich scheinbar völlig auf die Aufgabe, der sie sich gegenübersah. Sie war vielleicht keine erfahrene Bergsteigerin, aber für diese kleine Westentaschensteilwand reichte ihre Sportlichkeit allemal aus. Trotzdem hatte sie offenbar gehörigen Respekt vor der potentiellen Gefahr. Davon, dass Peter in ihrem Rücken eigentlich nur Augen für ihr Gesäß hatte, schien sie jedenfalls nichts zu merken.

Wenn man wusste, welche Steine trittfest waren, konnte man leicht in zehn Minuten oben ankommen, selbst wenn man unsportlich war. Aufgrund der Ablenkung in Augenhöhe verpasste Peter aber absolut jede Gelegenheit, den Aufstieg durch irgendwelche Hinweise zu beschleunigen. Daher dauerte er knappe zwanzig Minuten und die beiden Jugendlichen kamen dabei gehörig ins Schwitzen.
Die Aussicht vom Plateau entschädigte dafür zumindest ein wenig. Es war ein wirklich idyllischer Panoramablick über das sommerliche Aartal. Tief durchatmend genoss Nadia sichtlich den Ausblick. Und auch Peter genoss einen. Allerdings nicht von der landschaftlichen Sorte.

Die Kombination aus Hitze und Anstrengung hatte etwas mit dem T-Shirt der Blondine gemacht, das er nicht ignorieren konnte. Es war ohnehin schon körperbetont geschnitten und nun klebte es an ihrer Vorderseite, wie eine zweite Haut. Jedes Detail zeichnete sich darunter ab.
Auf diese Weise war nicht zu übersehen, dass sie keinen BH trug. Es gab einfach keine Unterbrechung am Übergang zwischen Bauch und Brust. Hart schluckend konnte er nichts dagegen tun, dass die beiden perfekten Hügel ihn hypnotisierten, noch bevor er so richtig oben angekommen war.

„Genießt du die Aussicht?“, fragte Nadia nach ein oder zwei Jahren ungestörten Starrens auf das Heben und Senken ihres Oberkörpers.
Peters Kopf ruckte hoch und er erkannte, dass sie längst nicht mehr die Landschaft betrachtete. Amüsiert blickte sie ihm ins Gesicht und lächelte irgendwie überlegen, auch wenn der Eindruck von ihrer erhöhten Position und seinem sofort einsetzenden, schlechten Gewissen herrühren mochte.
Er spürte, dass er rot wurde wie eine Tomate, blickte zur Seite und beendete seinen Aufstieg.
„Durch das Loch kommen wir rein“, erklärte er hastig, um der Peinlichkeit zu entkommen.

Im Inneren war die Burg im Grunde wenig beeindruckend. Sie war weder sonderlich groß, noch gab es darin irgendetwas Besonderes. Eine kleine Grenzfeste mit einem einzelnen Turm, den man wegen Einsturzgefahr nicht betreten durfte. Mehr gab sie nicht her.
Auch der Zugang zur Mauer war durch ein Gitter versperrt, denn die Zinnen waren ebenfalls nicht im besten Zustand. Für dieses Problem gab es allerdings eine Lösung, weil Kletterpflanzen fast alle Wände der Ruine dicht überwucherten.
Von einem Felsbrocken im Burghof aus musste man nur einen festen Halt in den Ranken finden, um sich auf die Mauer zu ziehen. Peter machte es Nadia vor.

Als sie es ihm nachtat, fand sie nicht sofort den richtigen Halt. Aber er packte ihr Handgelenk und leistete Hilfestellung. Zu seiner Überraschung löste Nadia daraufhin auf die andere Hand aus dem Gestrüpp und streckte sie ihm entgegen.
Sie hochzuziehen war einfach, denn die Blondine war federleicht. Oder Peter hatte durch das halbe Jahr, dass er nun schon auf dem Bau arbeitete, gehörig an Kraft zugelegt.
Die Wahrheit lag wohl irgendwo dazwischen.

Aber es fühlte sich unzweifelhaft gut an, das Mädchen einfach auf die Mauer hinauf zu ziehen und mit dem Arm um die Hüfte zu sichern, während er sich umdrehte, um ihr die Aussicht zu zeigen.
Sie wich nicht von ihm zurück, sondern schien froh zu sein, dass er sie nicht losließ. Der Platz für die Füße war auf der Mauer wirklich nicht sehr großzügig bemessen.
Gemeinsam blickten sie eine Weile lang in die Ferne. Bei Licht besehen war es so etwas wie das erste Mal, dass Peter eine Frau auf diese Weise im Arm hielt. Seinethalben hätte es ewig dauern dürfen.

„Mmh Peter?“, flüsterte Nadia irgendwann nah an seinem Ohr.
„Hm?“
„Dieser sachte abfallende Weg da hinter der Ruine führt aber nicht am Ende runter zum Auto, oder?“
Upps. Erwischt.
„Äh…“
„Warum genau musste ich die Felswand hoch klettern?“
Das irritierende an ihren Fragen war, dass sie weiterhin in sein Ohr geflüstert wurden. Es klang nicht sauer. Es klang nicht einmal ernst. Eigentlich klang es… Irgendwie anders halt…
Es war einfach unmöglich, dabei einen klaren Gedanken zu fassen.
„Also… Äh…“
„Musste ich vor dir her klettern, damit du mir auf den Arsch starren kannst?“
„Nein! Damit ich dich auffangen kann, falls…“, beeilte er sich zu versichern.
„Falls ich falle?“ Sie lachte leise. „Oh bitte! Das ist lahm.“

Mit diesen Worten löste sie sich aus der leichten Umarmung und machte sich daran, aus eigener Kraft von der Mauer hinab zu steigen.
Peter seufzte. Mit Bravour verkackt.
Ihr erschrockener Schrei ließ ihn herumfahren. Offenbar war sie mit dem Fuß abgerutscht und hielt sich nur noch mit den Händen an den Ranken, die sich unter der Belastung langsam von der Mauer lösten.
Ohne nachzudenken, sprang er von der Mauer auf den Felsbrocken. Dutzende Male hatte er anderen Jungen dabei zugesehen und sich niemals getraut, es ihnen nachzumachen. Aber diesmal ging es nicht um eine Mutprobe.
Mit einem weiteren Satz war er unter Nadia, deren Füße zwei Meter über dem Boden und damit knapp über seinem Kopf baumelten. Der Boden war an dieser Stelle uneben. Gut, dass sie nicht losgelassen hatte. Sie hätte sich leicht etwas verstauchen oder sogar brechen können.

„Lass los“, rief er hinauf.
„Bist du verrückt?“, schrie sie angsterfüllt zurück.
„Ich fange dich!“
„Du spinnst d… aaahh!“
Ihre Worte gingen in einen Schrei über, als ein Teil der Ranken nachgab. Sie war auf dem Weg nach unten, ob sie wollte, oder nicht.
Peter konzentrierte sich nur darauf, den Körper aufzufangen, der ihm entgegen fiel. Zum Glück war er schon darauf vorbereitet gewesen. Daher gelang es ihm recht problemlos.
Weniger unproblematisch war allerdings der Stein, der sich mit den Schlingpflanzen aus der Mauer gelöst hatte. Er sah ihn nicht kommen, sondern spürte nur, wie inmitten des Wirbels aus Blättern und Ranken etwas hart und scharfkantig über seine Schulter schrammte.
Zum Glück kein Volltreffer.

„Oh mein Gott!“, stöhnte Nadia. Ihr Körper zitterte in seinen Armen und sie klammerte sich an ihm fest.
„Hab doch gesagt, dass ich dich fange“, murmelte er beruhigend. „Komm. Ich trag dich zum Auto.“
Erst schien sie widersprechen zu wollen, aber dann fiel ihr etwas ein. „Das wäre eigentlich eine gerechte Strafe für die Kletterpartie, oder?“
„Äh… Klar!“
Als wäre es eine Strafe gewesen, ihren Körper an seine Brust drücken zu dürfen, ohne sich dafür schämen oder rechtfertigen zu müssen.

Ungefähr auf halber Strecke den befahrbaren Weg hinab stellte Peter dann aber doch fest, dass es etwas anderes war, einen Zementsack auf der Schulter zu tragen, als eine Frau auf den Armen. Es wurde sehr viel schneller anstrengend. Und die brennende Schulter machte es nicht besser.
„Du kannst mich jederzeit absetzen“, erklärte Nadia irgendwann. Zweifellos merkte sie, dass ihm die Arme schwer wurden.
Aber Peter dachte gar nicht daran, klein beizugeben. Zum einen war es eine gerechte Strafe und zum anderen wollte er den Hohn in ihren Augen nicht sehen, den er im Ansatz aus ihrer Stimme heraushören konnte.
Er biss die Zähne zusammen, mobilisierte die letzten Kraftreserven und brachte sie zum Auto.
Nachdem er die Blondine auf der Motorhaube abgesetzt hatte, musste er allerdings erst einmal wieder zu Atem kommen. Sein Shirt war völlig durchnässt und am liebsten hätte er es ausgezogen. Dass sie ohne jeden Zweifel so einiges von seinem Schweiß abbekommen hatte, machte die Sache nur noch peinlicher.

„Scheiße was ist das denn?“, fluchte sie plötzlich. „Blut?“
Alarmiert fuhr er herum. Nadias rechter Unterarm war rot verschmiert. Sie hatte sich verletzt. Vermutlich bei ihrem Absturz. Und er hatte es nicht einmal bemerkt. Verdammt!
„Lass mal sehen“, stieß er noch etwas schwer atmend aus.
„Das ist nicht meins“, erklärte sie und sah ihn mit großen Augen an. „Zeig deine Schulter her.“

Seine Schulter? Oh… Der Stein.
Während er sich drehte, versuchte er selbst einen Blick auf sein Schulterblatt zu werfen, aber mehr als der zerfranste Rand eines Lochs im Stoff war nicht zu sehen.
„Ach du scheiße“, keuchte Nadia, die ihrerseits einen guten Blick auf die Bescherung bekam. „Oh Peter…“

Es war nicht so sehr, was sie sagte, sondern viel mehr, wie sie es sagte. Schnell war sie zu ihm getreten und berührte seinen Rücken nahe der schmerzenden Stelle. Der Kontrast zwischen dem Brennen und der federleicht sachten Berührung ihrer Finger hätte nicht größer sein können.
„Es… Es tut mir leid“, stotterte sie. Irgendwie klang es so als… Weinte sie?
Peter drehte sich um und sah direkt in die beiden großen, blaugrünen Augen, die sich mit Tränen füllten und ihn anstarrten.
„Und ich dachte du schwitzt nur“, brachte sie stockend hervor und schluchzte etwas.

„Ist schon gut“, murmelte er etwas hilflos. Irgendwie wollte er sie in den Arm nehmen, aber das wollte sie sicher nicht. „Strafe muss sein. Ich hatte es verdient.“
„Gott Peter!“, wimmerte sie schockiert. „Doch nicht mit einer blutenden Schulter.“ Ihre noch immer ausgestreckte Hand berührte seine Brust.
„Ach so schlimm ist es nicht“, wiegelte er ab und versuchte den Schauer zu unterdrücken, den diese neue Berührung auslöste. Zurückzuweichen wäre ganz bestimmt anständiger gewesen, aber die Berührung ging ja von ihr aus.
„Nicht so schlimm?“, fragte sie noch fassungsloser. Sie wimmerte noch immer beim Reden. Es war ein anrührender Tonfall. Vor allem, weil er auf ihn bezogen war. Es fühlte sich besser an als der leicht spöttische Unterton, den sie sonst benutzte. „Ich bin so ein Miststück“, fügte sie noch hinzu.

„Hey ich lebe noch“, meinte er aufmunternd. Zumindest wenn Frauen traurig waren, ließ ihn sein Selbstwertgefühl nicht im Stich. Damit konnte er umgehen. Darin hatte er Erfahrung. „Und ich bin auch ein wenig stolz auf mich.“
„Ja“, antwortete sie noch schwach, schaffte dann aber ein schiefes Lächeln. „Und du hast mich aufgefangen.“
„Wie ich es dir gesagt habe.“
„Stimmt.“ Sie nickte. Dann schluchzte sie aber wieder. „Oh Peter!“
Dass sie ihn in den Arm nahm, kam unerwartet. Es war eine sehr sanfte, vorsichtige Umarmung. Beinahe tastend, als wolle sie ihn erst um Erlaubnis bitten.
Als ob er sich dagegen gewehrt hätte. Sachte streichelte er ihr übers Haar und versuchte sie zu beruhigen.

„Du hast die Wahrheit gesagt, oder?“ Es war ein wenig schwer zu verstehen, weil sie leise sprach und ihr Mund an seiner Brust lag.
„Wann?“
„Als du gesagt hast, dass du hinter mir gegangen bist, damit du mich auffangen kannst.“
Er brauchte einen Moment, um sich zu einer Antwort durchzuringen. Sie anzulügen, nur weil sie sich gerade schuldig fühlte und ihn daher vielleicht damit hätte durchkommen lassen, erschien ihm nicht richtig.
„Ja“, sagte er daher. „Aber du hattest auch recht.“
„Also hast du mir auf den Arsch gesehen?“
„Ja…“, gestand er ein und wäre am liebsten im Boden versunken vor Scham.
„Gott sei Dank“, murmelte sie. „Ich hatte schon langsam angefangen, an meiner Attraktivität zu zweifeln.“

Wiebittewas?
„Häh?“
„Ich dachte halt, du würdest mich nicht anziehend finden“, erklärte sie zögerlich.
„Wie kommst du denn auf das schmale Brett?“
Peter konnte es nicht fassen. Was an ihr sollte man wohl nicht attraktiv finden können? Und wieso war es überhaupt von Bedeutung, wie er sie fand?
„Na, seit wir angekommen sind, hast du öfter weggesehen als hingeschaut.“ Sie überlegte kurz. „Außer vorhin, als du meine Brüste mit den Augen freigelegt hast.“
„Uh… Ja… Das.“ Peinlich, peinlich. „Ich war… Entschuldige.“
„Nein. Es war… schön“, erwiderte sie schnell. „Ich hatte wirklich das Gefühl, du würdest dich für mich interessieren.“

Was ging hier ab?
Verwirrt legte Peter seine Hände auf ihre Schultern und schob sie ein wenig von seiner Brust weg, um ihr Gesicht sehen zu können.
„Nadia“, fing er an und musste dann schnell weiterreden, bevor ihn der Mut wieder verließ. „Natürlich interessiere ich mich für dich. Wie könnte ich nicht? Ich weiß nur, wo mein Platz ist.“
Sie runzelte die Stirn. Ein neuer Gesichtsausdruck, den er noch nicht kannte. Und auch der war süß.
„Dein Platz?“, fragte sie. „Was soll das denn bedeuten?“

„Das bedeutet, dass du dir keine Sorgen machen musst“, erklärte er ihr nicht ohne eine gewisse, allzu vertraute Bitterkeit. „Du musst mir nicht erst sagen, dass wir Freunde sein können, aber mehr nicht. Ich kenne meine Liga.“
„Willst du mich verarschen?“, fragte sie vorwurfsvoll. Ihr Blick war nun misstrauisch. „Was für eine Liga?“
Er seufzte. „Meine Liga. Die Kreisliga. Und deine Liga. Die Oberliga.“ Warum musste er es auch noch in aller Deutlichkeit aussprechen? Reichte es nicht, dass er es von sich aus schon eingeräumt hatte, ohne ihr erst die verhängnisvolle Frage zu stellen, ob sie sich mehr vorstellen könnte?
„Was soll der Scheiß“, fauchte sie jetzt ernstlich aufgebracht und schüttelte seine Hände ab. „Du musst es nur sagen, wenn du nichts von mir willst.“

Was ging aaaab?
Irgendetwas entging Peter. Er war sich sicher. Irgendetwas lief da schief.
„Nichts von dir will?“, echote er völlig baff.
„Na außer ‘ner schnellen Nummer vielleicht“, schnappte sie bissig. „Dafür wären dir meine Titties und mein Arsch vielleicht noch gut genug.“
„Äh… Nadia…“
„Schon gut, Peter. Ich hab‘s kapiert.“
„Aber ich nicht!“, schnauzte er etwas gröber, als er es beabsichtigt hatte. Sich anmotzen zu lassen war ja schön und gut, aber es wäre schön gewesen zu wissen, weswegen eigentlich. „Erklärst du mir bitte mal, was das hier für ne Nummer wird? Hat Tanja dich angestiftet, mir ein bisschen den Kopf zu verdrehen und mich dann fertigzumachen? Oder machen wir uns einfach nur so ein Späßchen mit Moppel?“

Sein aufgebrachter Tonfall ließ sie einen Schritt zurückweichen. „Moppel?“
„Na so neu wird dir der Lieblingskosename meiner Cousine für mich nicht sein, oder? Sie hat ihn früher schon jedem auf die Nase gebunden und dafür gesorgt, dass alle meine Mitschüler mich schön so nennen.“
So langsam richtig sauer drehte er sich zum Wagen und schlug mit der Faust eine kleine Delle ins Dach.
„Ich bin zu dick. Na und? Nur zur Info: In den letzten Monaten habe ich eine ganze Menge abgespeckt.“
Wütend starrte er für einen Moment ins Leere. Nur aus dem Augenwinkel konnte er sehen, dass Nadia die Hand vor den Mund gehoben hatte und ihn entgeistert anstarrte.
Mehr zu sich selbst als in ihre Richtung sprach er weiter: „Irgendwann werde ich auch ne Freundin finden. Eine die sich dafür interessiert, wie ich drauf bin und nicht nur, ob ich einen Waschbrettbauch habe. Oder Geld für Markenklamotten.“

„Goott…“, keuchte Nadia schließlich.
Aber es war ihm egal. Sollte sie seinen Ausbruch doch kindisch finden. Sie konnte sich ja bald mit Tanja zusammen darüber lustig machen, soviel sie wollte.
Schwungvoll riss er die Fahrertür auf und stieg in den Wagen. „Fahren wir!“

Während die Blondine langsam um den Wagen herum ging und auf der Beifahrerseite einstieg, starrte Peter stur geradeaus. Mit zusammengebissenen Zähnen kochte er stumm vor sich hin und musste sich ziemlich beherrschen, nicht auch noch in Tränen auszubrechen. Aber die Genugtuung würde er ihr nicht gönnen.
Als sie saß, ließ er den Wagen an und fuhr bereits los, obwohl ihre Tür noch nicht ganz zu war. Nur mühsam beruhigte er sich gerade so weit, dass er vernünftig fahren konnte.

„Fährst…“ Sie krächzte etwas und musste sich erst räuspern, bevor sie weitersprechen konnte. „Fährst du mich bitte zu diesem kleinen See, von dem du erzählt hast?“
„Muss das sein?“
„Bitte… Ich brauche etwas Zeit für mich.“
„Ja… Klar…“, grummelte er daraufhin resigniert.

Es war ohnehin egal. Auch wenn er im Wagen darauf warten müsste, dass sie genug Zeit für sich gehabt hätte. Sonst hatte er ja ohnehin nichts vor. Und nach einem Spontanbesuch bei einem Kumpel stand ihm ganz bestimmt nicht der Sinn.
Also steuerte er den wenig bekannten See an, dessen Besitzer nichts dagegen hatte, wenn sich die Jugendlichen ab und zu dort abkühlten, weil er seine Zeit lieber irgendwo in Bayern verbrachte.
Dort angekommen machte Peter den Wagen aus und kramte seine Zigaretten heraus.
„Viel Spaß“, presste er hervor.
„Kommst du nicht mit?“
„Wozu? Wenn jemand hier wäre, würden da Fahrräder liegen.“
„Mir wäre trotzdem wohler, wenn du mitkommen würdest.“ Es klang bittend. Fast flehend. Und Peter war gut erzogen. Also seufzte er und stieg mit ihr aus.

Der See war theoretisch eingezäunt. Praktisch hatte der Zaun mehr Löcher als intakte Abschnitte. Es war also nicht schwierig, ihn zu überwinden. Und obwohl Peter sauer auf Nadia war, wählte er natürlich einen Weg, der die vor dem Kontakt mit Brennnesseln bewahrte.
Am Ufer suchte er sich dann einen Baumstumpf und drehte seiner Begleiterin demonstrativ den Rücken zu. Aus Höflichkeit, falls sie baden wollte. Aber auch für sich selbst. Aus den Augen, aus dem Sinn.
Das Geraschel ihrer spärlichen Kleidung ließ sich allerdings nicht ausblenden. Und auch nicht die Bilder, die es vor seinem geistigen Auge erzeugte. Trotz allem, was geschehen war, fand Peter diese Frau noch immer sehr anziehend. Zumindest körperlich.
Wie sie wohl ganz nackt aussah?

Die Frage erhielt tatsächlich eine Antwort. Allerdings auf ganz andere Weise, als er sich hätte vorstellen können.
Anstelle des Platschens von Wasser hörte er für eine ganze Weile gar nichts. Ganz in Ruhe konnte er eine Zigarette rauchen. Wobei die Ruhe nur äußerlich zur Schau getragen war. In seinem Inneren herrschte ein einziges Chaos.
Sorgsam drückte er schließlich die Kippe am Baumstumpf aus, bevor er sie neben sich ablegte. Bei dem trockenen, heißen Wetter waren Waldbrände eine sehr reale Gefahr.
„Peter?“, fragte Nadia in dem Moment, in dem er den Stummel abgelegt hatte. Es klang reichlich piepsig.
„Ja?“, grunzte er missmutig.
„Könntest du mir kurz helfen?“
Er seufzte absichtlich laut. „Wenns sein muss…“
„Ja.“

Als er sich umdrehte, traf ihn beinahe der Schlag.
Da stand sie, keine zwei Meter von ihm entfernt. Und sie war völlig nackt.
Ein Arm bedeckte ihre Brüste leidlich und die andere Hand lag vor ihrer Scham, aber es war nicht zu übersehen, dass sie keinen Fetzen Kleidung mehr am Leib trug.
Ihr Gesicht war knallrot und sie sah aus, als würde sie sich gleichzeitig fürchterlich schämen und vor irgendetwas fürchten. Ihr Blick war jedoch direkt auf sein Gesicht gerichtet.
Natürlich klappte ihm die Kinnlade herunter. Wie auch nicht?
Und natürlich machten sowohl sein Herz als auch der Insasse seiner Hose einen Satz.
„Was zum…?“

Nadia atmete tief ein und schien sich einen Ruck zu geben, bevor sie beide Arme an ihre Seite sinken ließ und sich direkt vor Peters Augen völlig entblößte. Es dauerte ein paar Jahrzehnte, bis seine Augen alles in sich aufgenommen hatten.
Ihre Brüste waren genau so, wie erwartet. Immerhin hatte Peter sie ja auch schon gesehen, als sie nur von einem durchgeschwitzten T-Shirt bedeckt gewesen waren. Aber in natura waren sie dennoch eine ganz andere Nummer. Da ihm sonstige Vergleichsmöglichkeiten fehlen, musste er sie mit den Bildern vergleichen, die er sonst für ganz private Stunden nutzte.
Halt. Nein. Das kam nicht infrage. Diese beiden kleinen Halbkugeln gehörten einer echten Frau und keinem Fotomodell. Und so gehörten sie auch betrachtet.

Nadia hatte eine zierliche Figur mit schmalen Schultern, aber trotzdem wurde ihre Taille sichtbar schmaler. Ihre Brüste waren nicht groß, aber für ihren Körper wiesen sie die perfekten Proportionen auf.
Alle Jungs, die Peter kannte, reagierten auf besonders große Brüste auch besonders intensiv. Er selbst war da keine Ausnahme. Aber vom rein ästhetischen Standpunkt aus betrachtet waren solche kleinen Hügel doch ansprechender. Vor allem bei einem so zarten Körper.
Schließlich wurde sein Blick natürlich dorthin gezogen, wo sich wie von Zauberhand langsam die beiden Knospen aufrichteten, die in kleinen Höfen ruhten. Ihre Farbe war nur wenig heller als die Haut um sie herum, aber ein gutes Stück rosiger.

Sich von diesem Anblick loszureißen war schwer genug, aber es wurde durch die Aussicht auf etwas anderes erleichtert, das noch gesehen werden wollte. Sein Blick folgte dem Verlauf des flachen Bauches hinab, bis die Taille in die Hüften überging. Sie waren nicht breit, aber auch nicht schmal. Sie passten einfach zum restlichen Körper.
Ihnen folgten sie schlanken, sportlichen Schenkel mit der festen Muskulatur, die er ja bereits kannte. Dennoch riskierte er einen kurzen Blick auf die Füße, von denen einer nur auf den Zehen stand, wodurch das dazugehörige Bein am Knie leicht angewinkelt war. Etwas an dieser Haltung signalisierte Verlegenheit. Und die Zehen des anderen Fußes, die im feuchten Boden wühlten, verstärkten diesen Eindruck.

Dann konnte er sich nicht länger zurückhalten und blickte dorthin, wo sich die Schenkel trafen. Keuchend entwich der Atem seinen Lungen.
Nadia rasierte sich das Schamhaar bis auf einen schmalen Streifen in der Mitte. Und dieser Streifen war wie ein Wegweiser, der den Blick nach unten weiterleitete, wo die blanken Schamlippen dem Schwung des Körpers nach hinten folgten.
Sie hatte eine sehr elegante Scham, fand Peter. Hervorschauende, innere Schamlippen - die in seinen Augen etwas Obszönes an sich hatten, auch wenn das nicht unbedingt schlecht war - waren hier nicht zu finden. Die äußeren Lippen waren dicht geschlossen und nur ganz leicht gewölbt. Aber dort wo sie ihren Anfang nahmen, konnte er doch eine kleine Erhebung sehen.
War das etwa…? Naja… Was auch sonst?

Die gesamte Betrachtung hatte nur wenige Sekunden gedauert, obwohl sie ihm wie süße Stunden vorgekommen waren. Schließlich blickte er ihr ins Gesicht, wo sich der Ausdruck ein wenig verändert hatte.
Die Scham und auch die Furcht waren noch da, aber da war auch noch etwas anderes. Nadias Atem ging etwas schneller und ihr Mund war leicht geöffnet. Sie hatte die Unterlippe unter die Zähne gezogen und biss darauf. Und ihre Augen… Sie glänzten. Irgendwie fiebrig.
„Ich…“, stammelte Peter entgeistert. „Was…?“
„Findest du mich… anziehend? Schön?“, fragte sie stockend.
„Wa…?“
„Antworte mir bitte“, fiel sie ihm schnell ins Wort. „Ehrlich.“

Angestrengt versuchte er sich zu konzentrieren, aber mit einer nackten Frau direkt vor Augen war das immens schwer. Er konnte nur ganz ehrlich herausplatzen: „Ja! Natürlich!“
„Attraktiv genug, um mit mir zu schlafen?“
„Was? Ja! Wieso? Willst du etwa…?“
„Attraktiv genug, um mit mir zusammen zu sein?“, fragte sie unbeirrt weiter.
„Was soll das denn?“
„Antworte… Bitte!“
„Ach verdammt… Ja, Nadia. Wenn es nur um Attraktivität ginge, würde ich dich heiraten.“
Woher die ganzen Worte in seinem leeren Kopf kamen, würde er irgendwann später herausfinden müssen.

Die Unsicherheit in ihrem Gesicht legte sich ein wenig und sie lächelte sogar leicht bei seiner letzten Aussage.
„Gut. Denn ich würde wirklich lieber mit meinem Freund mein erstes Mal erleben, als mit einem One-Night-Stand.“
Peter konnte nicht einmal mehr ‚Was?‘ fragen. Seine Stimme war weg. Ebenso wie die Kontrolle über seine Kinnmuskeln. Völlig fassungslos starrte er Nadia an.

Die atmete tief durch und sagte: „Okay. Ich bin dran. Also halt jetzt bitte die Klappe.“
Selbst wenn Peter seine Stimmbänder unter Kontrolle gehabt hätte, wäre ihm nichts eingefallen, was er darauf hätte antworten können.
„Ich finde dich auch attraktiv“, erklärte sie und unterbrach ihn schon beim Einatmen in seiner ganz automatischen Reaktion. „Ich finde dich sogar sehr attraktiv. Und zwar nicht nur äußerlich.
Du bist einfühlsam und rücksichtsvoll. Hilfsbereit und selbstlos. Und du bist stark.
Außerdem bist du nicht nachtragend. Du bist nett zu Tanja, obwohl du wohl allen Grund hast, sie zu hassen. Aber bei all eurer Streiterei bist du immer derjenige, der sich zurückhält und sie ist diejenige, die auf dich losgeht.
Aber so richtig…“ Sie stockte kurz und schien mit sich zu ringen, bevor sie seufzend fortfuhr: „So richtig in dich… verliebt habe ich mich, als du vorhin aus der Haut gefahren bist.“

„Dahh…?“
Das oder etwas ähnlich eloquentes verließ seinen Mund an dieser Stelle ganz unwillkürlich.
Verliebt? Wäh? Wie jetzt? In ihn?
„Also… Wenn du wirklich nichts mit mir zu schaffen haben willst, dann solltest du jetzt gehen, denn dann will ich mich lieber in diesem Tümpel ersäufen, als dir nach so einem peinlichen Auftritt noch einmal unter die Augen zu treten.“
Ihr verlegenes Lächeln nahm dieser Androhung die Schärfe, aber Peters Gehirn war ohnehin noch immer bei dem Wörtchen ‚verliebt‘.
„Oder aber…“ Sie kam langsam auf ihn zu und ihre Hüften bewegten sich bei jedem Schritt aufreizend nach rechts und links. „…du könntest…“ Ganz dicht vor ihm blieb sie stehen und blickte ihm in die Augen. „…mich endlich küssen.“

Er tat es nicht. Was nicht an mangelnder Bereitschaft lag, sondern einfach daran, dass sie ihm zuvorkam.
Ihre Lippen näherten sich seinem Mund, noch während sie sprach und die erste Berührung schickte einen Stromschlag durch seinen Körper, der ihn abrupt aus der Feedbackschleife holte, in der er feststeckte.
Mit Verzögerung erwiderte er den Kuss und presste dann seine Lippen fest auf ihre. Ohne bewusste Gedankenkontrolle schloss er den filigranen Körper in seine Arme und hob sie etwas an. Ihre Arme legten sich um seinen Hals und ihr Mund öffnete sich einladend. Lockend berührte ihre Zungenspitze seine Unterlippe, bis er einen Gegenangriff startete und sie einander hin und her jagten.
Erst als die Luft langsam knapp wurde, lösten sie ihren ersten Kuss und japsten atemlos. Nadia strahlte und Peter spürte, dass er ihr freudiges Lächeln mit etwas dümmlichem Gesichtsausdruck erwiderte.

„Ist das ein Ja oder das Vorsp… mmmhhm…“
Diesmal übernahm Peter die Initiative und brachte sie zum Schweigen. Das letzte Wort ging in ein überraschtes Quengeln über, aus dem ein erfreutes Quietschen wurde, als er sie noch fester in die Arme schloss und ihren Körper ein wenig nach hinten beugte. Die eine Hand an ihrem Hinterkopf, die andere auf ihrem Po und seine Zunge in ihrem, sich bereitwillig öffnenden Mund, ergriff er gewissermaßen Besitz von ihr. Und er küsste sie, bis ihm die Luft ausging, was etwas länger dauerte, als bei ihr.
Nach Atem ringend blickte sie ihn an. Er hielt sie noch immer unverändert und erwiderte den Blick. Ihr Lächeln hatte etwas anderen, ernsthafterem Platz gemacht.
„Goott…!“, keuchte sie. Und dann griff sie nach seinem Nacken und in seine Haare. „Noch mal!“

Dieser dritte Kuss setze neue Maßstäbe in Sachen Leidenschaft und Wildheit. Beide schnappten sie nach den Lippen des anderen und bissen hinein, wenn es ihnen gelang.
„Ich will dich“, presste er schließlich hervor.
„Ich gehöre dir“, flüsterte sie zurück und versuchte, sie noch fester an ihn zu pressen.
„Ich… weiß!“
„Ohhh…“, hauchte sie ergriffen. Als er seine Lippen an ihren Hals legte und fest daran zu saugen begann, keuchte sie heiser: „Oh - Gott!“
Wie von selbst schlangen ihre Beine sich um seine Hüfte und ermöglichten ihm so, in die Knie zu gehen und sie auf dem feuchten Waldboden abzulegen, ohne von ihr abzulassen.


*****

Weiter zu Teil 02