Kojotenhöhle

Was dich hier erwartet, ist nicht der Versuch, irgendetwas zu umschreiben. Ich nenne die Dinge durchaus beim Namen, auch wenn ich versuche, das niveauvoll zu tun. Und ich versuche außerdem, Geschichten zu erzählen, in denen der Sex ein Teil des Ganzen ist und nicht der einzige Teil. Man findet hier wohl auch Grenzwertiges für manche Geschmäcker. Ob man es als BDSM-artig oder als abartig empfindet, liegt dabei ganz im Auge des Betrachters.

Wenn es dir gefällt, lass es mich wissen. Wenn es dir nicht gefällt, gerne auch. Hinterlass mir einen Kommentar oder schreib es mir per Mail an Mike.Stone bei gmx.net .

Donnerstag, 3. Mai 2012

Fortsetzungen - Segen und Fluch


Angestoßen von der Frage nach einer Fortsetzung von Engel im Regen will ich mich mal kurz über dieses Thema auslassen, denn es ist für mich persönlich ein zweischneidiges Schwert.
Im Prinzip sind sehr viele meiner Geschichten von vorneherein auf eine Fortsetzung ausgelegt oder halten sich zumindest diese Option offen. Und bei vielen kam auch irgendwann, irgendwo die Frage danach auf.
Früher war das aber bei allem Willen zur Fortführung der Arbeit für mich eine Sisyphos-Aufgabe…

Zu älteren Werken wie Bitch oder Engel im Regen gibt es nicht nur haufenweise Notizen, sondern durchaus auch die eine oder andere Fortsetzung, die einfach scheiße ist. Sie entsprechen insgesamt nicht dem, was ich rein gefühlsmäßig erreichen wollte. Deswegen werden sie nicht veröffentlicht.
Besonders schwer fiel es mir bei Engel im Regen. Aber wenigstens hat mich der beharrliche und vielstimmige Wunsch nach einer Fortsetzung dazu befähigt, endlich zu verstehen, wo eigentlich das Problem liegt.
Das hat mich in die Lage versetzt, mit Soulmates, JungeLiebe und Projekten wie My Sisters hot Friends anzufangen, zu denen es Fortsetzungen geben wird. Und zwar ganz gewiss, wenn auch jeweils ohne genaue Zeitangabe, weil das eben auch eine Frage von Zeitmanagement und Inspiration ist.

Meine früheren Geschichten waren oftmals auf bestimmte Szenen fixiert und es gab weder einen Plan, noch einen Plot. Ich habe einfach um interessante Szenen herum gebaut. Und danach ist es schwierig, sich der nächsten Szene im Leben der jeweiligen Protagonisten zuzuwenden, wenn einen nicht gerade zufällig die Inspiration niederstreckt.
Außerdem erschwert jedes inhaltliche Feedback zu den Möglichkeiten einer Fortsetzung den Prozess, weil dadurch Möglichkeiten in die Gleichung geworfen werden, die ich nicht mehr aus dem Kopf kriege.
Bei Engel im Regen war die Grundidee einmal, die Thematik ‚GEZ-Fahnder‘ mal anders aufzugreifen. Aber viele Leser sahen einen Zauber in der Geschichte, der dies zu banal erscheinen ließ. Und schon befand ich mich im Teufelskreis zu vieler Potentiale, aus dem ich hier noch nicht wieder rausgekommen bin.

Bei Soulmates und Junge Liebe ist es eher so, dass ich eine bestimmte Stimmung habe, die ich mit der Geschichte verknüpfe. Und ich habe Charaktere, die nicht an die Gegebenheiten angepasst sind, sondern ein gewisses Eigenleben besitzen.
Für eine Fortsetzung muss ich theoretisch nur eine Situation aufbringen und sehen, wie die Jungs und Mädels reagieren. Und schon kanns weitergehen.
Praktisch muss - oder will - ich mir allerdings auch Gedanken darüber machen, wie sich die Geschehnisse auf spätere Teile auswirken. Ich habe also einen ganz groben Masterplan, den ich mir nicht verhauen will. Also ist es ein klein wenig komplexer. Aber es ist ein Konzept, dass erst einmal funktioniert.

Ins Stocken komme ich dann eigentlich nur, wenn sich zwei Geschichten auf einer gewissen Ebene so nahe sind, wie Soulmates und Junge Liebe es sind. Und da ich es hasse, zwei Mal die gleich Geschichte zu erzählen und sich das genau so anfühlt, auch wenn es vielleicht niemandem außer mir auffallen würde, stecke ich bei Soulmates gerade ein wenig fest.
Je weiter sich Junge Liebe allerdings entwickelt, desto mehr lässt das nach. Also wird es da eben mit ein wenig Verzögerung weitergehen.

Das alles sind Dinge, die in meinem Kopf stattfinden und vielleicht für andere keinen Sinn ergeben. So wie es vielleicht unverständlich ist, dass ich reihenweise Themen noch nicht aufgegriffen habe, die für mich sehr naheliegend sind.
Aber wenn ich nicht im Kopf das Gefühl von Originalität habe, sondern zu sehr an einer reizvollen Vorlage festhänge, dann kann ich mich nicht austoben. Ich fühle mich dann, als würde ich abschreiben.
Und letztlich muss ja ich im Kopf die Freiheit empfinden, die mich befähigt, meine Geschichten zu spinnen. Auch wenn die Blockaden total sinnlos sind und ich mir selbst im Weg stehe.

Was ich mit alledem allerdings nicht sagen will ist, das man mir kein Feedback geben soll!
Wenn ich einen groben Plan habe, dann beirrt mich das nicht und Geeignetes findet seinen Platz, während Ungeeignetes ignoriert wird.
Habe ich keinen Plan, bringt es mich zwar durcheinander, aber es besteht auch immer die Chance, dass DIE Inspiration in einem Vorschlag steckt, die mich am Ende weiterbringt. Also ist Feedback immer potentiell nützlich.
Und immerhin schaffe ich es auch, mich ganz ohne Feedback zu verrennen. Also ist niemals irgendwelches Feedback an irgendetwas ‚schuld‘.

Ob diese Ausführungen jetzt außerhalb meines Kopfes noch für irgendwen Sinn ergeben, kann ich gerade nicht einschätzen. Aber ich habe sie mir von der Seele geschrieben und helfe mir dadurch selbst, indem ich ein wenig Ordnung in meine Gedanken bringe.
Oder zumindest die Unordnung von einer Seite des Raumes auf eine andere verschiebe… ;-D

Also danke fürs Ertragen!
Und danke an Leviathan29 für den Anstoß... ;-)

Kommentare:

  1. tu ich doch gern ^^
    und ich bin ja nicht grade ein schneller lehser.
    was deine frage in der antwort bei meinem kommentar bei Bitch angeht so hätt ich auch kein problem mit einem stilistischen wechsel innerhalb der geschichte doch ich denke das must du als autor mit deinem gewissen rein machen ob du damit zurecht kommst.
    was hier die sache mit GEZ-Fahnder mit anderem auftreten angeht so muss ich sagen das mir diese sache erst als zweites in den sinn gekommen ist da ein andere satz aus dem ersten teil von Engel im Regen mich wohl auf eine andere denk schiene gelotzt hat.
    im allem kann ich nur für meine neugier bei den geschichten hoffen das es weiter geht wenn nicht.. so begnüge ich mich mit den neuen fantastischen geschichten ;)

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    1. Naja... Langsam bist du auch nicht. Da schwant mir schon, dass du schneller alles durch hast, als ich Neues in Massen liefern kann... ;-)

      Was die Schiene angeht, auf der du warst: Erzähl ruhig. Wie gesagt: Ich bin grundsätzlich für Ideen offen. Sie müssen in meinem Kopf halt zünden, um zu einer Geschichte zu werden. ;-)

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  2. naja wie gesagt ich hatte den GEZ Fahnder eher ausgeblendet als dieser nicht mehr erwähnt wurde.
    und beim ende der geschichte viel mir eher als erstes der absatz aus dem ersten teil ein wo sich der protagonist gefragt hatte, ich zitiere eben mal: "bevor er realisierte, dass etwas nicht stimmte. Wieso war die Tür offen? Er hatte sie doch…?"
    da kam mir eher der gedanke.. das es sich eventuell um diebe handelt.. also ein pärchen.. abgelenkt war er bei dem anblick sicher *gerät mit den gedanken ganz woanders hin als er die situation vor dem auge abspielen läst*

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    1. Auf jeden Fall eine interessante Idee. Sie passt auf der Metaebene ähnlich gut zu der Stimmungs-Idee, die ich vll. aufgreifen will, wie die GEZ-Sache.
      Mal sehen...

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  3. Es gefällt mir, dass du hier mal deine Gedanken zu diesem Thema für uns Leser geschrieben hast. Sowas bringt dich uns näher, weil wir dich und all die Schwierigkeiten dieses betreffend nun besser verstehen können, vielen Dank dafür!
    Du hast mir mal geantwortet, dass eine Geschichte sich für dich abgeschlossen anfühlen muss, was ich gut nachvollziehen kann. Wenn das also wieder mal der Fall sein sollte, es aber ansonsten sozusagen keinen Plan dafür gibt, wie es ansonsten weiter gehen könnte, wie wäre es dann mit der Methode, bei einer schon vorhandenen Geschichte einfach den Schluss so zu verändern, dass sie sich für dich damit dann abgeschlossen anfühlt? Das ist ein ganz anderer Ansatz und vielleicht ja für die eine oder andere Geschichte eine Lösung...
    Ist mir grade so durch den Kopf gegangen, als ich diesen Blog hier las.
    Gruß Nachtwind

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