The
World after Tomorrow
Eine ZOMBIE-Geschichte! ;-DWork in Progress
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Teil 01
Teil 02
Teil 03
Teil 04
Teil 05
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V.
‚Keine Männer?‘, fragte er sich erstaunt. ‚Nur Mädchen?‘
‚Was immerhin eine Erklärung dafür wäre, wie sie
überleben. Keine Männer bedeutet, keine Ansteckungsgefahr. Die Toten bleiben
liegen.“
„Und wenn man sich dann noch in einer abgelegenen Gegend
befindet, kann man sich sogar den Kuxus leisten, einen Glaubenskrieg zu führen,
was?‘
Er führte sein Selbstgespräch lautlos. Nicht so sehr
wegen der Kleinen, sondern aus reiner Gewohnheit. Es war meistens besser, sich
leise zu verhalten. Es rettete einem das Leben.
Unauffällig blickte er zu seiner Gefangenen und bemerkte,
dass sie ihn ebenfalls ansah. Anfangs war sie außer sich vor Furcht gewesen.
Hatte sich so weit zurückgezogen, wie es der Raum zuließ.
Kein Wunder, denn sie hatte ihn offenbar für einen
Stinker gehalten.
Aber nun verhielt sie sich anders. Ihre Angst schien
beinahe völlig verflogen zu sein. Ihre Augen blickten eher neugierig.
‚Verbotene Worte‘, dachte er sich. ‚Alle Namen für Männer
sind verbotene Worte.‘
‚Ihre Brust hat sich wundervoll angefühlt.‘
‚Halts Maul, du Freak. Das ist ganz bestimmt nicht der
passende Zeitpunkt.‘
‚Sie mochte es auch…‘
‚Klar!‘ Er wurde auto-sarkastisch - seine eigene
Worterfindung. ‚Sie hat noch niemals einen Mann gesehen, der sie nicht fressen
und dabei bespringen wollte. Deswegen gibt es absolut nichts, was sie jetzt
lieber hätte, als eine schnelle Nummer. Am besten noch gefesselt, weil sie ein
Bondage-Fan ist.‘
„Wirst du mich töten?“, riss ihre Stimme ihn aus seinem
Zwiegespräch.
„Hölle, nein!“, platzte er heraus, noch bevor er auch nur
darüber nachgedacht hatte.
Dann wunderte er sich über sich selbst, denn noch wusste
er viel zu wenig, um diese Option auszuschließen. Immerhin waren Männer für
diese Mädchen hier gleichbedeutend mit Stinkern. Sie würden ihn also nicht
bereitwillig willkommen heißen. Und vielleicht würden sie ihn sogar verfolgen,
selbst wenn er sofort weiterzog.
Vielleicht würde er einen Vorsprung brauchen. Und
vielleicht würde er sie deswegen…
„Nein“, sagte er noch einmal und wusste, dass es die
Wahrheit war. „Werde ich nicht.“
„Das dachte ich mir“, erwiderte sie und für einen kurzen
Augenblick - nur einen winzigen Moment - war da etwas kokettes in ihrer Stimme
und ihren Augen. Etwas aufreizend Selbstbewusstes. Manche Dinge waren wohl
genetisch veranlagt. „Ich wollte nur sicher gehen…“
Sie wich seinem Blick dann aus, als könne sie ihm nicht
mehr standhalten. Sie… errötete?
„Wie alt bist du?“, fragte er unwillkürlich.
Danach hätte er sich am liebsten auf die Zunge gebissen,
denn es war keine sachliche Frage gewesen, sondern reine Neugier. Völlig
unpassendes Interesse daran, ob sie ‚alt genug‘ wäre…
„Zwanzig“, lautete die Antwort. „Und du?“
„Fünfunddreißig“, erwiderte er. „Seit heute.“
„Oh… Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.“
Es war ein feierlicher Singsang, der fast wie auf einem
Kindergeburtstag klang. Unwillkürlich musste er lachen, denn die Situation und
das Gespräch waren absurd.
„Danke“, gluckste er. „Ich werde ich jetzt losmachen.
Wirst du versuchen zu fliehen?“
Sie dachte nach. Ernsthaft. Und dieser Mangel an
Verschlagenheit berührte sein Herz auf eigentümliche Weise.
„Nein“, sagte sie dann. „Noch nicht.“
Statt zu antworten bedeutete er ihr, sich auf die Seite
zu drehen. Als sie ohne nennenswertes Zögern der Aufforderung folgte, löste er
die Fesseln.
Sie richtete sich auf und brachte die Beine in einen
Schneidersitz. Dabei kam sie ihm näher, als er es erwartet hätte, denn sie wich
nicht vor ihm zurück. Nur Zentimeter trennten ihre Gesichter.
„Was bist du?“, wollte sie noch einmal wissen.
Zaghaft hob sie dabei die Hand und berührte seinen
Vollbart am Kinn. Es war eine Mischung aus kindlicher Neugier und…
Nein. Nur Neugier! Das durfte er keinesfalls jemals
vergessen. Nur
Neugier!
„Du siehst beinahe aus, wie ein Mutant“, murmelte sie,
während er noch überlegte, wie er ihr die Frage beantworten sollte. „Aber nicht
ganz. Nicht in den Augen. Und deine Stimme… Sie ist so dunkel…“
Ihm fehlten die Worte. Er konnte das Mädchen nur
anstarren.
Mit konzentriert gerunzelter Stirn betrachtete sie sein
Gesicht und untersuchte es so unbefangen, wie man es von einem Kleinkind
erwarten konnte. ihre hellgrünen Augen wanderten über seine Züge, seinen Bart
und die Falten seines Gesichts, als wolle sie sich alles einprägen. Und ab und
zu sah sie in seine Augen, nur um sofort - beinahe verschämt - den Blick wieder
abzuwenden.
Es war lange her, dass er einer Frau so nahe gewesen war.
Beinahe zwei Jahre, seit der letzten Annäherung auf weniger als eine Armlänge und
noch ein halbes Jahr mehr seitdem er einem Gesicht so nahe gewesen war.
Und um bei der Wahrheit zu bleiben hielt die einäugige,
vernarbte Anführerin einer kleinen Gruppe Überlebender von damals keinem
Vergleich zu dem jungen, schmerzhaft hübschen Mädchen stand, dem er nun
gegenüberhockte.
„Dieser Dreck in deinem Gesicht ist absichtlich
aufgeschmiert, nicht wahr?“, murmelte sie eher im Selbstgespräch als wirklich
an ihn gewandt. „Es ist eine Tarnung.“
Er deutete ein Nicken an und wurde mit einem weiteren
Blickkontakt belohnt. Obwohl die Situation einen gefährlichen Verlauf zu nehmen
begann, konnte er sich nicht lösen und Abstand zwischen sie und sich bringen.
Denn dann hätte er ihre sanften Berührungen auf seinem Gesicht beendet.
‚Es ist ein Geburtstagsgeschenk‘, sagte er sich. ‚Ein
ganz harmloses Geschenk.‘
„Ich fühle mich seltsam“, flüsterte das Mädchen dann und
ihre Augen fanden wieder seinen Blick. „Schwindelig und kribbelig, als wäre ich
krank… Ganz komisch im Bauch…“
Sie starrte ihn an und er konnte sich nicht losreißen,
obwohl er es gemusst hätte. Es war nicht
richtig. Es war gefährlich. Und sie wusste doch gar nicht…
„Ich…“, seufzte sie und dann beugte sie sich noch ein wenig
vor und ihre Lippen trafen auf seine.
‚Drei Jahre und elf Monate seit dem letzten Kuss‘, schoss
ihm durch den Kopf. Selbst die seltenen Gelegenheiten zum Sex gingen nicht oft
mit leidenschaftlichen Küssen einher. Und das hatte einen Grund: die Stinker.
Die triebgesteuerten, hirnamputierten Überbleibsel
dessen, was einmal die männliche Hälfte der Menschheit gewesen war, hatten
einige Angewohnheiten beibehalten. Komische Eigenheiten, die sich irgendwie aus
kümmerlichen Resten des einstigen Erinnerungsvermögens speisen mussten.
Manche blieben am Rand einer Straße stehen, bevor sie
diese überquerten. Manche schleppten Werkzeug aus ihrem einstigen Leben mit
sich herum und ließen es niemals los. Andere hatten beinahe menschliche Gesten
beibehalten, wie sich mit der Hand durch die Haare zu fahren oder sich am Kinn
zu kratzen. Und ein paar reagierten auf Farben oder Formen, die vermutlich
früher einmal eine Bedeutung für sie gehabt hatten.
Und praktisch alle, die er im Laufe der Zeit beobachtet
hatte, versuchten zu küssen, wenn sie über eine Frau herfielen. Auf ihre ganz
eigene, degenerierte und angesichts ihrer hygienischen und ernährungsbedingten
Eigenheiten ziemlich widerwärtige Weise.
Warum die Stinker es überhaupt taten - über eine Frau
herfallen - hätte vielleicht ein Wissenschaftler erklären können, wenn es noch
einen gegeben hätte.
Paarungstrieb vielleicht, obwohl sie ihre unglücklichen
Opfer noch während des Aktes verspeisten und so zumindest die Gefahr einer
Fortpflanzung ausgeschlossen war.
Oder es war ein weiteres dieser Anzeichen dafür, dass sie
einst Menschen gewesen waren. Nun reduziert auf ihre niedersten Triebe.
So oder so war es verständlich, dass die meisten
überlebenden Frauen wenig Lust auf Küsse hatten. Kaum eine hatte noch überhaupt
keine Erfahrungen mit einem angreifenden Stinker gemacht, oder nicht zumindest
gesehen, was sie taten.
Und ganz offensichtlich traf das auch auf das rothaarige
Mädchen zu, wie sich Sekunden später erwies.
Sekunden allerdings, in denen er mit einer übernatürlichen
Klarheit die Wärme und Weichheit ihrer rosigen, frischen auf seinen rauen,
aufgesprungenen Lippen wahrgenommen, ihren erstaunlich frischen Atem gerochen
und sie sogar geschmeckt hatte. Für den Bruchteil einer Sekunde nur hatten sich
ihre Lippen ein ganz klein wenig geteilt.
Aber dann war sie zurückgefahren und hatte sich mit dem
Rücken gegen die Wand geworfen.
Aus weit aufgerissenen Augen starrte sie ihn schockiert
an und ihre Hand tastete sogar dorthin, wo sich in ihrem Stiefel eine Waffe
befunden hatte, bevor er die bei ihrer Gefangennahme entfernte.
Sie sah verängstigt und verzweifelt aus, aber auch
hilflos und anrührend. Woher sollte sie auch wissen, was mit ihr passierte,
wenn sie keine Männer kannte, die keine Stinker waren?
„Du… du bist… ein…“, stammelte sie panisch.
„Mann.“, ergänzte er und nickte.
Tränen traten ihr in die Augen, als vermutlich ein Teil
ihrer Welt bis in die Grundfesten erschüttert wurde.
Zurück zu Teil 04
*****
Wie bereits gesagt ist mir insbesondere bei den Sachen, die ich mit 'wip' (Work in Progress) markiere, inhaltliches Feedback mehr als willkommen. Sowohl insgesamt, als auch in Bezug auf beliebige Details und Kapitel, denn das gesamte Werk kann durchaus noch von Grund auf überarbeitet werden.
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Wie bereits gesagt ist mir insbesondere bei den Sachen, die ich mit 'wip' (Work in Progress) markiere, inhaltliches Feedback mehr als willkommen. Sowohl insgesamt, als auch in Bezug auf beliebige Details und Kapitel, denn das gesamte Werk kann durchaus noch von Grund auf überarbeitet werden.